11.06.2018

Körperfett berechnen Die besten Methoden zur Körperfettanalyse

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Bestimmte Waagen können eine Körperfettanalyse durchführen. Doch sind diese verlässlich?

Foto: iStock/ShotShare

Bestimmte Waagen können eine Körperfettanalyse durchführen. Doch sind diese verlässlich?

Fett ist essentiell für den Körper, daher sollte der Anteil weder zu hoch noch zu niedrig sein, denn wir benötigen Fett vor allem als Energielieferant und Hormonbaustein (Frauen sollten nicht weniger als 12 Prozent Körperfett haben, Männer sollten die 6-Prozent-Marke nicht unterschreiten). Doch wie lässt sich der Körperfettanteil ermitteln?

Mit einer Körperfettanalyse lässt sich der Fett-, Wasser- und Muskelanteil eines Körpers genau errechnen. Der ideale, individuelle Fettanteil ist von mehreren Faktoren abhängig, u.a. Geschlecht, Alter, Körperbau und sportlicher Aktivität.

Doch wie lässt sich der Fettanteil des Körpers ermitteln? Es gibt verschiedene Methoden zur Ermittlung bzw. Berechnung, die sich in ihrer Exaktheit ziemlich unterscheiden. Wir stellen Ihnen die besten Methoden für die Körperfettanalyse vor.

Körperfettanalyse: So ermitteln Sie Ihren Anteil an Körperfett

Ohne Messgerät lässt sich der Körperfettanteil nicht bestimmen. Die Ermittlung des Körperfettanteils kann ziemlich teuer und aufwendig sein. So beispielsweise bei dem – allgemein als die genaueste Methode (gerade mal 1,5 Prozent Ungenauigkeit) bezeichnetes – hydrostatisches Wiegen.

Dabei wird das Körpergewicht unter Wasser sowie die verdrängte Menge an Wasser ermittelt. Diese Methode wird professionell in Universitäten und Krankenhäusern durchgeführt und kostet i.d.R. um die 150 Euro. Doch welche preiswerteren Wege gibt es, um das eigene Körperfett zu analysieren?

Wie genau sind Körperfettwaagen?

Der einfachste Weg – ob im Fitnessstudio, in der Arztpraxis oder zu Hause – ist wohl die Berechnung mittels einer Körperfettwaage. In dieser befinden sich Elektroden, die leichten Strom durch den Körper schicken. Fett, Wasser, Muskeln und anderes Gewebe leiten diesen völlig ungefährlichen Strom unterschiedlich gut, Fett hat einen vergleichsweise niedrigen Widerstand.

Ein in der Waage eingebauter Mini-Computer errechnet das Verhältnis der Werte zueinander. Aber: Diese Waagen, vor allem jene für den Heimgebrauch, liefern i.d.R. nur sehr ungenaue Ergebnisse. Sie messen nur den Unterkörper, nicht aber den Fettanteil an den anderen Körperteilen, da der Strom nicht bis zum Oberkörper gelangt (Gleiches gilt übrigens umgekehrt für Körperfett-Messgeräte, die in der Hand gehalten werden). Zudem können gewisse Faktoren, wie z. B. eine volle Blase oder schwitzige Füße, die Berechnung beeinflussen.

Akkurater sind die Ergebnisse von Körperfettwaagen mit einem Ultraschall-Scanner, die oft in Fitnessstudios und Arztpraxen eingesetzt werden. Der Ultraschall wird an verschiedenen Körperstellen von den Gewebeschichten reflektiert. Aus diesen Ergebnissen lässt sich die Dicke vom sogenannten subkutanem Fett, also dem "Unterhautfett", bestimmen.

Hautfaltendicke mittels Caliper messen

Einfach, beliebt und vor allem ziemlich genau ist die Caliper-Zangen-Methode: Dabei wird eine Hautfalte mit den Fingern zusammengedrückt, deren Dicke anschließend mit einem Caliper, also einem Zangenmessgerät, ermittelt wird.

Bestenfalls wird diese Messung an verschiedenen Körperstellen durchgeführt. Wir empfehlen für Frauen die Haut an der Hüfte, den Oberschenkeln und dem Trizeps; für Männer ebenfalls die Haut an dem Oberschenkel, den Bauch und der Brust.

Im Internet gibt es verschiedene Körperfettrechner, in denen die Werte eingetragen und mittels eines Algorithmus zu einem Körperfettergebnis verrechnet werden. Einen Caliper gibt es schon für wenig Geld zu kaufen.

Es ist übrigens empfehlenswert jede Hautfalte dreimal zu messen und daraus den Mittelwert zu bilden. Etwas problematisch ist diese Messung dahingehend, dass es beim regelmäßigen Vermessen, um die angestrebte Reduktion bzw. Zunahme von Körperfett zu protokollieren, ziemlich wahrscheinlich ist, dass einige Millimeter neben der ursprünglichen Hautfalte gemessen, diese im falschen Winkel oder mit mehr oder weniger Druck gegriffen wird.

Das sind Faktoren, die das Messergebnis beeinträchtigen können und so keine genauen Aussagen über die Veränderung des Anteils an Körperfett gemacht werden können.

Der BMI ist DIE Antwort auf Gewichtsfragen? Wir stellen Ihnen verschiedene Ansätze vor, um das Idealgewicht berechnen zu können. Erfahren Sie außerdem, wie Sie Ihren individuellen Kalorienbedarf berechnen.

DEXA: Die genauste Methode zur Ermittlung des Körperfettanteils

DEXA steht für "Dual-Energy X-Ray Absorption", es handelt sich also um ein Verfahren mit Röntgenstrahlen. Diese Methode gilt als die genaueste unter den Körperfettanalysen und ist dabei weniger teuer als das hydrostatische Wiegen – mit etwa 50 Euro muss aber für diese Messung gerechnet werden.

Bei DEXA werden Röntgenstrahlen auf den Körper geschossen, welche vom Gewebe unterschiedlich resorbiert werden, wodurch Aussagen über Fett-, Wasser- und Muskelanteile im Körper gemacht werden können. Diese Methode kann beispielsweise in radiologischen und orthopädischen Arztpraxen durchgeführt werden.

Übrigens: Die Dosierung der Röntgenstrahlung ist sehr gering und mit einem Langstreckenflug zu vergleichen.

Methoden basieren auf Richtwerten

Die vorgestellten Körperfettanalysen sind unterschiedlich aufwändig und unterschiedlich teuer. Jedoch wird bei keiner Methode der Körperfettanteil direkt gemessen: Es handelt sich immer um ein mathematisches, algorithmisches Verfahren, deren Basis statistische Erhebungen sind.

Die Ergebnisse einer Körperfettanalyse sind also immer Annäherungen an von Wissenschaftlern aufgestellten Gesetzmäßigkeiten. Daher ist es wichtig, dass Sie sich eine Richtwert-Tabelle suchen, die mehrere, individuelle Faktoren (Körperbau, sportliche Aktivität etc.) berücksichtigt, um Rückschlüsse auf ein "Zu viel" oder "Zu wenig" zu machen.

Viel zu oft wird auf das "Zu viel" als auf das "Zu wenig" fokussiert. Nicht nur beim Körperfett, auch bei der Ernährung. Lesen Sie, welche Folgen eine Mangelernährung hat.

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