29.06.2018

Experten-Interview Abnehmen mit Genuss: Anleitung zum richtigen Basenfasten

Was ist Basenfasten und wie funktioniert es? Eine erste Anleitung gibt uns Sabine Wacker, die Mitgründerin des Prinzips "Basenfasten - die Wacker-Methode®".

Foto: iStock/RossHelen

Was ist Basenfasten und wie funktioniert es? Eine erste Anleitung gibt uns Sabine Wacker, die Mitgründerin des Prinzips "Basenfasten - die Wacker-Methode®".

Essen, satt werden, genießen und dabei abnehmen und entgiften? Das geht mit Basenfasten. bildderfrau.de hat der Begründerin von "Basenfasten nach Wacker" die wichtigsten Fragen zu ihrem Fastenansatz gestellt. Mit dieser Anleitung geht Fasten jetzt ganz leicht.

Fasten wird meist mit Verzicht und Hungern in Verbindung gebracht. Feste Nahrung wegzulassen und nur auf Gemüsebrühe und Fruchtsäfte zurückzugreifen, schreckt viele ab. Doch es geht auch anders: mit Basenfasten. Eine Anleitung zum Basenfasten zu entwickeln, bei der man nicht hungert, die alltagstauglich und dennoch effektiv ist, haben sich Sabine Wacker und ihr Mann, Dr. med. Andreas Wacker, vorgenommen, als sie Ende der 1990er-Jahre "Basenfasten nach Wacker" ins Leben gerufen haben.

bildderfrau.de hat mit der Basenfasten-Expertin und Begründerin der Methode "Basenfasten nach Wacker" gesprochen. Sabine Wacker ist Heilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Autorin mehrerer Bücher zum Basenfasten. Sie hat uns die 20 wichtigsten Fragen zum Basenfasten beantwortet und dabei zahlreiche wertvolle Tipps mitgegeben.

Erfahren Sie unter anderem, warum man eine Basenfasten-Kur machen sollte, wie Sie merken, dass Sie übersäuert sind, welche positiven Effekte Basenfasten auf den Körper hat, wie lange eine Kur dauern sollte, was die wichtigsten Tipps zur Durchführung sind, was Sie für die Basenfastenkur unbedingt zu Hause haben sollten und was die besten Ratschläge für eine basische Ernährung im Alltag sind.

Anleitung zum Basenfasten: Was macht die Fastenmethode besonders?

bildderfrau.de: Frau Wacker, was unterscheidet Basenfasten von anderen Fastenmethoden?

Sabine Wacker: Basenfasten heißt essen, satt werden und genießen. Obst, Gemüse, Kräuter, Keimlinge, Samen, viele Nüsse und die leckeren Öle werden zu köstlichen Gerichten verarbeitet.

Was sind die größten Irrtümer zum Thema Basenfasten?

Dass man dabei darben muss und einen Nährstoffmangel, oder auch Eiweißmangel, bekommen könnte.

Was macht "Basenfasten nach Wacker" besonders?

Dass man ohne die üblichen Fastenkrisen fitter und schlanker wird und jede Menge Ideen für eine gesündere Lebensweise nach dem Basenfasten bekommt.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene: Ist Basenfasten das richtige für Sie?

Warum sollte man eine Basenfasten-Kur machen?

Um seine Ernährungs- und Lebensweise mal wieder in geordnete Bahnen zu lenken und wieder achtsamer mit sich umzugehen.

Welche positiven Effekte hat eine Basenfasten-Kur?

Viele Menschen berichten von einem besseren Allgemeinzustand, sie fühlen sich fitter, und nicht selten hören wir Berichte von weniger Schmerzen, besserer Verdauung und schönerer Haut.

Das klingt toll! Woher weiß ich, dass ich übersäuert bin bzw. dass ich eine Basenfasten-Kur brauche?

Übersäuerung lässt sich tatsächlich nicht so ohne weiteres messen, dafür aber spüren. Jeder Mensch, der ein halbwegs gutes Gefühl für seinen Körper und für seine Seele hat, spürt genau, wann er mal wieder auf mehr Obst und Gemüse zurückgreifen und mal wenigstens für ein oder zwei Wochen auf seine ungesunden Ernährungsgewohnheiten mit zu viel Fleisch, Brot, Süßem, Kaffee und Alkohol verzichten sollte.

Vitalitätsverlust, aber auch Probleme wie Infektanfälligkeiten, Verdauungsbeschwerden, Schmerzen, Entzündungen, Allergien und Nahrungsmittelintoleranzen können auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt hinweisen.

Kann man mit Basenfasten auch abnehmen?

Gewichtsabnahme ist tatsächlich ein bei vielen Menschen erwünschter Nebeneffekt des Basenfastens. Je nach Alter, Geschlecht und Lebensweise sind mit unserer Anleitung zum Basenfasten innerhalb von einer Woche 1 bis 4 Kilo möglich. Hier sind Frauen ganz klar im Nachteil. Besonders ab Beginn der Wechseljahre purzeln die Pfunde deutlich langsamer.

Sie bewegen sich ausreichend, ernähren sich gesund – und nehmen trotzdem zu? Das hilft bei Gewichtzunahme in den Wechseljahren.

Was, wenn man noch nie gefastet hat: Ist Basenfasten auch für Einsteiger geeignet?

Basenfasten eignet sich bestens für Einsteiger, die Hemmschwelle ist im Gegensatz zum Fasten doch deutlich niedriger.

Für wen ist Basenfasten nicht geeignet?

Generell ist Basenfasten für jeden geeignet mit wenigen Ausnahmen: Schwangere, Stillende, Menschen mit Essstörungen und schwerstkranke Menschen im Endstadium. Kindern empfehlen wir Basenfasten nur bei Übergewicht – hier würde aber auch schon eine dauerhafte basenreiche Ernährung genügen.

Praktische Tipps zur richtigen Durchführung vom Basenfasten finden Sie auf der folgenden Seite ...

 

Basenfasten: Die besten Tipps zur Durchführung

Wie lange sollte eine Basenfasten-Kur dauern?

Ideal sind 7 bis 10 Tage. Sie kann auch 14, in Ausnahmefällen auch mal 21 Tage dauern. Menschen, die auf keinen Fall abnehmen wollen oder dürfen, sollten eine Woche nicht überschreiten.

Sie arbeiten mit zahlreichen Hotels zusammen, die Basenfasten anbieten. Kann man auch von zu Hause aus fasten?

Natürlich kann man von zu Hause aus basenfasten. Es kommt sehr auf den Menschentypen an, wie leicht oder schwer basenfasten zu Hause dann ist, wenn der Partner oder die Familie nicht mitmacht. Ein umfassenderes Erholungserlebnis beim "Basenfasten nach Wacker" hat man sicher im Hotel, bei dem man sich um nichts als um sich selbst kümmern muss und mit basischer Vollpension verwöhnt wird.

Welche Tipps haben Sie zur Vorbereitung auf das Basenfasten?

Ideal sind 3 Vorbereitungstage, bei denen man auf alles koffeinhaltige Getränke verzichtet: Kaffee, Schwarztee, Grüner Tee, Matetee. Nudel- und Fleischfans tun sich leichter, wenn sie ihren Obst- und Gemüsekonsum schon mal erhöhen, um sich an das neue, andere Sättigungsgefühl zu gewöhnen.

Was sind Ihre 3 wichtigsten Tipps für ein erfolgreiches Basenfasten?

1. Die drei Mahlzeiten pro Tag zu den gleichen Uhrzeiten einnehmen. 2. Gut und langsam kauen. 3. Abends keine Rohkost mehr.

Was sollte man fürs Basenfasten unbedingt zu Hause haben?

Stilles Wasser, Kräutertee, Obst und Gemüse der Saison, einen Vorrat an Kartoffeln, Erdmandelflocken fürs Müsli, Mandeln, Paranüsse und andere basische Nüsse, Oliven, frische Kräuter und Keimlinge sowie mindestens 2 Sorten Öl.

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Oftmals kann Fasten zu Entgiftungs- und Entsäuerungssymptomem führen – wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwindel. Was sind Ihre Tipps zum Durchhalten?

Die sogenannten Entsäuerungssymptome sind in den allermeisten Fällen Koffeinentzugssymptome. Wer koffeinhaltige Lebensmittel drei Tage vor der Kur absetzt, fühlt sich in der Regel ab dem 1. Basenfasten-Tag wohl. Sollte das nicht so sein, hilft mehr Trinken, Bewegung, oft auch eine Darmreinigung.

Muss ich während der Basenfasten-Kur hungern?

Überhaupt nicht. Beim Basenfasten werden keine Kalorien gezählt. Zu viel basisches Futtern ist allerdings auch kontraproduktiv, weil dann oft doch zu schnell gegessen und schlecht gekaut wird, was die Verdauung belastet und zu Blähungen führen kann.

Kann es während dem Basenfasten zu Mangelerscheinungen kommen?

Wenn man sich an meine Anleitung zum Basenfasten hält und nur reifes Obst und Gemüse, aber auch viel Kräuter, Keimlinge und Nüsse verzehrt, sind Mangelerscheinungen nicht zu erwarten.

Nach dem Basenfasten: Hilfreiche Tipps für eine gesunde Ernährung im Alltag

Wie nachhaltig ist Basenfasten: Gibt es einen Jo-Jo-Effekt?

Das hängt sehr von der Persönlichkeit des Basenfasters ab. Ziel dieser Kur ist ja, sein Geschmacksempfinden zu verfeinern, bewusster zu essen und damit auch danach sein Essverhalten bewusster zu gestalten. Nicht selten braucht es zwei oder mehr solcher Kuren, um alte Essgewohnheiten allmählich loszuwerden.

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Wie oft sollte man basenfasten?

Je nachdem, wie „sauer“ die übrige Lebensweise ist und wie schnell man doch wieder in alte Essgewohnheiten verfällt, 1 bis 2 mal im Jahr.

Was sind die wichtigsten Tipps für eine gesunde und basische Ernährung im Alltag?

Meine besten Tipps für basische Ernährung im Alltag sind:

  • einmal täglich Obst, einmal täglich Salat, mindestens einmal täglich Gemüse essen
  • bevorzugt Wasser und Kräutertee trinken
  • für den plötzlichen Hunger immer basische Snacks dabei haben: Nüsse, basische Kekse
  • zu Hause immer etwas Basisches für die schnelle Küche auf Vorrat haben: vorgekochte Rote Beete, Avocados, Oliven, vorgekochte Kartoffeln, Wacker Mousse zur Kartoffel oder aufs Brot
  • zu regelmäßigen Zeiten essen

Und noch etwas persönliches: Wie sind Sie zum Basenfasten gekommen? Und wie häufig fasten Sie?

Mit Ernährung beschäftige ich mich seit meiner Kindheit, da ich aus einem Hotel komme. Ich habe mich fast allen wichtigen Ernährungsformen beschäftigt, sehr viel experimentiert und wollte immer einen Weg finden, Gesundheit über die Ernährung zu beeinflussen. Daraus habe ich dann 1997 die Methode "Basenfasten nach Wacker" entwickelt. Ich ernähre mich weitgehend basenreich, lege immer mal wieder basische Tage ein oder mache dann eine Woche Basenfasten.

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Sabine Wacker ist Heilpraktikerin mit Medizinstudium und hat sich auf Ernährungsberatung und Entgiftung spezialisiert. Gemeinsam mit ihrem Mann Dr. med. Andreas Wacker ist sie Begründerin von Basenfasten – die Wacker-Methode®. Sie hat zahlreiche Bücher zu den Themen Basenfasten, Entgiften und Schüßler-Salze geschrieben, wie unter anderem „Basenfasten – die Wacker-Methode“, „Basenfasten – Das Kochbuch“ und „Basenfasten deluxe – Das Kochbuch“, erschienen im TRIAS Verlag. Mehr über "Basenfasten nach Wacker" finden Sie auf der Website www.basenfasten.de.

Eine basische Ernährung ist eine von vielen Methoden, die zu mehr Wohlbefinden führen kann. Noch mehr Tipps für eine ausgewogene Ernährung lesen Sie in unserer Ernährungs-Kolumne "Natürlich Nadine". Auf unserer Themenseite finden Sie außerdem alles Wissenswerte zu Diäten und anderen Fasten-Methoden.

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