Aktualisiert: 18.10.2020 - 09:31

Neuer Lebensmittel-Trend? Warum Quallen zum neuen Superfood werden könnten

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Schön sehen sie ja aus, manche können aber auch gefährlich werden – und manche kann man sogar essen! Demnächst könnten Quallen vermehrt auf unseren Tellern landen...

Foto: iStock.com/SophonK

Schön sehen sie ja aus, manche können aber auch gefährlich werden – und manche kann man sogar essen! Demnächst könnten Quallen vermehrt auf unseren Tellern landen...

Haben Sie schon mal Quallen gegessen? Die Meerestiere gelten als neues Superfood und könnten schon bald als Lebensmittel auf den Tellern landen.

Das ist Ihnen bestimmt auch schon mal passiert: Urlaub am Meer, beim Schwimmen im Wasser plötzlich ein unangenehmer, stechender Schmerz auf der Haut. Eine Qualle hat zugestochen. Die wabbeligen Meerestiere sind nicht zuletzt deshalb bei vielen unbeliebt.

Doch das könnte sich jetzt bald ändern. Denn die sich ständig verändernde Gastro-Szene hat Quallen jetzt für sich entdeckt, sodass diese bald sogar auf dem Teller landen könnten. Quallen haben das Potenzial für das neue Superfood und bieten auch sonst sehr viele Möglichkeiten in der Ernährung.

Quallen als Lebensmittel? Alles zum neuen Superfood

Was erst einmal seltsam und für manch einen auch eklig klingt, hat sich international aber bereits seit Langem durchgesetzt. Quallen gelten vor allem in Asien als Delikatesse, die gesund ist und gut schmeckt. In vielen Regionen isst man das Meerestier seit über 1000 Jahren.

Auch in Deutschland gibt es bereits einige wenige asiatische Restaurants, die Gerichte mit Quallen servieren, zum Beispiel Salate. Ob es bald mehr werden?

Riesige Mengen Quallen im Meer

Fakt ist: Die Qualle ist ein sehr nachhaltiges Nahrungsmittel: Denn im Gegensatz zu vielen überfischten Tierarten aus dem Meer wie zum Beispiel Thunfisch gibt es die Nesseltiere in großer Menge. In der Nord- und Ostsee beispielsweise gibt es sie zuhauf. Dieses Jahr tauchten Quallen in der Ostsee sogar früher auf und waren größer!

Beim Verzehr von Quallen läuft man also nicht Gefahr, die Meere "leerzufischen". Dadurch gibt es einen weiteren Vorteil. Millionen Menschen könnten in Zukunft von Quallen satt werden. Daran forscht das internationale Projekt "GoJelly". Es wird geleitet vom Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel und erhält Förderungen von der Europäischen Union.

"Nach neuen Nahrungsmitteln umsehen"

"Wir werden in nicht allzu ferner Zukunft neun Milliarden Menschen sein. Deshalb müssen wir uns nach neuen Nahrungsmitteln umsehen", wird Geomar-Forscherin Jamileh Javidpour Initiatorin und Koordinatorin von "GoJelly", auf der Internetseite der Bundesregierung zitiert. Was neben Quallen noch als Nahrungsmittel der Zukunft gilt, lesen Sie hier.

Doch auch wie bei vielen Fischen, Muscheln oder Krustentieren gibt es auch bei der Zubereitung von Quallen einiges zu beachten – sonst können sie giftig sein. Nur rund 30 Arten sind überhaupt zum Verzehr geeignet. Nur die sogenannte Glocke darf man essen, die Tentakel müssen abgeschnitten werden.

Kalorienarm, cholesterinfrei, eiweißreich

Im Fachmärkten findet man Quallenstücke gesalzen und getrocknet, sodass sie länger haltbar sind. Sie werden aus Asien importiert, da "regionale" Quallen wie beispielsweise aus Nord- und Ostsee als Nahrungsmittel bisher nicht zugelassen sind.

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Geschmacklich ähneln Quallen Austern, sie sind also recht salzig. Sie sind sehr eiweißreich, bestehen hauptsächlich aus Wasser und haben gesunde Fette. Zwei weitere große Vorteile: Die Nesseltiere haben kaum Kalorien und auch kein Cholesterin – sie eignen sich also sehr für Personen, die auf ihre Figur achten, sich gesund ernähren oder abnehmen wollen. Ein echtes Superfood, das man womöglich bald häufiger hierzulande auf den Tellern findet!

Mehr zu Superfoods finden Sie auf unserer Themenseite Diäten.

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