20.09.2019

Basierend auf Unverträglichkeiten 7 Pfund in 7 Tagen: Alles, was Sie über die Virgin-Diät wissen müssen

Die Virgin-Diät verspricht schnelles Abnehmen, indem gezielt auf Nahrungsmittel verzichtet wird, die Unverträglichkeiten verursachen. Dafür gibt es viel Gemüse, Fleisch, Fisch und gesunde Fette.

Foto: iStock/nensuria

Die Virgin-Diät verspricht schnelles Abnehmen, indem gezielt auf Nahrungsmittel verzichtet wird, die Unverträglichkeiten verursachen. Dafür gibt es viel Gemüse, Fleisch, Fisch und gesunde Fette.

Schnell abnehmen auf der Basis von Unverträglichkeiten: So funktioniert die Virgin-Diät. Erfahren Sie, was hinter dem Ansatz steckt und was die Vor- und Nachteile sind.

7 Pfund in 7 Tagen abnehmen, weil 7 Lebensmittel weggelassen werden: Das klingt wieder einmal nach einem vielversprechendem Diätansatz! Hinter diesem Versprechen verbirgt sich die Virgin-Diät der US-amerikanischen Ernährungs- und Fitnessexpertin JJ Virgin. Gemäß ihrer Theorie liegt der Grund fehlender Abnehmerfolge bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten – und genau die sollen bei ihrer Diät angegangen werden.

Virgin-Diät: Bis zu 3,5 Kilo in einer Woche abnehmen

Fettarmer Joghurt, Eiweiß-Omelette, Vollkornbrot und Sojamilch – Nahrungsmittel, die man durchaus in die Kategorie "Diätessen" stecken kann. Doch genau hier sieht JJ Virgin, die Entwicklerin der Virgin-Diät, das Problem. Denn dabei handelt es sich um Lebensmittel, die viele Menschen nicht gut vertragen – und diese Unverträglichkeiten verhindern, dass die Pfunde purzeln.

Werden bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen wie etwa Milchprodukte oder glutenhaltige Nahrungsmittel nicht vertragen, kann das sowohl die Gesundheit als auch das Gewicht negativ beeinflussen. Entzündungen, Blähungen, Hautprobleme und Kopfschmerzen können die Folge sein – und laut Virgin eben auch die Gewichtszunahme. Werden diese Lebensmittel wiederum weggelassen, soll das nicht nur der Gesundheit zugute kommen, sondern auch beim Abnehmen helfen. Und zwar so erfolgreich, dass die Virgin-Diät bis zu 3,5 Kilo Gewichtsverlust in nur einer Woche verspricht.

So funktioniert die Virgin-Diät

Die Virgin-Diät teilt sich in drei Phasen. Die erste Phase ist eine strenge Eliminierungsphase, die 21 Tage dauert. Hier werden die 7 Lebensmittel bzw. Lebensmittelgruppen vom Speiseplan gestrichen, die häufig Unverträglichkeiten verursachen. Dies sind:

  • Milchprodukte
  • Glutenhaltige Lebensmittel
  • Zucker & künstliche Süßungsmittel
  • Eier
  • Soja
  • Mais
  • Erdnüsse

Dafür stehen während der drei Wochen die folgenden Lebensmittel auf dem Speiseplan:

  • Gemüse
  • Hochwertige Proteinquellen in Form von Fisch und Fleisch
  • Gesunde Fette wie kaltgepresste Pflanzenöle, Nüsse, Avocado, Oliven
  • In geringeren Mengen ballaststoffreiche, komplexe Kohlenhydrate wie Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte, glutenfreies Getreide, ausgewählte Früchte

Die 3-wöchige Eliminierungsphase soll dafür sorgen, dass Verdauung und Stoffwechsel wieder in Balance kommen und die Kilos schwinden. Danach wird in der nächsten Phase der Virgin-Diät für je eine Woche eine der 7 eliminierten Lebensmittelgruppen wieder eingeführt. Dadurch soll individuell herausgefunden werden, welche Lebensmittelgruppen Probleme bzw. eine Unverträglichkeit verursachen. Am Ende dieser Phase weiß man dann, wie die individuell passende Ernährungsweise in Bezug auf diese Lebensmittelgruppen aussieht. Diese wird dann als Phase 3 der Diät dauerhaft umgesetzt.

Vorteile der Virgin-Diät

Wenn Nahrungsmittelunverträglichkeiten bestehen, wirkt sich das negativ auf Körper und Gesundheit aus – das ist sicherlich Fakt. Dass dadurch zugenommen werden kann oder das Abnehmen behindert wird, ist möglich. Fakt ist außerdem, dass Nahrungsmittelunverträglichkeiten häufig nicht erkannt werden und Symptome wie Blähungen, Müdigkeit oder Kopfschmerzen oftmals nicht mit der Ernährung in Verbindung gebracht werden.

JJ Virgins Ansatz, sich für Unverträglichkeiten zu sensibilisieren und darauf basierend eine individuell passende Ernährungsweise zusammenzustellen, ist daher insgesamt positiv zu bewerten. Auch das bewusste Achten auf den eigenen Körper und seine Signale sowie der bewusste Umgang mit der Ernährung sind zu befürworten.

Sicherlich wird die Diät zu relativ schnellen Abnehmerfolgen führen, da zahlreiche Lebensmittelgruppen vom Speiseplan gestrichen werden. Vor allem der Verzicht auf verarbeitete Nahrungsmittel, Zucker und zahlreiche kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel wird sehr wahrscheinlich zu einer Gewichtsreduzierung beitragen.

Nachteile der Virgin-Diät

Ja, die 7 Lebensmittelgruppen, auf die bei der Virgin-Diät verzichtet werden, verursachen tatsächlich häufig Unverträglichkeiten. Aber: Am Ende hat jeder einzelne seine ganz eigenen Verträglichkeiten und Unverträglichkeiten. So kann es beispielsweise sein, dass Sie bestimmte Gemüsesorten oder auch Nüsse nicht gut vertragen. Doch dies wird bei der Virgin-Diät nicht berücksichtigt.

Die Virgin-Diät fokussiert sich stark auf Lebensmittelunverträglichkeiten, doch auch andere Faktoren können eine Rolle bei der Gewichtszunahme oder fehlenden Abnehmerfolgen spielen. So kann beispielsweise Stress einen daran hindern, abzunehmen.

Hinzu kommt, dass die Eliminierungsphase der Virgin-Diät sehr streng ist und der Verzicht auf die Menge an Lebensmitteln durchaus zu einem Nährstoffmangel führen kann. Außerdem kann der strenge Diätplan zu Heißhunger und Gelüsten führen und ist im Alltag nicht unbedingt leicht umzusetzen. Sowohl Frust als auch ein Jo-Jo-Effekt können die Folge sein.

Fazit zur Virgin-Diät

Die Virgin-Diät hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Auf der einen Seite haben Nahrungsmittelunverträglichkeiten sicherlich einen Einfluss auf die Gesundheit und möglicherweise auch auf das Gewicht – gleichzeitig ist eine personalisiertere Ernährungsweise grundsätzlich ratsam. Dennoch ist das Diätkonzept zu einem gewissen Maß pauschalisiert und berücksichtigt die ganz individuellen Verträglichkeiten und Unverträglichkeiten nicht. Außerdem werden andere Einflussfaktoren auf das Gewicht nicht ausreichend berücksichtigt. Dennoch ist die Sensibilisierung für die eigene Ernährungsweise sowie ein naturbelassenerer und nährstoffreicher Speiseplan ein guter Ansatz.

Mein Tipp: Sie müssen nicht gleich alle 7 Lebensmittelgruppen aus Ihrem Speiseplan streichen. Sollten Sie vermuten, dass Sie bestimmte Unverträglichkeiten haben, lassen Sie eine Lebensmittelgruppe gezielt für 2 bis 3 Wochen weg und beobachten Sie, ob es Ihnen besser geht. Danach können Sie es mit einer weiteren versuchen. Ergänzend können Sie auch einen Unverträglichkeitstest beim Arzt machen.

Informieren Sie sich rund um Allergien und Intoleranzen auf unserer umfangreichen Themenseite. Lernen Sie außerdem die verschiedensten Diäten auf unserer Themenseite kennen.

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