26.07.2019

Glykämischer Index Schlemmen und Abnehmen mit der Montignac-Methode

Abnehmen mit der Montignac-Methode, erfahren Sie hier, wie das geht.

Foto: iStock/monkeybusinessimages

Abnehmen mit der Montignac-Methode, erfahren Sie hier, wie das geht.

Auf Basis des Glykämischen Index von Lebensmitteln soll die Montignac-Methode beim Abnehmen helfen. Genuss und Schlemmerei sollen dennoch möglich sein. Wie geht das?

Wein, Champagner, Steak und Meeresfrüchte: Was hier klingt wie Gott in Frankreich, sind Lebensmittel, die bei der sogenannten Montignac-Methode erlaubt sind. Eine Diät, die Essengehen und Schlemmen bewusst ermöglichen soll und bei der man nicht hungern muss. Anstatt Kalorien zu zählen, wird vielmehr auf die richtige Auswahl an Lebensmitteln geachtet. Welche das sind und wie die Montignac-Methode genau aussieht, erklären wir Ihnen hier.

Die Montignac-Methode: Abnehmen mit dem glykämischen Index

Die Montignac-Methode wurde vom Franzosen Michel Montignac in den 80er Jahren entwickelt. Montignac hatte selbst mit Gewichtsproblemen zu kämpfen und begann sich mit dem Thema Ernährung auseinander zu setzen. Anstelle mühsames Kalorienzählen, setzt die Montignac-Diät auf den Glykämischen Index (GI) von Lebensmitteln. Dieser gibt an, wie stark unser Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln ansteigt. Je höher der GI, umso weniger des Lebensmittels sollte im Rahmen der Montignac-Diät verzehrt werden:

  • Sehr gute Kohlenhydrate mit einem GI von unter 35: unter anderem Zucchini, Aubergine, Tomaten, schwarze Schokolade, grüne Bohnen
  • Gute Kohlenhydrate mit einem GI zwischen 35 und 50: unter anderem Vollkorn und Vollkornprodukte, Naturreis, einige Fruchtsäfte ohne Zucker, Erbsen, Süßkartoffeln Trauben
  • Schlechte Kohlenhydrate mit einem GI von über 50: unter anderem Weißmehl und Weißmehlprodukte, weißer Reis, Pellkartoffeln, Süßigkeiten, Kuchen, reife Banane

Die “sehr guten” und “guten” Kohlenhydrate werden bei der Montignac-Methode durch ausgewählte eiweiß- und fettreiche Lebensmittel ergänzt. Die Ernährungsweise soll dann insgesamt dazu führen, dass der Körper weniger Insulin ausschüttet, was sich wiederum gut auf die Fettverbrennung auswirken soll und beim Abnehmen unterstützt. Übrigens: Wein, Champagner, Steak und Meeresfrüchte haben einen GI von 0.

So funktioniert die Montignac-Methode

Die Montignac-Methode teilt sich in zwei Phasen. In der ersten Phase geht es um die Gewichtsreduzierung. Wie lange diese Phase dauert, hängt vom (Über-)Gewicht des Einzelnen ab. Die zweite Phase ist dann die dauerhafte Ernährungsweise.

  • Phase 1: In dieser Phase werden nur Lebensmittel gegessen, deren glykämischer Index unter 50 liegt. Hinzu kommen ausgewählte Fette und Eiweiße. Das Ziel dieser Phase ist der Gewichtsverlust durch eine möglichst niedrige Insulinausschüttung nach einer Mahlzeit.
  • Phase 2: Es wird weiterhin auf den Glykämischen Index von Lebensmitteln geachtet, doch nicht mehr so streng wie in Phase 1. So wird in dieser Zeit auch das blutzuckersteigende Gesamtergebnis einer Mahlzeit beachten. Beispielsweise können Lebensmittel mit einem hohen GI in einer Mahlzeit mit Lebensmitteln mit einem niedrigen GI ausgeglichen werden.

Was bringt die Montignac-Methode

Gemäß des Erfinders, soll die Montignac-Methode, die weniger eine Diät, sondern vielmehr eine langfristige Ernährungsweise sein soll, unter anderem bei Gewichtsverlust, Vorbeugung von Übergewicht sowie Diabetes Typ II und der Verminderung der Risikofaktoren für Herz- und Gefäß-Erkrankungen helfen.

Vor- und Nachteile der Montignac-Methode

Was bei der Montignac-Methode sicherlich positiv zu bewerten ist, ist der bewusstere Umgang mit Lebensmitteln, größere Mengen an Gemüse, Obst und ungesättigten Fettsäuren und geringere Mengen an stark verarbeiteten Nahrungsmitteln, wie Zucker. Je nachdem, welches Essverhalten man vorher hatte, kann der Gewichtsverlust vor diesem Hintergrund sehr wahrscheinlich erreicht werden. Ob er dann auch langfristig gehalten wird, wenn man sich nicht mehr an die Regeln der Phase 2 hält, ist die Frage.

Es wird bei der Montignac-Methode auch auf Studien verwiesen, doch Kritiker sehen diese als zu wenig aussagekräftig. Auch der Glykämische Index von Lebensmitteln wird bei Experten eher umstritten betrachtet. So kursieren teilweise unterschiedliche Listen und auch die Zubereitung eines Lebensmittel soll eine Rolle spielen. Gleichzeitig gibt es Studien, die aufzeigen, dass die Insulinantwort auf Lebensmittel beim Einzelnen durchaus unterschiedlich sein soll. Zu guter Letzt kommt ein hoher Eiweißgehalt der Diät hinzu, der teilweise sogar als Risiko bewertet wird, da zu hohe Mengen an Eiweiß in der Ernährung unter anderem die Nieren belasten können.

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Fazit zur Montignac-Methode

Auch wenn bei der Montignac-Methode viele Lebensmittel erlaubt sind, die auch ein Schlemmen zwischendurch ermöglichen, so ist die Liste verbotener Lebensmittel dennoch lang. Ob die Ernährungsweise auf Basis dessen tatsächlich langfristig im Alltag umgesetzt werden kann, ist fraglich. Hinzu kommen kritische Aspekte, wie ein sehr hoher Eiweißgehalt, welcher zur Belastung der Nieren führen kann.

Was bei der Methode außerdem zu fehlt, sind persönliche Aspekte des Einzelnen, wie individuelle Bedürfnisse, Bekömmlichkeiten usw., sowie Bewegung und Sport, die sowohl Gewicht als auch Gesundheit unterstützen. Wenn Sie möchten, nutzen Sie den Glykämischer Index bzw. die Glykämische Last von Lebensmitteln, auf denen die Montignac-Methode beruht, als Hilfestellung, doch sehen Sie sie nicht als Wundermittel zum Abnehmen.

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