24.08.2010

Diäten im Vergleich

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Welche Diät ist die Richtige, um möglichst schnell und anhaltend viel Gewicht abzunehmen, ohne dem Körper zu schaden? Diese Frage ist in den letzten Jahren kontrovers diskutiert worden und eine endgültig Antwort kann man darauf noch nicht geben. Lesen Sie über den aktuellen, wissenschaftlichen Datenstand.

Es gibt derzeit mehr als 1.000 Bücher in deutscher und englischer Sprache, die die vermeintlich richtige Ernährung empfehlen. Viele dieser Ratschläge weichen erstaunlich stark von den gängigen Leitlinien der anerkannten Fachgesellschaften ab. Letztlich basieren aber die meisten Diäten auf der Reduktion von entweder Fetten oder Kohlenhydraten.

Vergleich von 4 Diätformen

Eine Arbeitsgruppe aus Boston hat sich kürzlich vier populären Diätformen zugewandt: Weight Watchers, Atkins, Zone und Ornish. Diese unterscheiden sich durch den ihnen jeweils zu Grunde liegenden Ernährungsansatz.

Während bei der Weight Watchers Diät der Schwerpunkt auf eine ausgewogene, aber kalorienreduzierte Kost gelegt wird, ist die Ornish Diät sehr fettarm (10% Fette in der Nahrung). Die Zone Diät enthält ebenfalls eine ausgewogene Mischkost. Hierbei wird allerdings sehr auf eine Verminderung der glykämischen Last gelegt. Schließlich führte ein Teil der Patienten eine Atkins Diät mit einer Reduktion der täglichen Kohlenhydrataufnahme auf unter 20 g durch.

Michael L. Dansinger und Mitarbeiter wollten zum einen wissen, welche Diät die meiste Gewichtsreduktion erbringt. Zum anderen war die Forschergruppe am Durchhaltevermögen der Studienteilnehmer interessiert.

Nach einem Jahr hatten die Patienten in der Ornish Diät Gruppe am meisten Gewicht (3,3 kg) abgenommen. Der Unterschied zu den anderen Diätgruppen war jedoch nur gering.

Wie nicht anders zu erwarten, beendeten 30-50% der Patienten die Therapie frühzeitig (Tabelle). Die Abbrecherquote war etwas höher in den extremeren Diätformen (Atkins, Ornish) als in den gemäßigten Diäten (Weight Watchers, Zone).


Abbruchraten bei den einzelnen Diätformen.

DiätformAbbrecher (%)
nach 1 Jahr

Ornish

48

Zone

35

Weight Watchers

35

Atkins

50

Die Gewichtsreduktion ist also bei den verschiedenen Diätformen ähnlich. Diäten mit einem einseitigem Ernährungsplan führen hingegen zu einer höheren Abbruchsquote. Dies wird durch zahlreiche weitere Daten aus den vergangenen 2 Jahren bestätigt. Insgesamt sollte eine Diät die Lebensqualität nicht allzu sehr beeinträchtigen. Außenseiterdiäten sind häufig zu aufwendig. Und Daten über die Verträglichkeit von einseitigen Ernährungsformen, wie z.B. Atkins, liegen nur über maximal 1-2 Jahre vor. Niemand weiß, was passiert, wenn man über einen langen Zeitraum nur 30 g Kohlenhydraten am Tag zu sich nimmt.

Mediterrane Diät für Diabetiker

Einen interessanten Aspekt hat eine weitere kürzlich Untersuchung aus den USA aufgedeckt. Auch hier wurden Patienten mit verschiedenen Diäten (fettarm, Kohlenhydrat-arm und mediterran) behandelt. Nach einem Jahr hatten die Patienten, die sich mediterran (d.h. mit vielen ungesättigten Fette) oder Kohlenhydrat-arm ernährten mehr Gewicht abgenommen, als die Probanden mit der fettarmen Diät.

Besonders interessant war aber, dass gerade Diabetiker oder Patienten mit einem beginnenden Diabetes eine deutliche Verbesserung des Glukose Stoffwechsels unter mediterraner Kostform aufzeigten. Offensichtlich bewirken ungesättigte Fettsäuren eine Verbesserung der Insulinwirkung. Diabetikern sollte daher zu einer Kost mit hohem Anteil ungesättigter Fettsäuren geraten werden.

Fazit

Extreme Diäten können kurzfristig erfolgreich sein. Eine langfristige Gewichtsreduktion erreicht man jedoch in erster Linie durch eine moderate kalorienreduzierte Kost. Jede Diät sollte auf die individuellen Nahrungsmittel Vorlieben abgestimmt sein und die Lebensqualität nicht allzu sehr einschränken.


Quellen

1. Dansinger ML, Geason JA, Griffith JL, Selker HP, Schaefer EJ. Comparison of the Atkins, Ornish, Weight Watchers, and Zone Diets for Weight Loss and Heart Disease Risk Reduction. A Randomized Trial. JAMA 2005: 293; 43-53.
2. Shai I, Schwarzfuchs D, Henkin Y et al. Weight Loss with a Low-Carbohydrate, Mediterranean, or Low-Fat Diet. N Engl J Med 2008: 359; 229-41

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