02.11.2015

Umstrittenes Abnehmprogramm Rapider Gewichtsverlust durch Max-Planck-Diät?

Gute Nachrichten für Fleischfans: Steaks sind wesentlicher Bestandteil einer Max-Planck-Diät. Aber ob die auf Dauer hält, was sie verspricht?

Foto: istock/Lisovskaya

Gute Nachrichten für Fleischfans: Steaks sind wesentlicher Bestandteil einer Max-Planck-Diät. Aber ob die auf Dauer hält, was sie verspricht?

Mit der Max-Planck-Diät sollen bis zu neun Kilogramm in zwei Wochen purzeln – mit weniger Kohlenhydraten und viel Eiweiß. Aber ist das so klug?

So manches Mal erwischt man sich dann doch dabei, davon zu träumen, einfach mal ganz schnell abzunehmen. Etwa kurz nach den Feiertagen, wenn eine große Festlichkeit ansteht und man unbedingt in dieses Kleid passen will, oder einfach wenn irgendwelche Heinzelmännchen die Lieblingsjeans mal wieder enger genäht hat. Neben "FdH" verspricht z.B. die Max-Planck-Diät solche schnellen und sichtbaren Erfolge in kürzester Zeit.

Wenn wir aber genauer darüber nachdenken, wissen wir doch: Radikaldiäten verlangen dem Körper (und dem Geist!) nicht nur furchtbar viel ab, sondern ziehen meist doch den altbekannten Jojo-Effekt hinter sich her. Grund genug, diese Diät mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Was verbirgt sich hinter der Max-Planck-Diät?

Wer sich dazu entscheidet, die Max-Planck-Diät durchzuführen, der muss sich zwei Wochen lang an einen Ernährungsplan halten. Hier ist ganz genau festgelegt, was man jeden Tag essen darf. Die Ernährung ist sehr eiweißlastig. Hauptsächlich stehen Eier, Fleisch und Salat, aber auch ein wenig Obst und Gemüse auf dem Plan. Was diesem dagegen fehlt, sind Kohlenhydrate wie Nudeln, Reis oder Kartoffeln. Lediglich morgens ist es hin und wieder erlaubt, ein trockenes Brötchen zu essen.

Der Plan für die Max-Planck-Diät wurde übrigens, so wird gemunkelt, vor mehr als 15 Jahren aufgestellt. Wer sich allerdings dieses Ernährungskonzept ausgedacht hat, ist nicht bekannt. Eins ist aber sicher: Die Max-Planck-Gesellschaft oder eines ihrer Institute stecken nicht dahinter. Sie distanzieren sich ausdrücklich von dieser Diät.

Was verspricht die Max-Planck-Diät?

Wer sich strikt an den vorgegebenen Ernährungsplan hält und die Diät zwei Wochen lang durchführt, soll bis zu neun Kilogramm an Gewicht verlieren. Zudem ist die Rede davon, dass man drei Jahre lang nicht zunimmt, da durch die Max-Planck-Diät eine Stoffwechselveränderung eingeleitet wird.

Die Max-Planck-Diät: Der Ernährungsplan

1. Tag

  • Frühstück: Kaffee schwarz (immer beliebige Menge), ein trockenes Brötchen
  • Mittagessen: zwei gekochte Eier, Spinat mit etwas Salz
  • Abendessen: ein Steak (oder drei Beefsteaks), grüner Salat und Sellerie

Versuchen Sie es etwa mit unserem Rezept für leckeres Pfeffersteak.

2. Tag

  • Frühstück: Kaffee schwarz, ein trockenes Brötchen
  • Mittagessen: ein Steak, grüner Salat und Obst nach Wahl
  • Abendessen: drei Scheiben gekochter Schinken und grüner Salat

Das Obst zum Mittag lässt sich zum Beispiel als bunter Obstteller anrichten.

3. Tag

  • Frühstück: Kaffee schwarz, ein trockenes Brötchen
  • Mittagessen: zwei gekochte Eier, Salat und Tomaten
  • Abendessen: drei Scheiben gekochter Schinken und grüner Salat

Damit der Abend nicht langweilig wird: Grüner Salat mit Estragon-Senf-Dressing wäre eine Rezeptidee.

4. Tag

  • Frühstück: Kaffee schwarz, ein trockenes Brötchen
  • Mittagessen: ein gekochtes Ei, eine Scheibe Käse, Möhren roh oder gekocht
  • Abendessen: Natur-Joghurt mit Obst

Das Obst darf auch mal ein wenig exotischer daherkommen, etwa als Bratbananen mit Zimtjoghurt. Der Zimt kurbelt den Stoffwechsel zusätzlich an.

5. Tag

  • Frühstück: Kaffee schwarz, Möhren mit Zitrone
  • Mittagessen: gedünsteter Fisch und Tomaten
  • Abendessen: ein Steak und grüner Salat

Keine Idee für das Mittagessen? Versuchen Sie mal Fisch mit Zucchini-Gemüse.

6. Tag

  • Frühstück: Kaffee schwarz, ein trockenes Brötchen
  • Mittagessen: gegrilltes Hühnchen
  • Abendessen: zwei gekochte Eier, Möhren roh oder gekocht

Der Hauptgang muss natürlich entsprechend gewürzt werden. Wie wäre es mit Hühnchen mit Kurkuma und Ingwer?

7. Tag

  • Frühstück: Kaffee schwarz oder Tee mit Zitrone
  • Mittagessen: ein gegrilltes Steak und Obst nach Wahl
  • Abendessen: frei wählbar

Damit so viel Steak in der Woche nicht langweilig wird: Steak mit selbstgemachtem Spinat-Pesto bringt Abwechslung.

Ab dem 8. Tag wird der Plan noch einmal wiederholt. Danach darf man normal weiter essen. Es wird empfohlen, während der Diät so viel Wasser wie möglich zu trinken. Alkohol ist dagegen strikt verboten – ebenso übrigens wie Milch. Milchprodukte sind nur in Maßen erlaubt, etwa als Joghurt.

20 Diät-Mythen im Check:

Fazit: Die Max-Planck-Diät bleibt umstritten

Ob die Diät auch wirklich hält, was sie verspricht, ist nicht belegt. Da es sich bei der Max-Planck-Diät um eine so genannte Crash-Diät handelt, kann es tatsächlich zu einer kurzfristigen Gewichtsabnahme von ein paar Kilo kommen. Die versprochenen neun Kilogramm werden es aber wohl eher nicht sein.

Ernährungswissenschaftler raten ganz von der Max-Planck-Diät ab, da die Ernährung innerhalb dieser zwei Wochen sehr einseitig und unausgewogen ist. Die großen Eiweißmengen und der niedrige Anteil an Kohlenhydraten sind sogar gesundheitlich bedenklich. Es drohen Nährstoff- und Mineralmangel, der anderweitig nicht ausgeglichen wird.

Das Versprechen, drei Jahre nicht zuzunehmen, nur weil man sich zwei Wochen radikal nach dieser Diät ernährt hat, ist natürlich Quatsch. Da hilft eine dauerhafte, gesunde Ernährungsumstellung weit mehr und hält Körper und Geist auch gleich mit fit, statt ihnen zu schaden.

Falls Sie sich dennoch entscheiden, die Max-Planck-Diät durchzuführen, dann bitte auf keinen Fall länger als zwei Wochen!

Die Max-Planck-Diät erinnert allerdings an einen Low-Carb-Lebenswandel – jedenfalls dann, wenn Ihr Körper darauf anschlägt. Das ist nämlich nicht bei jedem so.

Weitere Diäten und Abnehmtipps stellen wir Ihnen auf unserer Themenseite vor!

Seite