02.03.2018 - 15:40

Wir klären auf! So (un)gesund ist Vollkorn wirklich

Wir erklären, was Vollkorn gesund, aber eben auch ungesund macht.

Foto: iStock/goodmoments

Wir erklären, was Vollkorn gesund, aber eben auch ungesund macht.

Vollkornbrot, Vollkornnudeln & Vollkornmüsli sind gesund, ist doch klar! Oder etwa doch nicht? Erfahren Sie, was Vollkorn gesund macht und in welchen Fällen es ungesund sein kann.

"Vollkorn ist gesund." – "Wenn Getreide und Getreideprodukte, dann bitte aus Vollkorn." – Weißmehl meiden und besser zu Vollkorn greifen."

So oder so ähnlich steht es in vielen Ernährungsratgebern geschrieben. Dann muss das ja stimmen, oder?! Die Antwort darauf ist nicht mit einem klaren "ja" zu beantworten. Denn Vollkorn ist nicht für jeden Menschen gleichermaßen verträglich. Lesen Sie, was Vollkorn gesund, aber eben auch ungesund macht.

Vollkorn: Was macht es gesund?

Je naturbelassener und "vollständiger" ein Lebensmittel, umso nährstoffreicher und grundsätzlich gesünder ist es. Das gilt auch für Vollkorn: Bei Vollkorn handelt es sich um das volle Korn jeglicher Getreidesorte, also inklusive Schale und Keimling. Doch warum ist das volle Korn nun gesund?

  • Gerade in der Schale und dem Keimling sind viele lebenswichtige Nährstoffe enthalten, wie unter anderem B-Vitamine, Magnesium, Kalzium, Eisen sowie Ballaststoffe, Eiweiß und sekundäre Pflanzenstoffe. In Weißmehl und Weißmehlprodukten wiederum fehlt dieses breite Spektrum an Nährstoffen und es sind meist nur noch einfache Kohlenhydrate und Stärke enthalten.
  • Durch die enthaltenen komplexen Kohlenhydrate sowie Ballaststoffe soll sich Vollkorn weniger stark auf den Blutzuckerspiegel auswirken und für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl sorgen. Beides kann zum Beispiel vor Heißhunger schützen und unter anderem bei Übergewicht helfen.
  • Auch bei Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Krankheiten soll Vollkorn und die darin enthaltenen Nährstoffe helfen.
  • Die in Vollkorn enthaltenen Ballaststoffe wiederum halten den Darm in Schwung und können vor Darmerkrankungen schützen.

Low Carb, also der Verzicht auf Kohlenhydrate, liegt voll im Trend. Dabei gibt es auch gute Kohlenhydrate, die keine ungesunden Dickmacher sind. Lesen Sie mehr zu den guten und schlechten Kohlenhydraten und welche Auswirkungen Sie auf den Körper haben.

Wann wird Vollkorn ungesund?

Die Bezeichnung Vollkorn bezieht sich lediglich auf den Getreideanteil des Produktes. Wenn dieses Produkt neben Vollkorn ansonsten ungesunde Zutaten wie raffinierten Zucker, Transfette, Geschmacksverstärker, Zusatzstoffe und ähnliches beinhaltet, ist es nicht gesund. Prüfen Sie daher auch bei Vollkorn-Produkten immer die Zutatenliste. Übrigens: Dunkles Brot ist nicht automatisch aus Vollkorn. Denn oftmals wird Brot aus Weißmehl mit Malzextrakt oder ähnlichem eingefärbt, um gesünder auszusehen.

Brot ist nicht gleich Brot. In unserer Tabelle erfahren Sie, wie viele Kalorien Brot haben kann. Das ist abhängig von der entsprechenden Sorte.

Vollkorn kann zudem für manche Menschen tatsächlich unverträglich und demnach ungesund sein. Schuld an der Unverträglichkeit können zum einen sekundäre Pflanzenstoffe sein, die in den Randschichten des Getreidekorns enthalten sind – sogenannte Antinutritiva. Auch die in Vollkorn enthaltenen Ballaststoffe werden von manchen Menschen nicht vertragen. Und natürlich kann das in manchen Vollkornsorten enthaltene Gluten für Menschen mit Glutenunverträglichkeit oder Glutenintoleranz ungesund sein. Achten Sie daher beim Verzehr von Vollkorn und Vollkornprodukten auch darauf, inwieweit es Ihnen persönlich bekommt. Denn wenn Sie nach dem Verzehr von Vollkorn regelmäßig Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall haben, sollten Sie den Verzehr entweder reduzieren oder Vollkorn ganz sein lassen.

Erfahren Sie mehr zu den Inhaltsstoffen, die Vollkorn ungesund machen können.

Unser Experte Dr. Wimmer ist übrigens der Meinung: Mit Vollkornbrot kann jeder, der es verträgt, abnehmen!

Mit Vollkornbrot abnehmen?

Abnehmen ohne sich zu bewegen – ein Traum wird wahr! Ist doch gar nicht möglich, völliger Quatsch, denken Sie jetzt vielleicht. Doch, ist es, sagt Dr. Wimmer. Dass Vollkornbrot gesünder ist als Weißbrot, wissen wir schon seit einigen Jahren. Es macht länger satt und ist gut für den Darm und die Verdauung. Wie man damit aber auch noch abnehmen kann, sehen Sie im Video.

BdF Dr. Wimmer über Vollkornbrot

BdF Dr. Wimmer über Vollkornbrot

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Fazit: Vollkorn ist nicht für jeden gleichermaßen gesund

Grundsätzlich gilt: Je naturbelassener ein Lebensmittel ist, umso nährstoffreicher und gesünder ist es. Vollkorn ist relativ naturbelassen und liefert diverse Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe & Co, wodurch es einige gesundheitsfördernde Eigenschaften mit sich bringt. Genauso gilt allerdings, dass ein Lebensmittel gesund ist, wenn es bekömmlich ist. Und das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Achten Sie zudem bei Vollkornprodukten wie Vollkornnudeln, -reis und -brot immer auf die Zutatenliste. Nicht immer wird das Produkt aufgrund des Anteils an Vollkorn gesund.

Wenn Sie Vollkorn vertragen, gehört es definitiv zu einer gesunden Ernährungsweise. Weitere Ernährungstipps und -tricks sowie ausgewogene und nährstoffreiche Rezepte finden Sie auf unserer umfangreichen Themenseite zu Diäten sowie in den informativen Ragebern unserer Kolumnistin Natürlich Nadine.

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