04.07.2019

Kohlenhydrate erwünscht! Bei dieser Diät wird mit Ballaststoffen abgenommen

Bei der F-Factor-Diät helfen ballaststoffreiche Lebensmittel, wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Früchte, beim Abnehmen.

Foto: iStock/sveta_zarzamora

Bei der F-Factor-Diät helfen ballaststoffreiche Lebensmittel, wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Früchte, beim Abnehmen.

Mal nicht Low Carb: Kann es sein, dass eine Diät mit Kohlenhydraten beim Abnehmen helfen kann? Die F-Factor-Diät verspricht genau das und das auch noch ganz ohne zu hungern. Erfahren Sie mehr über den Diätansatz.

Bei den vielen Low-Carb-Diätansätzen der vergangenen Jahre, muss man fast doppelt hinsehen, wenn eine Diät Kohlenhydrate ausdrücklich empfiehlt. Doch bei der F-Factor-Diät ist das tatsächlich der Fall.

Diese Diät der New Yorker Diätassistentin Tanya Zuckerbrot basiert zu einem großen Teil auf Kohlenhydraten. Aber nicht irgendwelchen, sondern den gesunden und vollwertigen Kohlenhydraten und insbesondere deren wertvollen Inhaltsstoffen: den Ballaststoffen.

Die F-Factor-Diät: Abnehmen mit Ballaststoffen

Vielleicht fragen Sie sich schon, wofür das "F" in F-Factor-Diät steht. Es steht für "fiber", zu deutsch Ballaststoffe oder auch Faserstoffe. Der Anteil pflanzlicher Nahrungsmittel, meist Kohlenhydrate, die der Körper zwar nicht verstoffwechseln kann, die jedoch zahlreiche gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Und genau aus diesem Grund ist Tanya Zuckerbrot auf die Idee mit den Ballaststoffen gekommen.

Ursprünglich als Ernährungsplan für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes aufgesetzt, hat die Diätassistentin festgestellt, dass ihre Klienten mit der ballaststoffreichen Ernährungsweise nicht nur weniger Beschwerden haben und sich insgesamt besser fühlen, sondern auch abnehmen.

Daraus ist ihre F-Factor-Diät entstanden, die neben ballaststoffreichen und vollwertigen Lebensmitteln außerdem auf mageren Proteinen, wie hellem Fleisch, Fisch und fettarmen Milchprodukten, basiert. Sowohl die Ballaststoffe als auch die Proteine führen zu einem länger anhaltendem Sättigungsgefühl und damit insgesamt weniger Kalorien: abnehmen ohne zu hungern sozusagen.

Bei der F-Factor-Diät wird auf nichts verzichtet

Das Besondere an der F-Factor-Diät ist, dass sie nicht auf Verzicht basiert. Im Gegenteil: Neben den vollwertigen Kohlenhydraten, darf ab dem ersten Diättag auswärts gegessen werden und sogar Alkohol getrunken werden. Tanya Zuckerbrot glaubt nicht an Diätansätze, die auf Verzicht basieren, daher ist die Diät auch eigentlich vielmehr eine langfristige Ernährungsweise, in der es in diesem Fall vor allem darum geht, den Anteil an Ballaststoffen in der Ernährung zu erhöhen.

Denn die pflanzlichen Faserstoffe werden von der Mehrzahl der Amerikaner (und übrigens auch den Deutschen) in viel zu geringen Mengen gegessen. Während 28 bis 35 Gramm pro Tag in den Ernährungsrichtlinien für Amerikaner empfohlen werden, so kommen nur ca. 5 Prozent der Amerikaner auf diese Menge.

So funktioniert die F-Factor-Diät

Auch wenn die Diät als dauerhafte Ernährungsweise gedacht und sicherlich auch durchführbar ist, beginnt sie dennoch mit einer etwas strengeren Phase zu Beginn. In dieser ersten Phase sollen 35 Gramm Ballaststoffe gegessen werden, aber nur 45 Gramm Netto-Kohlenhydrate. Dabei handelt es sich um die Menge an Kohlenhydraten, die übrig bleibt, wenn die Ballaststoffe abgezogen werden. Der dauerhafte Teil der "Diät" ist dann insgesamt gesund, nährstoffreich, ballaststoffreich und beinhaltet 125 Gramm Netto-Kohlenhydrate.

Zu den Lebensmitteln, die im Fokus der F-Factor-Diät stehen, zählen ballaststoffreichste Lebensmittel, wie:

  • Gemüse, wie Karotten, Rote Bete, Brokkoli, Mangold, Spinat, Artischocken, Kartoffeln, Süßkartoffeln
  • Früchte, wie Banane, Apfel, Mango, Beeren
  • Bohnen und Hülsenfrüchte, wie Kichererbsen, Sojabohnen, Erbsen, weiße Bohnen, Linsen
  • Vollkorn und Vollkornprodukte, wie Vollkornreis, Vollkornweizen, Vollkorndinkel

In ihrem gleichnamigen Buch "The F-Factor-Diet – Discover the Secret to Permanent Weight Loss" erklärt die US-Amerikanerin die Ernährungsweise im Detail. Mittlerweile hat sie außerdem eigene Produkte, die den Namen "F-Factor" tragen auf den Markt gebracht. Die Riegel und Pulver sind natürlich reich an Ballaststoffen.

Warum Blitzdiäten kurzfristig wirken – aber trotzdem schädlich sind

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Fazit zur F-Factor-Diät: Altbewährtes neu aufgesetzt

Im Prinzip ist die F-Factor-Diät keine revolutionär neu gedachte Ernährungsweise. Eine vollwertige und ballaststoffreiche Ernährung wird schon seit Jahren sowohl von der amerikanischen als auch der deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen und die Problematik ist tatsächlich, dass viele Menschen zu wenige Ballaststoffe essen.

Dabei sind Ballaststoffe ein Schlankmacher, indem sie unter anderem länger satt halten, vor Heißhunger schützen und auch die Verdauung anregen. Hinzu kommen weitere gesundheitliche Vorteile, wie ein stabilerer Blutzucker, eine positive Wirkung auf Blutfettwerte sowie die Unterstützung der Darmflora und eines insgesamt gesunden Darms.

Auch der Ansatz der New Yorker Diätassistentin, die Diät mehr als langfristige Ernährungsweise zu sehen und gleichzeitig nicht in Verzicht zu denken, ist gut gedacht. Denn Crash- und andere kurzfristig gedachte Diäten führen tatsächlich meist zum Jojo-Effekt.

Probieren Sie einfach aus, auf mehr Ballaststoffe in Ihrer Ernährung zu achten und beobachten, wie es Ihnen damit geht – sowohl was Hunger- und Sättigungsgefühl, als auch Ihr Gewicht betrifft. Beachten Sie dabei, ausreichend zu trinken und die Menge an Ballaststoffe langsam zu steigern, denn für die Verdauung kann eine große Menge an Ballaststoffen von heute auf morgen erst einmal eine Herausforderung sein.

Die bunt gemischte Welt der Diätansätze lernen Sie auf unserer Themenseite Diäten kennen. Mehr über Ihren Darm und die Verdauung erfahren Sie auf unserer Themenseite Verdauung.

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