14.05.2019

Besser als Quark? Skyr: Was kann die Proteinbombe aus Island wirklich?

Von

In Island wird Skyr traditionell zusammen mit Heidelbeeren serviert.

Foto: iStock/krigo

In Island wird Skyr traditionell zusammen mit Heidelbeeren serviert.

Skyr gehört zu den absoluten Trend-Produkten der letzten Jahre – doch woher kommt eigentlich der Hype? Wir haben das Milcherzeugnis aus Island genauer unter die Lupe genommen.

Skyr ist seit einiger Zeit in aller Munde und in so ziemlich jedem Supermarkt zu finden. Doch was ist dran an der hochgepriesenen Proteinbombe aus Island? Skyr ist vergleichbar mit Joghurt oder Quark. Es hat einen hohen Eiweißgehalt und dennoch einen geringen Fettanteil, was ihn von den Nährwerten her zu einer cremigen Alternative zu Magerquark macht. Aber was ist wirklich dran beziehungsweise drin? Ist Skyr tatsächlich gesund? Wie schmeckt Skyr eigentlich? Und was kann man aus ihm zubereiten? Bei uns erfahren Sie es.

Skyr: Was ist das überhaupt?

Zwar erinnert Skyr optisch an Joghurt oder Quark, doch am Ende handelt es sich tatsächlich eher um eine Art Frischkäse. Frischkäse bezeichnet bestimmte Milchprodukte, die keinen bis sehr wenig Reifezeit benötigen – und dazu zählt eben auch Skyr.

In Island steht die Proteinbombe mit der besonders cremigen Konsistenz übrigens schon seit Tausenden von Jahren auf dem Speiseplan und war für Bauern ein Grundnahrungsmittel, das meist auch gleich auf dem eigenen Hof hergestellt wurde – manches Mal auch aus Schafsmilch. Mittlerweile wird das Produkt aber in der Regel aus fettarmer Kuhmilch hergestellt, die mit Bakterienkulturen angereichert und erhitzt wird, bis die Milchproteine eindicken. Übrigens ähnelt Skyr auch geschmacklich Magerquark oder Joghurt.

Welche Nährwerte hat Skyr? Und warum gilt er als gesund?

Mit einem Proteingehalt von elf Prozent ist Skyr vor allem für Fitness-Fans interessant, da es beim Muskelaufbau helfen kann und den Kalziumspeicher auffüllt. Zudem haben 100 g Skyr gerade mal 66 Kalorien und nur 0,2 Gramm Fett. Der geringe Anteil an Kohlenhydraten macht das isländische Milchprodukt auch für den Low-Carb-Speiseplan interessant.

Tatsächlich ist Skyr auch ein tolles Lebensmittel für eine Diät. Dank des hohen Proteingehalts macht er sehr lange satt und in diversen Studien wurde nachgewiesen, dass der Genuss des joghurtähnlichen Produkts das Risiko für Heißhungerattacken erfolgreich senken kann und somit als eine Art natürlicher Appetitzügler wirkt. Für welche Lebensmittel das außerdem gilt, erfahren Sie auch in der Galerie:

Beachten Sie: So gesund Skyr auch sein mag – als Milchprodukt enthält es Casein, alpha-Laktalbumin und beta-Laktoglobulin, weshalb Menschen mit einer Milchproteinallergie besser auf den Genuss verzichten sollten. Es ist aber auch möglich, dass Menschen mit Laktorseintoleranz Skyr in kleinen Mengen vertragen. Ob das so ist, muss individuell getestet werden.

Welche Gerichte kann man mit Skyr zubereiten?

Durch die säuerliche Note wird Skyr gerne mal mit Zucker angereichert. In seiner Heimat Island wird das Milcherzeugnis meist mit frischen Heidelbeeren angeboten. Eine Variante, die hierzulande auch schon fertig gemischt in den Supermarktregalen zu finden ist. Wir empfehlen jedoch, die naturbelassene Version zu kaufen, da diese in der Regel keine versteckten und ungesunden Zutaten enthält.

Weitere Ideen für Skyr:

  • als cremige Zutat für einen Smoothie oder ein selbst gemachtes Skyr-Eis.
  • einfach mit frischen Früchten und Beeren der Saison mischen.
  • als leckerer, leichter Kräuter-Dip zu Kartoffel-Wedges oder Gemüse-Sticks.
  • als frische Begleitung zu Fischgerichten, etwa zu Räucherlachstatar.

Fazit: Skyr als Alternative zu anderen fettarmen Milchprodukten

Skyr bietet definitiv eine willkommene Abwechslung bei den fettarmen Milchprodukten. Allerdings wird mit ihm auch ein Lebensgefühl konsumiert, was zum Teil auch auf die Entwicklung der Low-Carb-Ernährung zum langfristigen Trend zurückzuführen ist. Seit einigen Jahren gelten Kohlenhydrate in den Köpfen vieler (übrigens fälschlicherweise) per se als schlecht – und ein Produkt wie Skyr, das quasi keine Kohlenhydrate, dafür aber viel Protein enthält, wurde dankbar von den Konsumenten angenommen.

So lässt sich auch der Hype rund um die Leckerei aus Island erklären – und eben dieser Hype beeinflusst auch den Preis: 450 Gramm Skyr kosten in der Regel über einen Euro, während 500 Gramm Magerquark bereits für knapp 75 Cent zu haben sind. Ob man diesen bezahlen möchte, muss jeder selbst entscheiden, denn auch Magerquark kann in Sachen Nährstoffe gut mit Skyr mithalten.

Alle weiteren Ratgeber rund um die Low-Carb-Ernährung und Diäten im Allgemeinen finden Sie auf unseren Themenseiten.

Seite