06.03.2017

Ganz oder gar nicht So viel nimmt man mit drei Tagen Fasten wirklich ab

Foto: iStock/ALLEKO

Bringt Fasten wirklich etwas? Ich habe es drei Tage lang ausprobiert! Und mein Selbstversuch zeigt: es kann sich wirklich lohnen!

Seit Jahren versuche ich die lästigen 25 Kilo, von denen ich nicht mal genau weiß, wo die überhaupt her kommen, los zu werden. Tag täglich befinde ich mich im Kampf um gesunde Ernährung und ausreichend Sport. Vor allem weil liebe nette Kollegen stets und ständig Leckereien mit in die Redaktion bringen!

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Welche Frau kennt das nicht?

Doch der Gedanke, dass ich nicht allein bin, tröstet mich immer weniger. Ich will endlich wieder in meine alten schönen Sachen passen, mich nicht mehr in Jeans reinquälen und mit über den Bund quellenden Speckröllchen kämpfen. Viel wichtige aber: ich will gesund sein.

Jedes Kind weiß mittlerweile, dass Kohlenhydrate dick machen und Zucker krank. Aber es konsequent wegzulassen fällt dann doch irgendwie immer wieder schwer. Für mich deshalb ein Grund, nach unzähligen Abnehm-Versuchen mit diversen, gängigen Methoden, mal das Fasten auszuprobieren.

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Die Vorstellung, tagelang nichts zu essen, war mir bis dato immer unheimlich. Überlebt man das überhaupt? Verhungert man da nicht? Vor allem: Brühe, Wasser und ungesüßter Tee werden auch irgendwann langweilig. Und trotzdem: Ich will was ändern und das auf radikalem Weg!

Seit Monaten schon habe ich mich mit dem Fasten beschäftigt, allein schon wegen der heilenden Wirkung für den gebeutelten Darm, konnte mich aber eben nie dazu durchringen, es auch zu machen. Bis jetzt. Sonntag abend Anfang Februar habe ich mir einfach gesagt: „Ab morgen fastest du. Mindestens drei Tage!“

Tag 1: Von einem Tag auf den anderen

Obwohl überall steht, dass man vor dem Fasten einen Gewöhnungstag mit viel Gemüse einlegen sollte, habe ich mich für die radikale Variante entschieden. Am Sonntag gab es noch Rest-Kuchen vom Geburtstag, Montag dann nur noch Wasser, Brühe und Tee.

Weil ich Sonntag noch so viel gegessen hatte, viel es mir nicht schwer, Montag auf das Frühstück zu verzichten und mich mit Wasser zu begnügen. Gegen Mittag fing mein Magen dann aber doch zu knurren an. Ein Glas Gemüse-Brühe ließ ihn aber sofort verstummen.

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Aus dem Reformhaus hatte ich mir noch Gemüsesaft besorgt, von dem ich ebenfalls ein Glas über den Tag verteilt trank. Immer wenn auch nur der leiseste Hunger kam, trank ich. In der Redaktion über zwei Liter Wasser Plus Brühe. Und es funktionierte erstaunlich gut! Selbst den alltäglichen Versuchungen des Büro-Alltags konnte ich widerstehen.

Der Chef brachte Kuchen mit, den ich eiskalt links liegen ließ. Man, war ich stolz! Einziger Minuspunkt: Man wird irgendwie asozial. Während alle Kollegen sich zum Mittagessen verabreden, bleibe ich bei meinem Wasser am Platz sitzen.

Rausgehen oder mitgehen, um mir was vor-essen zu lassen, wollte ich mir dann doch ersparen. Zu Hause ging es dann weiter. Hunger? Trinken! Und ab ins Bett.

Tag 2: Energielosigkeit? Pah!

Anders als empfohlen habe ich mir über die Fastenzeit nicht frei genommen, um zu entspannen, sondern ganz normal gearbeitet. Eine Nebenwirkung des Fastens ist die Energielosigkeit, doch von der wurde ich zum Glück verschont! Morgens gab es erstmal wieder ein großes Glas Wasser.

Tee zu machen war mir im Büro einfach zu müßig. Was ich nicht für möglich gehalten hätte: Der Magen gewöhnt sich ziemlich schnell an die Flüssignahrung, der Hunger wurde immer weniger. Dass es im Büro wieder Kuchen gab ließ mich erneut kalt. Und zwar mühelos. Ich wollte das einfach durchziehen!

Die Pause verbrachte ich allerdings wieder allein, ging nicht einmal raus um den Block. Meine Aufmerksamkeitsspanne war zwar tatsächlich geringer als sonst, doch wirklich schwach und energielos habe ich mich nicht gefühlt. Auch von Kopfschmerzen durch den Zuckerentzug konnte zum Glück keine Rede sein.

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Richtig schwer wurde es jedoch abends: Wenn der Mann Hunger hat, dann muss Essen auf den Tisch! Kurioserweise hat mich das gar nicht gestört und so habe ich einfach mal ein leckeres Hähnchen-Curry mit Cashewnüssen und Kokosmilch gezaubert. Zugegeben: Ich hätte gerne mitgegessen und habe meinem Mann förmlich an den Lippen gehangen, als er das cremige Curry verputzte, aber ich blieb stark und war wieder einmal sehr stolz auf mich.

Das Beste: Laut meinem Mann hat es sogar ohne vorheriges Abschmecken gut geschmeckt. Mein Abendessen hingegen bestand aus einer Kanne Tee.

Um den Detox-Prozess maximal voranzutreiben, nahm ich abends noch einen Einlauf vor. Selbst das war nur halb so schlimm wie gedacht. Man, freute ich mich schon auf das Ergebnis auf der Waage!

Tag 3: Die Lust aufs Essen nimmt zu

So langsam packte einen dann doch die Lust aufs Essen. Nicht weil man so unsterblichen Hunger hat, der lässt sich durch das viele trinken super vertreiben, sondern einfach weil essen Spaß macht! Es ist schön, mit den Kollegen mittags essen zu gehen. Und es ist schön, etwas zu kauen. Das hat mir in der Zeit eigentlich am meisten gefehlt.

Obwohl ich mir hochbeflügelt vorgenommen hatte, länger als drei Tage zu fasten, weil es einfach so gut lief, fing ich an zu schwächeln. Als mein Mann sich abends Spiegeleier briet, war ich drauf und dran, mir auch ein paar Eier in die Pfanne zu hauen.

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Doch ausgerechnet mein Mann, der so gar nichts vom Fasten hielt, ermutigte mich, den dritten Tag jetzt auch noch durchzuhalten. Und das tat ich auch. Absolut positiv ist mir meine Haut aufgefallen: Wo vorher dicke Pickel und Entzündungen hausten, war nun ein schönes Hautbild zu sehen. Alles heilte ab und nichts Neues kam nach. Das viel sogar meiner Kollegin auf!

Fazit: Kilos runter, Motivation hoch!

Nach drei Tagen Fasten hat die Waage tatsächlich 3,6 Kilo weniger angezeigt. Natürlich ist das meiste davon Wasser, doch für meine Motivation war das ein regelrechter Kick!

Zudem hat sich mein Hautbild extrem verbessert, was mich ebenfalls positiv gestimmt hat. Die Kunst am Fasten ist jedoch, danach konsequent weiter zu machen und sich gesund zu ernähren. Sonst bringt die beste Methode nichts...

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