07.06.2020 - 16:49

Tückische Dickmacher Wenn die Kilos nicht schwinden: Abnehmbremse Maststoffe

Maststoffe in Fast Food und Soft Drinks könnten der Grund für fehlende Abnehmerfolge sein. Denn: Sie regen den Appetit an und hemmen die Fettverbrennung.

Foto: Shutterstock/Syda Productions

Maststoffe in Fast Food und Soft Drinks könnten der Grund für fehlende Abnehmerfolge sein. Denn: Sie regen den Appetit an und hemmen die Fettverbrennung.

Sie machen hungrig statt satt und hemmen die Fettverbrennung: dickmachende Maststoffe. Erfahren Sie hier, was hinter den Dickmachern steckt und wie Sie sie reduzieren können.

Sie machen nicht satt, sondern erst richtig hungrig – und den Stoffwechsel bringen sie außerdem ins Stocken. Eine Kombination, die beim Abnehmen eigentlich mehr als unerwünscht ist. Doch genau diese Wirkung sollen bestimmte Stoffe in unserem Essen haben.

Wenn Sie nun an Geschmacksverstärker und Zucker denken, liegen Sie schon einmal richtig. Doch es gibt weitere sogenannte Maststoffe in unserem Essen, die dick machen. Dazu sollen gemäß Gesundheitsjournalist und Autor Golo Willand sogar überreife Früchte zählen. Wir erklären Ihnen, was es mit dem Dickmacher Maststoffe auf sich hat.

Was sind Maststoffe und warum machen sie dick?

Maststoffe sind in erster Linie aus der Tiermast bekannt. Hier werden bestimmte Stoffe im Tierfutter eingesetzt, damit die Tiere mehr essen und schneller an Gewicht zulegen. Und das gibt es auch für den Menschen?

Tatsächlich haben bestimmte Stoffe in unserer Nahrung sowie Lebensmittel genau diese Wirkung. In seinem Buch “Dickmacher Maststoffe” geht der Autor Golo Willand dem Ganzen auf den Grund. So sollen Maststoffe dafür sorgen, dass Nahrungsmittel und Produkte unseren Appetit regelrecht anfeuern und wir mit dem Essen nicht aufhören können. Denken Sie beispielsweise an Chips. Gleichzeitig sollen diese Dickmacher den Stoffwechsel so beeinflussen, dass die Energie aus dem Essen nicht verbraucht wird und stattdessen in unseren Fettdepots landet. Aber die Gewichtszunahme ist hier nur die eine Sache.

Gemäß Willand, der zahlreiche wissenschaftliche Studien analysiert hat, können Mastsoffe auf Dauer weitere gesundheitliche Folgen haben. Dazu zählen eine Insulinresistenz bis hin zu einem erhöhten Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Maststoffe in der Nahrung: Hier sind sie enthalten

Ja, Maststoffe sind in Fast Food, Chips und Soft Drinks enthalten. Doch sie lauern auch in vermeintlich gesunden Lebensmitteln oder entstehen erst in der Küche aufgrund der Zubereitung von Speisen:

Süßstoffe

Eigentlich sollen Süßstoff für Kaffee oder Light Getränke ohne Zucker beim Abnehmen helfen. Wie kann es sein, dass sie zu den dickmachenden Maststoffen zählen?

Zwar sparen Süßstoffe tatsächlich Kalorien ein, allerdings nur in dem Moment, in dem Sie sie zu sich nehmen. Die Süße signalisiert dem Körper, dass Zucker im Anmarsch ist, der jedoch ausbleibt. Die Folge: Der Blutzucker sinkt und das wiederum signalisiert dem Körper, dass er Kohlenhydrate braucht. Oftmals ist Heißhunger die Folge.

Hinzu kommt – wie Golo Willand in seinem Buch erklärt –, dass Süßstoffe den Energieverbrauch im Körper verringern. Wahrscheinlich auch ein Grund, warum bestimmte Süßstoffe auch in der Tiermast eingesetzt werden.

Glutamat

Glutamat ist ein wahrer Appetitanreger. Glutaminsäure kommt natürlicherweise in bestimmten Lebensmitteln vor, wie beispielsweise Parmesan, Tomaten oder Sojasauce, und ist für die noch nicht allzu lange bekannte Geschmacksrichtung “umami” verantwortlich.

Glutamat wird in der Lebensmittelindustrie und teilweise auch Gastronomie jedoch zusätzlich eingesetzt, um den Geschmack von Produkten und Gerichten zu verstärken. Damit wird der Appetit zusätzlich angeregt und auch das Verlangen nach mehr. Genau das macht diesen Stoff zum Maststoff.

Fruktose

Fruktose, das auch als Fruchtzucker bekannt ist, fördert den Fettaufbau und zählt damit zu den Maststoffen. Der Stoff wird zum Süßen verwendet und ist natürlicherweise in Früchten zu finden.

Natürlich ist frisches Obst gesund und kann aufgrund der enthaltenen Vitamine auch beim Abnehmen helfen. Doch überreifes Obst ist reicher an Fruchtzucker und kann daher eher dazu führen, dass Fett angesetzt wird. Genauso verhält es sich bei Konfitüren oder anderen mit Fruktose gesüßten Produkten.

Glukose

Glukose, also Traubenzucker, an sich ist nicht ungesund, denn der Stoff dient dem Gehirn als wertvoller Energielieferant. Dass Zucker die Gewichtszunahme und den Fettaufbau fördert, ist wahrscheinlich bekannt. Hinzu kommt jedoch, dass der Körper Glukose in den Maststoff Fruktose umwandelt, wenn nicht genügend Flüssigkeit vorhanden ist. Gerade bei eher trockenen Chips und Crackern ist dies der Fall. Aber auch bei den vermeintlich gesünderen Reiswaffeln oder Knäckebrot. Bei gekochten Kartoffeln oder Nudeln wiederum ist erheblich mehr Wasser enthalten.

AGEs

Bei AGEs (“Advanced Glycation Endproducts”) handelt es sich um Verbindungen aus Zuckern und Eiweiß oder auch Fett, die bei der Verarbeitung von Nahrungsmitteln oder auch beim Kochen entstehen können. Denken Sie zum Beispiel an Pommes, frittierte oder panierte Speisen oder knusprig gebratenen Speck.

AGEs sollen nicht nur Entzündungen im Körper fördern, sondern auch Fettreserven versiegeln, den Fettaufbau fördern und dem Bindegewebe schaden, wie Golo Willand in seinem Buch beschreibt.

Wie sollten Sie mit Maststoffen umgehen?

Vielleicht fragen Sie sich, was bei den vielen Maststoffen eigentlich noch an Essen übrig bleibt. Nun, gänzlich verbannen können Sie Maststoffe aus Ihrer täglichen Ernährung wohl nicht und das ist auch kein Muss: "Es ist immer eine Mengenfrage. Reduzieren reicht, mehr ist auch nicht möglich. Aber dafür muss man die Maststoffe kennen." rät Golo Willand gegenüber Focus.de.

Sollten Sie vermuten, dass Sie zu viele Maststoffe essen oder diese der Grund sind, warum Sie nicht abnehmen, so beginnen Sie damit, auf solche Dickmacher in Ihrer täglichen Ernährung zu achten. Dabei kann zum Beispiel ein Ernährungstagebuch helfen. Reduzieren Sie dann Schritt für Schritt. Zum Beispiel können Sie damit beginnen, Frittiertes oder Paniertes gegen gegarte oder geschmorte Gerichte zu tauschen. Statt zum Fast Food Restaurant zu gehen, öfter selbst ein frisches Gericht mit reichlich Gemüse zubereiten. Anstelle zu Fruchtsäften zu greifen, lieber ein frisches Stück Obst zu essen und Soft Drinks gegen Wasser oder ungesüßten Tee zu tauschen.

Fazit zu Maststoffen

Wenn die Abnehmerfolge bei Ihnen seit längerem ausbleiben und Sie unsicher sind, woran es liegen könnte, kann es sich durchaus lohnen, einmal auf die Menge an Maststoffe zu achten, die Sie täglich zu sich nehmen. Diese können durchaus den Stoffwechsel durcheinander bringen und den Fettabbau hemmen. Dabei kann es schon hilfreich sein, öfter einen Blick auf die Zutatenliste von Produkten zu werfen.

Sie müssen sich jetzt nicht verrückt machen. Denken Sie daran, dass es auch bei Maststoffen eine Frage der Menge ist. So kann schon eine insgesamt frische, nährstoffreiche und wenig verarbeitete Ernährungsweise dabei helfen, Maststoffe zu reduzieren. Denken Sie außerdem daran, dass bei fehlenden Abnehmerfolgen weitere Faktoren eine Rolle spielen, wie beispielsweise der Schlaf oder auch Stress.

Für mehr Informationen rund um Maststoffe, wo sie genau enthalten sind, wie sie wirken und wie Sie sie mit einfachen Tricks reduzieren, ist Golo Willands Buch “Dickmacher Maststoffe: Die heimtückischen Stoffwechselbremser entlarven und ausschalten” der passende Ratgeber.

Erfahren Sie mehr rund um das Thema Abnehmen auf unserer hilfreichen Diäten-Themenseite. Lassen Sie sich außerdem auf der Themenseite unserer Autorin Natürlich Nadine für eine bewusste Ernährung inspirieren.

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