05.06.2019

Schlecht für die Umwelt Von diesen Superfoods sollten wir die Finger lassen

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Superfoods sind gut für die Gesundheit, aber häufig leider nicht für die Umwelt.

Foto: iStock/Rocky89

Superfoods sind gut für die Gesundheit, aber häufig leider nicht für die Umwelt.

Superfoods sind sooo gesund und vermutlich deshalb seit geraumer Zeit hip und trendy. Was dabei viele vergessen: Sie sind oftmals schlecht für die Umwelt! Lesen Sie hier, auf welche Superfoods Sie besser verzichten sollten.

Wir haben sie in unserem Salat, pimpen unser Müsli mit ihnen und auch bei warmen Gerichten dürfen sie nicht fehlen: Superfoods. Ihnen werden die verschiedensten, gesundheitsfördernden Wirkweisen nachgesagt – deshalb landen sie bei vielen Menschen immer häufiger im Einkaufswagen, trotz des hohen Preises. Was dabei viele gern ignorieren: Sie, beziehungsweise ihr Anbau und auch der Export (meist handelt es sich um exotische Lebensmittel ferner Länder) schaden der Umwelt. Wir verraten, auf welche Superfoods Sie besser verzichten sollten.

Auf diese Superfoods verzichten: Avocados

Viele mögen sie, weil die Avocado ein vielseitiges Superfood ist: Im Salat, auf dem Brot oder zu Guacamole verarbeitet. Doch im Nachhaltigkeits-Check schneidet die grüne Powerfrucht nicht gut ab. Um ein Kilogramm Avocados zu ernten, werden 1.000 Liter Wasser benötigt. Zum Vergleich, die gleiche Menge Tomaten benötigt um die 170 bis 180 Liter, Salat sogar nur 130 Liter. Die Avocado-Nachfrage steigt aber weiter und so werden immer mehr Waldflächen gerodet, um Ackerland zu gewinnen.

Doch nicht nur das, wer sich mit einer Avocadoplantage ein goldenes Näschen verdienen möchte, muss Geduld haben: Ein Setzling braucht sieben Jahre bis er zum ersten Mal trägt. Bei 1.000 Pflanzen kann sich das aber durchaus lohnen, die können einen Gewinn von einer halben Million Dollar pro Jahr abwerfen.

Hier lesen Sie, wie Sie Avocados selbst züchten.

Cashewnüsse: Leid für Arbeiter in Indien

Wer denkt beim Snacken von Cashewnüssen schon an die Arbeiter? Cashewnüsse kommen bei uns geschält und sauber an. Doch im Hauptanbaugebiet? In Indien müssen die Arbeiter für unseren Genuss leiden: Die Entfernung der Schale ist extrem aufwändig und kann die Hände verätzen.

Goji-Beeren: Pestizidbelastung

In Goji-Beeren wurden schon häufiger hohe Pestizid-Belastungen festgestellt. Der Anbau in Asien unterliegt eben nicht den gleichen Richtlinien wie in Europa. Warum also nicht einfach statt Goji-Beeren Rosinen ins Müsli tun?

Quinoa-Ernte fast nur für den Export

Quinoasalat sieht außergewöhnlich aus, doch heimische Linsen wären besser. Durch die hohe Nachfrage steigt der Preis auch in den Herkunftsländern. Da lohnt es sich für die Einheimischen eher das Produkt ins Ausland zu verkaufen. Bauern verkaufen die Ernte also lieber komplett, als sie selbst zu essen.

Chia-Samen: Immenser Wasserverbrauch

Chia-Samen benötigen bei ihrem Wachstum ähnlich viel Wasser wie Avocados. Der Boom um die begehrten Samen führt in den Anbaugebieten zu Wassermangel, weil eine künstliche Bewässerung nötig ist. Und was noch hinzu kommt: Nicht nur während der Wachstumsphase benötigen die Pflanzen viel Wasser, auch bei der Reinigung der Samen ist der Wasserverbrauch enorm. Da die Pflanzen sehr schädlingsanfällig sind, verwenden die Bauern außerdem Pestizide in großem Umfang.

Soja schadet den Regenwäldern

Soja ist vor allem bei Veganern beliebt. Doch wer die Hülsenfrucht konsumiert, sollte sich vorher gut darüber informieren, wo sie herkommt. Sojamilch hat zwar eine bessere Klimabilanz als Kuhmilch, doch in Südamerika wird dafür jede Menge Regenwald abgeholzt.

Kokosöl: "Wundermittel" mit Nachteilen

Kokosöl ist nicht gerade gut für unseren ökologischen Fußabdruck, denn für das Wundermittel wird viel Fläche abgeholzt. Zudem ist der Transport aus den Tropen – es liegt auf der Hand – mit einem enorm hohen CO2-Ausstoß verbunden.

Im vergangenen Sommer setzte sich eine Professorin mit Kokosöl auseinander – und übte harsche Kritik.

Superfoods: Das sind die besten Alternativen

So gesund Superfoods auch sein mögen – wer sich nicht nur um die eigene Gesundheit sorgt, sondern auch um die Umwelt, kann kaum guten Gewissens täglich eine Avocado essen und sich Chia-Samen und Goji-Beeren in sein Müsli schütten.

Wer Superfoods aber vor allem wegen der gesunden Eigenschaften und nicht wegen ihrer trendigen Namen verzehrt, darf aufatmen. Denn es gibt auch heimische Superfoods, die genauso gesund sind und obendrein der Umwelt nicht schaden.

Noch mehr erfahren Sie in unserer Bildergalerie:

Wenn Sie sich für regionale wie auch exotische Superfoods interessieren, finden Sie viele weitere Ratgeber auf unserer Themenseite.

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