20.09.2019

Neuer Diättrend Helfen Monomahlzeiten beim Abnehmen?

Monomalhzeiten sind einfach umzusetzen: Es kommt genau ein Lebensmittel auf den Teller. Das soll beim Abnehmen helfen und die Verdauung unterstützen. Aber ist das so gut?

Foto: iStock/Vadym Plysiuk

Monomalhzeiten sind einfach umzusetzen: Es kommt genau ein Lebensmittel auf den Teller. Das soll beim Abnehmen helfen und die Verdauung unterstützen. Aber ist das so gut?

Das Prinzip ist einfach: Pro Mahlzeit gibt es nur ein Lebensmittel, davon aber reichlich. Das soll Gewicht und Verdauung zugute kommen. Doch ist das auch gesund? Wir klären über Monomahlzeiten auf.

Stellen Sie sich vor, Sie brauchen keine Kalorien mehr zu zählen, brauchen sich kaum noch Gedanken um das Essen machen, können so viel essen, wie Sie wollen und nehmen dabei trotzdem ab. Klingt zu schön um wahr zu sein? Nun, möglich ist das tatsächlich und zwar mit Monomahlzeiten. Erfahren Sie hier, was sich hinter dem neuen Diättrend verbirgt und was der Haken an der Sache ist.

Monomahlzeiten: Mit wenig Aufwand abnehmen

Eine halbe Wassermelone zum Frühstück, 4 Äpfel zum Mittagessen, 3 Gurken zum Abendessen: So in etwa können Sie sich Monomahlzeiten vorstellen. “Mono Meals”, wie sie in den USA heißen, sind Mahlzeiten, die aus genau einem Lebensmittel bestehen. Da ihr Ursprung in der Roh-Veganen-Ernährungsszene zu sein scheint, handelt es sich bei den Lebensmitteln allen voran um Obst und Gemüse.

So darf bei der Monomahlzeiten-Diät je Mahlzeit nur eine Sorte Obst oder Gemüse gegessen werden und zwar roh und ganz ohne sonstige Zutaten, wie Öl, Zucker, Gewürze, Salz oder Pfeffer. Das ist der Haken. Dafür darf von dem jeweiligen Lebensmittel immerhin so viel gegessen werden, wie man möchte und bis man satt ist. Das ist relativ einfach umzusetzen und soll ziemlich schnelle Abnehmerfolge erzielen.

Das sind die Vorteile von Monomahlzeiten

Ganz klar, die Monomahlzeiten-Diät ist mit recht wenig Aufwand verbunden. Sie brauchen pro Tag im Prinzip nur drei verschiedene Sorten Obst und Gemüse und die müssen Sie noch nicht einmal kochen. Im Vergleich zu Diäten, bei denen drei Mal am Tag gekocht werden muss, ist das natüelich ein klarer Vorteil.

Abnehmen werden Sie mit der “Mono-Meal-Diät” ziemlich sicher und das obwohl Sie sich satt essen dürfen. Erstens aufgrund des Verzichts auf Süßigkeiten, fettige Speisen und stark verarbeitete Nahrungsmittel und zweitens, weil es sehr wahrscheinlich ist, dass Sie viel weniger essen werden. Oder denken Sie, dass Sie nach 4 Äpfeln noch einen Apfel mehr essen möchten?

Außerdem werden Monomahlzeiten als besonders gut für die Verdauung angepriesen. Da nur ein Lebensmittel pro Mahlzeit gegessen wird, hat das Verdauungssystem viel weniger Aufwand, als wenn Sie eine Pizza essen, in der Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett zusammen kommen. Tatsächlich wird genau aus dem Grund vor dem Fasten eine Art Monomahlzeiten-Tag eingelegt, um die Verdauung zu entlasten und auf den Nahrungsverzicht vorzubereiten. Hier spricht man dann von einem Entlastungstag, bei dem entweder den ganzen Tag nur Früchte, nur Kartoffeln mit etwas Tomatensauce oder auch nur Reis auf den Teller kommt.

Zuguterletzt sollen Monodiäten den Geschmack sensibilisieren. Da nur ein Lebensmittel ganz ohne Gewürze oder Geschmacksverstärker gegessen wird, fällt es viel leichter, auf den Geschmack zu achten.

Die Nachteile und Risiken der Monomahlzeiten-Diät

So schön einfach die Monomahlzeiten-Diät klingt, so hat sie doch einige Nachteile und Risiken und ist daher mit großer Vorsicht zu bewerten. Zu den Nachteilen zählen:

  • Nährstoffmangel: Zwar ist Obst und Gemüse unglaublich reich an Nährstoffen, dennoch ist die Monomahlzeiten-Diät sehr einseitig und kann daher auf Dauer zu einer Mangelernährung führen.
  • Schwer verdauliche Rohkost: Zwar werden Monomahlzeiten als sehr gut verdaulich angepriesen, doch nicht jeder verträgt Rohkost gut. Sowohl Blähung als auch andere Verdauungsbeschwerden können die Folge sein. Vor allem, wenn Sie nicht an Rohkost gewöhnt sind.
  • Nicht individuell gedacht: Insgesamt ist die Monomahlzeiten-Diät wenig individuell gedacht. Jeder Körper hat andere Bedürfnisse und jeder Mensch hat seine eigene individuell gesunde Ernährungsweise.
  • Heißhunger und Jo-Jo-Effekt: Die einseitige und monotone Ernährungsweise kann schnell zu Heißhunger und Gelüsten führen. Sobald Sie zurück zu Ihrer “normalen” Ernährung kehren, ist der Jo-Jo-Effekt sehr wahrscheinlich.
  • Wenig sozialtauglich: Zwar ist die Diät im Alltag einfach umzusetzen, doch das Essengehen mit Freunden oder gemeinsames Kochen mit der Familie fällt hierbei eher flach.

Fazit zu Monomahlzeiten

Die Monomahlzeiten-Diät ist sehr einseitig und unausgewogen und daher zum gesunden Abnehmen nicht zu empfehlen. Erstens kann es schnell zu Nährstoffmangel führen, Heißhunger auf andere Lebensmittel ist sehr gut möglich und nach Abschluss der Diät ist das Risiko eines Jo-Jo-Effekts sehr wahrscheinlich. Auch individuelle Bedürfnisse und Verträglichkeit des Einzelnen werden nicht berücksichtigt.

Wenn Sie die Vorteile für die Verdauung für sich ausprobieren möchten, so können Sie es mit einzelnen Monomahlzeiten, zum Beispiel alle paar Tage ausprobieren. Auch ein Entlastungstag alle paar Wochen, wie beim Fasten, bietet sich hier an. Die ausgewählten Lebensmittel müssen dabei nicht unbedingt roh sein, sondern können auch gekocht werden, wie zum Beispiel Kartoffeln. Achten Sie einfach darauf, was Ihnen besser bekommt.

Weitere Tipps für Ihr Wunschgewicht finden Sie auf unsere umfangreichen Themenseite Diäten. Mehr über's Fasten und Entlasten erfahren Sie auf unserer Themenseite Heilfasten .

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