Skurrile Abnehm-Methode

Alles nur püriert? So funktioniert die Babybrei-Diät

Babybrei-Diät: Bild von Babybreien mit Gemüse
© iStock/279photo
Kann man mit der Babybrei-Diät wirklich abnehmen?

Ein Löffelchen für Mama, ein Löffelchen für Papa ... Was für die Kleinen gut ist, kann für die Erwachsenen doch nicht schlecht sein. Der neueste Trend heißt: Babybrei-Diät. Lässt die pürierte Kost aber tatsächlich die Pfunde purzeln? Wir haben es überprüft.

Pürierte Kost essen vor allem Babys und Kleinkinder – doch nun auch abnehmwillige Erwachsene! Die Babybrei-Diät soll die Kilos purzeln lassen. Doch kann die skurril anmutende Abnehm-Methode tatsächlich funktionieren?

Babybrei-Diät: So funktioniert's

Die Babybrei-Diät hat ihren Ursprung in den USA. Entwickelt wurde sie von der amerikanischen Personal-Trainerin Tracy Anderson, angelehnt an die bereits bekannte Saft-Diät.

Das Versprechen dieser Diät-Form: 3,5 Kilogramm Gewichtsreduktion pro Woche!

Dabei gilt es folgendes zu beachten:

  • täglich nur 1000 kcal, die in Breiform zu sich genommen werden
  • über den Tag werden nur Wasser und ungesüßter Tee getrunken
  • am Abend ist es erlaubt (jedenfalls steht es so auf einigen Diätplänen) mageres Fleisch und gedünstetes Gemüse zu essen.
  • Gewürze, Salz und Öl gehören nicht auf den Teller. Ebenso werden Getreide und Milchprodukte vom Speiseplan gestrichen.

Durch den Verzehr von Brei sollen weniger Verdauungssäfte produziert werden. Wer Babynahrung kauft, der schaut sich am besten die Kalorienangaben auf dem Glas an.

200 Gramm pürierter Kürbis haben etwa 50 Kalorien. Die gleiche Menge Karotten, Kartoffeln und Fleisch etwa 100.

Je nachdem, für welche Gläschen du dich entscheidest, löffelst du also etwa acht bis 14 Portionen pro Tag. Wenn du selbst pürieren möchtest, müsstest du Kalorien pro Portion natürlich selbst berechnen.

Babybrei-Diät Ganz schön extrem

1000 Kalorien am Tag? Klingt eher nach Hungerkur. Ist es auch. Bei der Babybrei-Diät handelt es sich um eine Radikaldiät.

Sie eignet sich lediglich, um kurzfristig ein paar Pfunde zu verlieren. Nach ein paar Tagen sollte vom Brei zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung wie der 80-20-Diät gewechselt werden – von der Brei-Diät ist bei langfristigen Abnehmvorhaben definitiv abzuraten! 

Babybrei kaufen oder selber machen?

Während der Babybrei-Diät können alle Lebensmittel gegessen werden, die auf irgendeine Art und Weise zu einer breiigen Masse püriert, zerkleinert, zerstampft oder sonst wie verarbeitet werden können.

Dazu zählen alle mögliche Sorten an Obst, Gemüse oder auch Fleisch (gemahlene Fleischzubereitungen gibt es zum Beispiel im Glas zu kaufen). Beliebt sind beispielsweise Bananen, Äpfel, Birnen, Kürbisse, Pfirsiche, Karotten, Bohnen, Erbsen oder Kartoffeln.

Ob du dich in die Küche stellen und die Zutaten selbst zu Brei verarbeiten oder aber eine fertige Mischung kaufen willst, das bleibt dir selbst überlassen.

Klar, es ist bequemer die Lieblingsbreisorten einfach im Supermarkt zu kaufen, dieser Komfort ist aber auch etwas teurer. Außerdem haben die gekauften Gläschen mehr Kalorien als die selbstgemachte Variante.

Selbstgemachter Brei schmeckt zudem besonders gut, denn du pürierst einfach die Lebensmittel, die du am liebsten magst. Ganz ohne Zusatzstoffe.

Allerdings: Wer glaubt, dass es viel gesünder ist, seine Nahrung für die Babybrei-Diät selbst anzurühren, der irrt.

Nahrung für Kinder gehört zu den am besten kontrollierten Nahrungsmitteln und entspricht allerhöchsten Qualitätskriterien. Zudem schmecken sie auch gar nicht mal so schlecht.

Vor- und Nachteile der Brei-Diät

Wer nur Brei zu sich nimmt, führt seinem Körper weniger Kalorien zu als sonst.

Da also weniger gegessen wird, wird automatisch das Gewicht reduziert. Logisch. Das ist wohl der einzige Vorteil der Babybrei-Diät.

Die Liste der möglichen Nebenwirkungen und Konsequenzen ist da deutlich länger:

  • Der Stoffwechsel wird verlangsamt. Dies bedeutet wiederum, dass die Fettreserven des Körpers nicht abgebaut werden.
     
  • Je weniger Kalorien dem Körper zugefügt werden – was der Hauptansatz der Brei-Diät ist –, desto schwächer und unausgeglichener wird er.
     
  • Zudem sollte sich vor dem berühmten Jojo-Effekt in Acht genommen werden: Wer die Babybrei-Diät konsequent durchzieht und anschließend wieder normal isst, der nimmt wieder zu.
     
  • Darüber hinaus gefährdet der Verzicht auf Milchprodukte den Kalziumhaushalt.
     
  • Brei wird außerdem nicht gekaut. Der Magen wird also nicht mit festen Inhalten gefüllt. Dies führt dazu, dass sich kein richtiges Sättigungsgefühl einstellt.

    Das Problem: Man hat ständig Hunger und wartet sehnsüchtig darauf, endlich die nächste Ration Babybrei essen zu dürfen. Nervig! Denn so ist man ständig auf der Suche nach etwas Essbarem.
     
  • Außerdem: Radikaldiäten verändern das Gehirn. Hier lesen Sie, warum das so ist.

Eine ausgewogene Ernährung sieht anders aus…

Fazit: Zwischendurch löffeln ist in Ordnung!

Mal ein Gläschen Babynahrung zu löffeln – dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Ein Gläschen Babybrei kann eine ideale gesunde Zwischenmahlzeit sein, mit der Sie gleichzeitig Ihren Obst- und Gemüseportion am Tag abdecken.

Falls du Kleinkinder zu Hause hast, dann bist du ja sowieso Expertin in Sachen "pürierte Kost".

Aber: Bitte ernähre dich nicht nur von diesen Lebensmitteln. Nur Breikost zu essen, ist auf Dauer nicht gesund.

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