08.01.2016

Entschlackung Legen Sie doch mal eine Fastenkur ein!

Foto: © iStock / knape

Zeit zu fasten! Der Jahresanfang ist ein guter Zeitpunkt, um eine Fastenkur einzulegen. Sie befreit vom Ballast der vergangenen Monate, schärft das Bewusstsein und macht fit für das kommende Jahr.

Auch die christliche Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bietet sich für einen Fastenversuch an – in dieser Zeit finden Sie sicherlich sogar Weggefährten im Bekanntenkreis. Das Frühjahr, als Zeit des Neubeginns nach dem „gemütlichen“ Winter, ist ebenfalls eine traditionelle Fastenzeit, um Schlacken loszuwerden und den Stoffwechsel hochzufahren.

Doch ob Sommer, Frühling oder Herbst: Vor allem sollten Sie sich auf Ihr Bauchgefühl verlassen, wenn es um die Frage geht, wann und mit welcher Methode Sie fasten wollen.

Warum fasten?

Das Heilfasten ist eine gründliche innere Reinigung und Entgiftung des Körpers. Der Darm wird saniert – eine gute Grundlage für eine langfristige Ernährungsumstellung. Das Gewebe wird entschlackt, die Haut dadurch straffer und Cellulite gemildert.

>> So bekämpfen Sie Cellulite

Durch die stark eingeschränkte Kalorienzufuhr zapft der Körper Energiereserven an und reduziert den Stoffwechsel: Man nimmt ab.

Das Fasten ist aber nicht einfach eine Nulldiät! Ganz im Gegenteil. Je nachdem, für welche Methode Sie sich entscheiden, gibt es ein ganz bestimmtes „Ernährungsprogramm“. Das Heilfasten soll auf neue Essgewohnheiten vorbereiten, den Körper reinigen, entgiften und regenerieren – dass dabei auch Pfunde purzeln, ist natürlich ein willkommener Zusatzeffekt.

Doch nicht nur das körperliche Wohlbefinden kann durch Fasten gesteigert werden. Fastende erleben die Zeit intensiver, das ganze Leben verlangsamt sich, die Wahrnehmung wird geschärft. Das Gehirn „belohnt“ den Verzicht sogar mit der Ausschüttung des Glückshormons Endorphin!

Eine durchgehaltene Fastenkur macht nicht nur gesund, sondern auch stolz – und hebt das Selbstbewusstsein.

So funktioniert das neue Eierfasten

Wer sollte fasten, wer nicht?

Obwohl Fastenkuren bei bestimmten chronischen Leiden wie Rheuma nachweislich gut tun, dürfen chronisch Kranke oder Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, nur nach Absprache mit ihrem Arzt und unter seiner Aufsicht fasten. Es kann auch sein, dass ein Fasten aus medizinischer Sicht gar nicht in Frage kommt. Dasselbe gilt für Übergewichtige, Menschen mit Essstörungen, schwangere und stillende Frauen, für Kinder und für Menschen mit Herzleiden.

Gesunde dürfen auch ohne ärztliche Aufsicht fasten, jedoch möglichst nicht länger als eine Woche.

Das sollten Sie beachten

Trinken, trinken, trinken: Mindestens zweieinhalb Liter Wasser oder Tee pro Tag. Dadurch wird die Flüssigkeit ersetzt, die der Körper normalerweise über die Nahrung aufnimmt.

Unbedingt bewegen: Spaziergänge an der frischen Luft gehören bei manchen Fastenkuren sogar zum Programm (Buchinger). Vor allem verhindert Bewegung jedoch den Abbau von Muskelmasse.

Vorsicht bei Krankheit: Wer aus gesundheitlichen Gründen fasten möchte, etwa gegen Rheuma, muss dies immer in Absprache mit seinem Arzt tun.

Vor und nach dem Fasten: Um den Körper auf die Fastenzeit einzustellen, sind ein bis drei Entlastungstage notwendig, an denen leichte und ballastreiche Nahrung gegessen wird, wie Reis und Obst. Auch das Ende der Fastenkur darf nicht von heute auf morgen erfolgen. Auf das „Fastenbrechen“ folgen drei bis vier Aufbautage, um den Körper langsam wieder an feste Nahrung zu gewöhnen.

Durchhalten: Bei längeren Fastenkuren sind die ersten drei Tage die schlimmsten. Dann drehen sich die Gedanken unentwegt um das Essen und der Körper ist in einer Umstellungsphase. Ist die erste Zeit aber überstanden, stellen sich Glücksgefühle ein, denn schon nach wenigen Tagen veranlasst das Gehirn die Produktion von Endorphinen („Glückshormonen“).

So funktioniert das neue Eierfasten

Fasten ist nicht gleich Fasten

Ob ein Tag oder auch nur eine Mahlzeit – fasten bedeutet immer den Verzicht auf Nahrung.

Auch für längere Fastenzeiten gibt es die unterschiedlichsten Methoden.

Die bekanntesten fünf Fastenkuren im Überblick:

1. Fasten nach F. X. Mayr

Schonung, Säuberung, Schulung – das sind die drei Säulen, auf denen die Kur des österreichischen Arztes F. X. Mayr basiert, die zu einer langfristigen Ernährungsumstellung führen soll. Zur Entlastung der Verdauungsorgane („Schonung“), legen Sie zunächst zwei Tage Schonkost ein: mit frischem Obst und Gemüse, wenig Salz und Fett, dazu drei bis fünf Litern Wasser, Tee oder Brühe.

Ebenfalls zur Vorbereitung wird der Darm mittels Bittersalz und Einläufen entleert („Säuberung“). Nun beginnt die spezielle Heilkost: die Semmeldiät. Mit je fünf Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten, dürfen Sie morgens, mittags und abends je ein altbackenes Brötchen genießen. Jeden Bissen sollten Sie mindestens 30-mal kauen, um das Langsam-Essen zu trainieren („Schulung“). Nach jedem Bissen gibt es ein Schlückchen Milch, insgesamt einen halben Liter pro Tag. Die Kur dauert mindestens drei Wochen.

2. Fasten nach Buchinger

Beim bekannten Heilfasten nach Buchinger ist gar keine feste Nahrung erlaubt. Nach zwei Entlastungstagen mit Reis, Obst und Gemüse und einer kompletten Darmentleerung, ernährt sich der Fastende nur von Tee und Wasser. In Maßen sind auch Säfte und Gemüsebrühe erlaubt.

Die Dauer dieser Trinkkur können Sie grundsätzlich selbst bestimmen, sie sollte jedoch zwischen fünf und 14 Tagen liegen. Die originale Buchinger-Kur dauert jedoch drei Wochen und sollte in einer Spezialklinik durchgeführt werden. Der Erfinder dieser Fastenkur, Dr. Otto Buchinger heilte auf diese Weise angeblich sein Gelenkrheuma.

3. Schrothkur

Diese Kur soll vor allem die Selbstreinigung des Körpers anregen und innere Schlacken abbauen. Da zum Programm neben Schrothdiät und Trinkkur auch tägliche Dunstwickel gehören, eignet sie sich nicht für zuhause. Es gibt Kurzentren und Kliniken, die Schrothkuren anbieten. Je nach Dauer (ein bis vier Wochen) und Programm der Klinik variiert die Kur etwas. Grundsätzlich wechseln sich jede Woche drei Trockentage, an denen nur 500 ml getrunken werden dürfen, mit vier Trinktagen ab, an diesen Tagen trinkt der Fastende so viel er will – sogar ein Glas trockener Wein ist erlaubt!

Die kalorienarme Schrothdiät, die während der Kur gehalten wird, ist rein pflanzlich: Es gibt Gemüse, Obst und Vollkornbrot. Der dritte Bestandteil der Schrothkur sind die täglichen Dunstwickel, die den Stoffwechsel anregen sollen.

4. Suppenfasten

Bei dieser Fastenform wird auf feste Nahrung verzichtet. Erlaubt sind jedoch Suppen! So sind drei warme Mahlzeiten pro Tag garantiert. Die kräftigen Suppen zum Mittag- und Abendessen bestehen aus Kartoffeln mit Kohl oder anderem Gemüse oder Getreide.

Grundlage der milderen Frühstückssuppen ist Getreide, wie zum Beispiel Hafer. Überschüssige Säuren werden gebunden, der Körper entgiftet, Pfunde purzeln. Wasser, Tee und frisch gepresste Säfte runden das Programm ab.

5. Obstfasten

Obst so viel und welche Sorten Sie wollen – das Obstfasten ist etwas für Süßschnäbel, die gut auf warme Mahlzeiten verzichten können. Da Obst von Natur aus wenig Kalorien, aber alle lebensnotwendigen Vitamine, Spurenelemente, Enzyme und Mineralstoffe enthält, können Sie sich nicht nur satt essen, Sie sollen es sogar!

Früchte entschlacken den Körper und bringen den Stoffwechsel ins Gleichgewicht. Besonders Ananas, Kiwis und Papayas gelten als Fatburner und kurbeln die Fettverbrennung aktiv an. Wassermelone schwemmt Giftstoffe aus Körper und Gewebe und hilft so gegen Cellulite. Das Obstfasten sollte dennoch nur maximal eine Woche dauern. Für Entgiftung und Vitalkick reichen schon ein oder zwei Obsttage in regelmäßigen Abständen.

Mehr zum Thema Heilfasten

Mehr zum Thema Cellulite

Coronavirus: Das alles sollten Sie jetzt wissen

Coronavirus: Das alles sollten Sie jetzt wissen

Beschreibung anzeigen