06.03.2018 - 15:47

Sinnvoll oder nicht? Hält der Glykämische Index wirklich schlank und gesund?

Was ist eigentlich dieser glykämische Index, von dem immer alle reden? Und kann man damit tatsächlich effektiv abnehmen? Unsere Kolumnistin hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt.

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Was ist eigentlich dieser glykämische Index, von dem immer alle reden? Und kann man damit tatsächlich effektiv abnehmen? Unsere Kolumnistin hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt.

Schlanker, gesünder und glücklicher mit dem glykämischen Index? Erfahren Sie, was es mit der Diät auf sich hat und ob sie wirklich hilft.

Was haben Traubenzucker, Weißbrot und Pommes gemein? Vielleicht lautet Ihre Antwort, dass die drei Nahrungsmittel ziemlich gut schmecken. Eine andere Antwort wäre, dass Traubenzucker, Weißbrot und Pommes allesamt einen hohen glykämischen Index haben. Sprich: Der Verzehr dieser Lebensmittel wirkt sich stark auf den Blutzuckerspiegel aus und kann dadurch zu allerlei Beschwerden, Krankheiten und Übergewicht führen. So zumindest besagt es die Ernährung nach dem glykämischen Index. Aber ist eine solche Diät, bei der auf solche Nahrungsmittel verzichtet wird, wirklich die Lösung für dauerhaften Gewichtsverlust und Gesundheit?

Was ist der glykämische Index?

Zunächst soll erläutert werden, wobei es sich beim glykämischen Index überhaupt handelt. Der glykämische Index (GI) ist ein Wert, der aufzeigt, wie stark sich der Verzehr eines kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittels auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Dabei werden Nahrungsmittel in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Lebensmitteln mit hohem GI (> 70) wie zum Beispiel: Traubenzucker (Glukose), Weißbrot, Pommes, Kartoffelpüree, Bratkartoffeln, Cornflakes, Chips, weißer Reis, Kürbis, Wassermelone etc.
  • Lebensmittel mit mittlerem GI (55-70) wie zum Beispiel: Zucker, Cola, Ananas, Rote Bete, Müsli
  • Lebensmittel mit niedrigem GI (< 55) wie zum Beispiel: Vollkornbrot mit ganzen Körnern, Hafer, Salzkartoffeln, Möhren, Apfel, Joghurt, Linsen

Das Interessante dabei ist, dass nicht nur das Nahrungsmittel allein entscheidet, welchen GI es hat, sondern auch dessen Zubereitungsform. So haben Pommes, Bratkartoffeln und Kartoffelpüree beispielsweise einen hohen GI, während Salzkartoffeln einen niedrigen GI haben.

Generell sind bei dieser Diät nicht alle Kohlenhydrate als Dickmacher verschrien. Ein Unterschied zu vielen anderen Ernährungsformen, die auf Gewichtsabnahme abzielen.

Wie funktioniert die Ernährung nach dem glykämischen Index?

Die Diät bzw. Ernährung nach dem glykämischen Index ist im Prinzip ganz einfach. So sollen Sie demnach hauptsächlich Lebensmittel mit einem niedrigen glykämsichen Index verspeisen. Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index wiederum sollten so weit wie möglich reduziert bzw. gemieden werden. Doch hier gibt es bereits die erste Herausforderung, denn es kursieren unterschiedliche GI-Werte zu einzelnen Lebensmitteln.

Macht die Ernährung nach dem glykämischen Index schlank und gesund?

Nahrungsmittel mit hohem GI sollen zu starken Blutzuckerschwankungen führen. Zum einen kann dies dazu führen, dass die Lust auf weitere Nahrungsmittel mit hohem GI gesteigert wird. So kann ein Teufelskreis von Heißhungerattacken entstehen, welche eine Gewichtszunahme begünstigen können. Zum anderen, kann dadurch die Fettverbrennung gehemmt werden, aber auch andere Beschwerden und Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Erkrankungen begünstigt werden. Im Umkehrschluss, wäre es also für die schlanke Linie und die allgemeine Gesundheit förderlich, auf einen stabilen Blutzuckerspiegel zu achten. Also am besten nur noch Lebensmittel mit niedrigem GI essen, oder?!

Ernährung nach dem glykämischen Index: Teilweise ungenau

Es gibt diverse Studien zur Diät nach dem glykämischen Index. Einige bestätigen die bereits oben genannten positiven Effekte auf Übergewicht, Diabetes & Co. Auf der anderen Seite kursieren jedoch unterschiedliche GI-Werte zu einzelnen Nahrungsmitteln und gleichzeitig soll sich die Art der Verarbeitung und auch Zubereitung eines Nahrungsmittels auf dessen GI-Wert auswirken können. Dies macht die Ernährung nach dem glykämischen Index teilweise ungenau und komplex. Außerdem hat man in einer Studie herausgefunden, dass die Blutzucker- und Insulinreaktion des Körpers auf ein bestimmtes Nahrungsmittel von Mensch zu Mensch verschieden sein kann. So kann beispielsweise ein gemäß GI niedrig eingestuftes Nahrungungsmittel bei einem Mensch zu einem starken Blutzuckeranstieg führen, während ein gemäß GI hoch eingestuftes Nahrungsmittel nur eine geringe Blutzuckerreaktion hervorrufen kann.

Fazit: Der glykämische Index ist eine Hilfestellung aber kein Allheilmittel

Starke Blutzuckerschwankungen können durchaus Übergewicht, Diabetes und andere Krankheiten begünstigen. Und so ist der Ansatz einer Diät, respektive Ernährungsform – wie die gemäß des glykämischen Index' –, die sich darauf ausrichtet, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, durchaus effektiv und sinnvoll. Auf der anderen Seite jedoch ist jeder Mensch und jeder Stoffwechsel unterschiedlich und somit auch deren Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel. Der glykämische Index kann daher zwar eine Hilfestellung bieten, um langfristig gesund und schlank zu bleiben, er ist jedoch keine allgemein gültige Nonplusultra-Lösung bzw. ein Allheilmittel.

Weitere Artikel rund um gesunde, kalorienreduzierte Ernährung sowie ausgewogene und nährstoffreiche Rezepte finden Sie auf unserer Themenseite zu Diäten sowie in den Ragebern unserer Kolumnistin Natürlich Nadine.

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