19.04.2018

Das weiße Gold Wie ungesund ist Salz?

Wir gehen der Frage auf den Grund, wann Salz ungesund werden kann. Erfahren Sie Interessantes und Wichtiges rund um einen sinnvollen  Salzkonsum.

Foto: iStock/Neustockimages

Wir gehen der Frage auf den Grund, wann Salz ungesund werden kann. Erfahren Sie Interessantes und Wichtiges rund um einen sinnvollen Salzkonsum.

Fast so umstritten wie Zucker: Ist Salz gesund oder nicht? Wie viel davon sollten wir essen? Welche Nahrungsmitteln enthalten am meisten Salz? Hier gibt’s die Antworten auf wichtige Fragen rund um das weiße Gold.

In einem Märchen werden drei Prinzessinnen von ihrem Vater, dem König, aufgefordert, ihm ihre Liebe zu beweisen. Die erste Prinzessin sagt, sie liebe ihren Vater mehr als das gesamte Königreich, der zweiten ist er wichtiger als alle Edelsteine und Perlen der Welt. Die dritte jedoch antwortet, sie liebe ihn mehr als Salz. Der König wird zornig und verbannt sie. Erst als dem Land das Salz ausgeht und alles fad schmeckt, versteht der König den Wert des Salzes. Wenn es nur ansatzweise so wertvoll ist, wie in diesem Märchen dargestellt, warum soll Salz dann ungesund sein?

Antwort auf diese und andere Salz-Fragen finden Sie hier. Erfahren Sie, wann Salz gesund, wann ungesund ist, wie viel Sie davon essen sollten und welche Nahrungsmittel am salzhaltigsten sind.

Ist Salz ungesund?

Bevor es Verwirrung gibt: Salz oder vielmehr die Mineralstoffe, aus denen es besteht – Natrium und Chlorid (Natriumchlorid) – sind lebensnotwendig. Chlorid ist Bestandteil unserer Knochen sowie der Magensäure und trägt damit zur Verdauung bei. Natrium ist unter anderem für unsere Nerven- und Muskelzellen, den Herzrhythmus, Wasserhaushalt und Säure-Basen-Haushalt wichtig. Natrium wird über unsere Nahrung und vor allem das darin enthaltene Speisesalz aufgenommen. Salz ist für unseren Körper und unsere Gesundheit also tatsächlich ein wertvolles Gut.

Haben Sie manchmal richtig List auf etwas Salziges oder Süßes? Wir verraten, was typische Gelüste über Sie und Ihre Gesundheit verraten.

Die Frage sollte nicht lauten: Ist Salz ungesund? Sondern: Wann wird Salz ungesund? Denn wie bei so vielem ist auch beim Salzkonsum die Menge entscheidend.

In unserer heutigen Ernährungsweise ist ein Mangel an Natriumchlorid fast nicht möglich, da Salz mittlerweile – ähnlich wie Zucker – in sämtlichen Nahrungsmitteln steckt. Ein "zu viel" an Salz ist allerdings sehr schnell möglich – und das kann auf Dauer extreme Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Das Risiko für Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und damit verbunden Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann durch zu viel Salz gesteigert werden.

Salz ist also grundsätzlich gesund und lebensnotwendig, aber zu viel davon kann unsere Gesundheit beeinträchtigen. Was jedoch ist eine gesunde Menge an Salz?

Um Diäten und gesunde Ernährung allgemein tummeln sich so einige Mythen. Wir haben 20 gängige Thesen unter die Lupe genommen – Diät-Mythen im Wahrheitscheck:

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt einen Orientierungswert von bis zu 6 g Speisesalz pro Tag. Das entspricht ca. 1 TL Koch- bzw. Speisesalz. Das ist nicht gerade viel – und tatsächlich schätzt die DGE gemäß einer Studie, dass ca. 70% der Frauen und 80% der Männer täglich mehr als diesen Teelöffel zu sich nehmen.

Auch bei Zucker muss auf die optimale Tageszufuhr geachtet werden, denn zu viel Zucker ist mit vielen Krankheiten verbunden. Lesen Sie, wie leicht es sein kann, weniger Zucker im Alltag aufzunehmen.

Welche Nahrungsmittel enthalten das meiste Salz?

Heutzutage enthalten so gut wie alle in irgendeiner Weise verarbeiteten Nahrungsmittel Salz. Angefangen beim Brot, Fleisch, Wurst, Käse, über Fertiggerichte, Fertigsaucen, bis hin zu salzigen Snacks, Chips & Co. Laut DGE stammt der Großteil der täglichen Salzration aus Brot und Brötchen – nämlich zu 24 Prozent –, gefolgt von Fleisch- und Wurstwaren mit 15 bis 21 Prozent sowie Käse und Milchprodukte mit ca. 10 Prozent. Auch die auswärts gegessen Speisen sind oft sehr salzhaltig.

In der folgenden Liste finden Sie zehn Nahrungsmittel, die ziemliche Salzfallen sind:

  • 2 Matjesfilets: ca. 7-8 Gramm Salz
  • 1 Tiefkühl-Pizza: ca. 4-6 Gramm Salz
  • 1 Lachsbrötchen: ca. 3 Gramm
  • 2 fertige Kartoffelknödel: ca. 2-3 Gramm Salz
  • 50 g Parmaschinken: ca. 2-2,5 Gramm Salz
  • 1 Bratwurst: ca. 2,2 Gramm Salz
  • 50 g Gorgonzola: ca. 1,8 Gramm Salz
  • 30 g Salzstangen: ca. 1,3 Gramm Salz
  • 1 Laugengebäck: ca. 1 Gramm Salz
  • 30 g gesalzene Erdnüsse: ca. 0,3 Gramm Salz

So reduzieren Sie Ihren Salzkonsum

Gehören Sie zu den Menschen, die ein Gericht direkt nachsalzen, bevor Sie überhaupt probiert haben? Auch wenn Sie es nicht so extrem nadhaben, achten Sie einmal auf Ihren täglichen Salzkonsum: Essen Sie viele Fertigprodukte? Viel Brot und Wurst? Wie stark salzen Sie beim Kochen oder danach?

Kommen Sie auf 6 Gramm oder mehr? Dann sollten Sie die Menge an Salz in Ihrer Nahrung reduzieren. So kann es klappen:

  • Essen Sie mehr unverarbeitete Lebensmittel, wie Gemüse, Früchte, Vollkorngetreide etc.
  • Kochen und backen Sie mehr selbst, dann haben Sie volle Kontrolle über die Salzmenge.
  • Würzen Sie weniger mit Salz und mehr mit Kräutern und Gewürzen.
  • Wählen Sie salzärmere Alternativen. Zum Beispiel sind Frischkäse und Mozzarella weniger salzig als Feta oder Schafskäse. Kochschinken enthält weniger Salz als Parmaschinken oder Salami. Studentenfutter ist salzärmer als gesalzene Erdnüsse, und auch purer frischer Fisch ist weniger salzhaltig als geräucherter Fisch.

Es gibt übrigens auch bestimmte Diäten, wie die DASH-Diät, die bewusst salzarm gehalten sind, um Bluthochdruck und damit verbundenen Beschwerden entgegen zu wirken. Entdecken Sie auch unseren Ratgeber zur DASH-Diät mit Ernährungsplan und Wirkungsweisen.

Tipp: Reduzieren Sie Ihre Salzmenge in kleinen Schritten, um Ihren Geschmack langsam daran zu gewöhnen und nicht Gefahr zu laufen, dass plötzlich alles fad schmeckt.

Fazit: Salz ist nicht ungesund, aber die Menge macht’s

An sich ist Salz, also Natriumchlorid, lebensnotwendig für unseren Körper und damit – wie auch der König aus dem anfänglichen Märchen erkannt hat – ein wertvolles Gut. Die Problematik unserer heutigen Ernährungsweise ist allerdings die Menge an Salz, die wir tagtäglich zu uns nehmen. Durch diese Menge kann Salz tatsächlich ungesund für uns werden und das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhen. Achten Sie daher auf Ihren täglichen Salzkonsum sowie auf eine grundsätzlich ausgewogene und gesunde Ernährungsweise.

Weitere spannende Beiträge rund um die riesige Vielfalt an Gewürzen finden Sie auf der entsprechenden Themenseite. Informieren Sie sich u. a. über Wirkungsweisen, Aromen und Verwendung verschiedener Gewürze.

Entdecken Sie weitere Ratgeber der Autorin auf der Themenseite Natürlich Nadine. Wissenswerte Tipps und Tricks für eine gesunde und ausgewogene Ernährungs- und Lebensweise sowie Ernährungspläne und abwechslungsreiche Rezepte finden Sie auf unserer umfangreichen Themenseite zu Diäten.

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