18.08.2017

Natürlich Nadine Nicht nur für Veganer: 5 pflanzliche Alternativen für Milch

Foto: iStock/Amawasri

Hafer, Mandel, Soja & Co.: Erfahren Sie mehr über vegane Milchprodukte, deren Nährstoffe und Geschmack und welche am besten zu Kaffee passt.

Aus Reis, Dinkel oder Hafer können sie sein, aus Mandeln, Soja, Kokos ja sogar aus Hanf: die pflanzlichen, veganen Milchalternativen, die es seit geraumer Zeit in immer größeren Mengen und mehr und mehr Varianten in unseren Supermarktregalen und sogar in Cafés gibt. So könnte man meinen, dass die Anzahl an vegan lebenden Menschen zugenommen hat. Was sie sicherlich auch hat, aber die Nachfrage scheint nicht nur von Veganern zu kommen. Die Auswahl an pflanzlichen Milchersatzprodukten ist auch ein Segen für Menschen mit Laktoseintoleranz und viele, die sich bewusster und gesünder ernähren.

Warum die Nachfrage an veganen Milchalternativen steigt

Ca. 15% der Deutschen sollen von Laktoseintoleranz oder -unverträglichkeit betroffen sein und diese Zahl scheint weiter zu steigen. Zum einen aufgrund von sich immer weiter verbessernden Diagnosemöglichkeiten. Zum anderen aufgrund eines steigenden Gesundheits- und Ernährungsbewusstseins: Immer mehr Menschen erachten Kuhmilch als ungesund. Dabei ist es nicht unbedingt die Kuhmilch an sich, die ungesund ist, sondern das, was aus ihr gemacht wurde. Denn um sie haltbar zu machen, wurde sie immer weiteren Prozessen unterzogen, erhitzt und damit auch denaturiert. Dem Körper bekommt das nicht unbedingt, was immer mehr Menschen merken und daher auf pflanzliche, vegane Alternativen zurück greifen. Hinzu kommt der ethische Aspekt der Milchproduktion, die mehr und mehr Menschen dazu bringt, ihren Kuhmilchkonsum zu reduzieren und vermehrt pflanzliche Milchalternativen zu wählen.

Pflanzliche Milchersatzprodukte ist nicht immer gesund: Was Sie beim Kauf beachten sollten

Pflanzliche Milchsorten sollen wichtige Nährstoffe liefern und gesund sein. Ja, aber … vegane Milchalternativen wie Hafermilch, Sojamilch oder Mandelmilch sind oftmals mit Süßungsmittel versetzt. Achten Sie daher beim Kauf unbedingt darauf, die ungesüßte Variante zu wählen, um hier nicht in eine Zuckerfalle zu tappen. Neben Zucker oder anderen Süßungsmitteln werden oftmals weitere Zusatzstoffe verwendet, daher sollten Sie generell immer die Zutatenliste lesen, bevor Sie eine pflanzliche Milchalternative kaufen. Und zu guter Letzt, verzichten Sie auf pflanzliche Milchsorten mit Geschmack, wie Banane, Erdbeere oder Ähnliches, denn auch hier werden oftmals Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker und/oder Aromen verwendet. Wählen Sie am besten immer die naturbelassene Variante einer pflanzlichen Milchalternative. Hier sollte nicht mehr enthalten sein als die Grundzutat (Mandel, Hafer, Soja, Dinkel …) sowie Wasser und ggf. etwas pflanzliches Öl und Meersalz. Oder: Sie stellen Ihre pflanzliche Milch einfach selbst her!

5 vegane pflanzliche Milchalternativen im Überblick: Geschmack, Nährstoffe, Konsistenz

Mandel, Hafer, Soja, Hanf, Reis – welche Sorte soll es nun sein? Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über fünf pflanzliche, laktosefreie und vegane Milchalternativen, über deren Nährstoffe, Geschmack und welche sich besonders gut im Kaffee machen. Achten Sie wie bei allen Lebensmitteln darauf, nicht immer ein und dieselbe Milchsorte zu verzehren, sondern wechseln Sie hin und wieder ab, um möglichst unterschiedliche Nährstoffe zu sich zu nehmen und natürlich auch Abwechslung im Geschmack zu haben. Viel Freude beim Ausprobieren!

Sojamilch

Sojamilch ist wohl eine der ersten pflanzlichen Milchalternativen gewesen. Soja ist per se reich an wertvollen Proteinen, was sie damit zu einer wertvollen Eiweißquelle für Veganer macht. Außerdem enthält Soja Mineralien wie Magnesium und Kalium uns ist dabei glutenfrei. Im Kaffee macht sich Sojamilch gut, da sie sich sehr gut schäumen lässt. Allerdings ist sie hier nicht jedermanns Geschmack.

Es gibt zwei Problematiken bei Soja. Erstens: Soja und damit auch Milch auf Sojabasis sollten immer in Maßen verzehrt werden, denn die Bohne enthält Stoffe, die dem weiblichen Östrogen ähneln. In zu hohen Menge verzehrt ist es daher möglich, dass Soja auf den Hormonhaushalt einwirkt. Zweitens, ist die Nachfrage nach Soja mittlerweile so hoch ist, dass Sojabohnen oftmals mit Gentechnik hergestellt werden und weit reisen müssen, bevor sie bei uns ankommen. Meine Empfehlung ist daher, auf Sojamilch aus regionaler Herstellung zurück zu greifen. Sojabohnen aus Deutschland? Ja, tatsächlich gibt es Milch aus Sojabohnen vom Bodensee.

Mandelmilch

Nach Sojamilch ist Mandelmilch wohl mit die beliebteste pflanzliche Milchalternative und tatsächlich eignet sie sich besonders gut als Ersatz von Kuhmilch, da sie eine ähnliche Konsistenz mit sich bringt und sich somit zum Beispiel gut zum Backen eignet. Unter den Milchersatzprodukten ist sie einer derjenigen, die sich am besten aufschäumen lässt und somit super zu Cappuccino & Co. passt. Allerdings verändert diese Milchalternative den Kaffeegeschmack, was nicht für jeden was ist. Mandeln enthalten Proteine sowie zahlreiche Mineralstoffe, wie Kalzium, Kalium, Magnesium oder auch Phosphor. Die Milchalternative auf Nussbasis ist natürlich nichts für Nussallergiker.

Erfrischend: Weißer Smoothie mit grünem Apfel und Cashews

Reismilch

Reismilch hat eine recht wässrige Konsistenz und ist damit nicht die perfekte Kuhmilchalternative. Dafür bringt sie geschmacklich eine eigne herrliche Süße mit sich. Sie passt gut ins Müsli oder auch in einen Smoothie. Oftmals wird sie in Kombination mit Kokosmilch angeboten, was sie nochmals süßer macht. Reismilch ist vor allem bei Allergikern beliebt, da sie unter den pflanzlichen Milchersatzprodukten die allregenärmste sein soll. Reismilch ist allerdings nicht sehr reich an Mikronährstoffen und enthält einen relativ hohen Kohlenhydratgehalt (daher die Süße). Für Menschen, die viel Sport machen ist sie daher eine schnelle Energiequelle. Wenn Sie allerdings abnehmen wollen, sollten Sie sie in Maßen verzehren.

Hafermilch

Diese Milchalternative wird auf Basis von Hafer hergestellt. Hafer enthält unter anderem wichtige Mineralstoffe, wie Eisen und Magnesium. Hafermilch ist mein persönlicher Liebling unter den pflanzlichen Milchalternativen, denn sie hat einen sehr dezenten Geschmack, wodurch sie super ins Müsli passt. Vor allem aber ist Hafermilch meiner Meinung nach geschmacklich und konsistenzseitig die beste pflanzliche Milchalternative für Kaffee.

Manche Menschen mit Glutenintoleranz vertragen Hafer allerdings nicht und sollten dies daher auch bei der Milchvariante des Korns beachten. Mittlerweile gibt es aber sogar glutenfreie Hafermilch. Und da es sich bei Hafer wie bei Reis um ein Getreide handelt, ist auch Hafermilch relativ reich an Kohlenhydraten

Hanfmilch

Hanfmilch ist wahrscheinlich der Exot unter den pflanzlichen Milchersatzprodukten und noch relativ neu auf dem Markt. Daher findet man sie eher in ausgewählten Biosupermärkten und Reformhäusern, wobei sie auch hier meist aus dem Ausland kommt. Hanf ist per se reich an ungesättigten Fettsäuren, wie Omega 3 und Omega 6, Mineralien wie Magnesium und Kalium und ist eine sehr gute Proteinquelle für Veganer. Die Milchalternative ist von der Konsistenz her ein guter Ersatz für Kuhmilch und lässt sich daher zum Kochen und Backen verwenden. Aber auch im Müsli oder Smoothie macht sie sich gut.

>> Siehe auch: Kolumne: Natürlich Nadine

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