30.06.2017

Natürlich Nadine Warum Sie heimische Produkte essen sollten

Es gibt fünf gute Gründe, weshalb Sie mehr heimische Lebensmittel der Saison essen sollten.

Foto: iStock/ branex

Es gibt fünf gute Gründe, weshalb Sie mehr heimische Lebensmittel der Saison essen sollten.

Nährstoffreich, ausgewogen, gesund und nachhaltig ernähren: Das gelingt mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln.

Die Grundpfeiler einer gesunden Ernährung sind aus meiner Sicht Nährstoffreichtum (der unter anderem durch einen hohen Anteil an pflanzlichen Nahrungsmitteln sichergestellt wird), Naturbelassenheit, Qualität der Lebensmittel sowie Ausgewogenheit und damit Abwechslung. Und tatsächlich gibt es eine Ernährungsweise, mit der diese Aspekte weitestgehend erfüllt werden: eine regionale und damit saisonale Ernährung.

Wie regional und damit saisonal ist das, was in Ihren Einkaufswagen und auf den Tisch kommt? Kaufen Sie vor allem Zucchini, Auberginen, Tomaten, Gurken, Äpfel, Bananen und Trauben – und das das ganze Jahr über? Oder kommen auch mal Pastinaken, Topinambur, Grünkohl, Porree, Steckrüben, Quitten, Mirabellen, Stachelbeeren oder Rhababer in den Einkaufskorb?

Was bedeutet regional und saisonal?

Regional bedeutet, dass ein Lebensmittel aus der Region kommt. Klingt schon einmal logisch, oder? Wie genau diese Region nun eingegrenzt ist, ist nicht strikt festgelegt. Vielleicht könnte man sagen, regional bedeutet, aus dem Bundesland kommend oder eben aus dem näheren Umfeld der Stadt, in der man wohnt. Um nicht allzu streng zu sein, kann sich Regionalität auch auf das eigene Land beziehen. Soweit zur Regionalität, aber was bedeutet es nun, sich saisonal zu ernähren?

Eine regionale Ernährungsweise ist automatisch auch eine saisonale Ernährungsweise. Denn nur das Obst und Gemüse, das gerade Saison hat, kann aus der Region kommen. Würde man dies umdrehen, so könnte man rechtfertigen, dass immer irgendwas irgendwo auf der Welt Saison hat. Regional bedeutet allerdings frisch und reif geerntet und das Minimieren von Transportwegen. Das hat natürlich Vorteile für die Umwelt, für den regionalen Bauern und auch für Sie und Ihre Gesundheit.

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Welche Vorteile hat eine regionale und saisonale Ernährungsweise?

Wie ich eingangs erwähnt habe, beruht eine gesunde Ernährung meines Erachtens auf bestimmten Grundpfeilern. Sich weitestgehend regional und saisonal zu ernähren erfüllt einige davon ganz automatisch. Hinzu kommen außerdem Vorteile für unsere Umwelt und Natur. Sehen wir uns diese genauer an:

Vorteil 1: Nährstoffreichtum durch regionale Ernährung

Tatsächlich hat erst vollständig gereiftes Obst und Gemüse auch sein vollständiges Nährstoffprofil entwickelt. Früchte, die unreif am anderen Ende der Welt geerntet werden, wurden vorzeitig vom Stamm, über den Nährstoffe bezogen werden, getrennt. Dadurch wurde zumindest nährstoffseitig die Entwicklung beendet. Eine Ernährung, die zum Großteil auf regionalen Produkten basiert, die reif geerntet werden, stellt den Nährstoffreichtum der Nahrung sicher.

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Vorteil 2: Saisonal essen führt zu Abwechslung und Ausgewogenheit

Nährstoffe sind das eine, aber wenn Sie die ganze Zeit nur nährstoffreiche Karotten essen würden, dann wäre dies auch nicht gesund, denn so würden zwar bestimmte Vitamine und Mineralien voll und ganz abgedeckt sein, dafür aber andere fehlen. "Abwechslungsreich = Nährstoffreich" lautet daher die Devise. Das Schöne: Eine regionale Ernährungsweise stellt dies automatisch sicher, da aufgrund der wechselnden verfügbaren Lebensmittel auch unterschiedliche Nährstoffe verspeist werden.

Vorteil 3: Naturbelassenheit und Qualität der Nahrung durch Nähe zum Erzeuger

Wissen Sie, an welchem Baum die von Ihnen gekaufte Banane hing, wo dieser stand und wie er behandelt wurde? Je größer die Entfernung ist, die ein Produkt zurücklegen musste, umso intransparenter ist dessen Qualität und Naturbelassenheit (an dieser Stelle bezogen auf Pestizide, Dünger usw.). Klar, nun wissen Sie auch nicht immer, wie das bei dem Apfel aussieht, der aus der Region kommt. Aber: Bei regionalen Produkten besteht zumindest die Möglichkeit, dies heraus zu finden. Nämlich, indem Sie mit dem Erzeuger bzw. Bauern direkt sprechen. So könnten Sie ihn auf dem Wochenmarkt ansprechen und befragen oder aber einfach direkt zum Bauernhof fahren und sich von der Qualität und Herstellungsweise überzeugen lassen.

Vorteil 4: Regional einkaufen und damit die heimischen Bauern unterstützen

Es gibt es weitere Gründe, die für eine regionale und saisonale Ernährung sprechen. Dazu zählt die Unterstützung der heimischen Bauern. Aufgrund von immer schneller werdenden Herstellungsverfahren, Massenware, großen Konzernen und Subventionen, haben es unsere Bauern häufig nicht leicht, im Wettbewerb zu bestehen. Dabei ist es von Vorteil regionale Erzeugnisse zu kaufen, denn so bleibt das Geld in der Region und kann hier wieder reinvestiert werden. Aber neben dem wirtschaftlichem, geht es hier auch schlichtweg um den sozialen Aspekt: Menschen in der Nähe zu unterstützen.

Vorteil 5: Mit regionaler Ernährung den CO2 Abdruck reduzieren

Zu guter Letzt hat eine regionale und saisonale Ernährung Vorteile für unsere Umwelt, denn die Transportwege sind wesentlich kürzer. Anstatt weite Wege mit dem Schiff, Flieger und ähnlichen Transportmitteln über Tausende von Kilometern hinter sich zu haben, sind regionale Erzeugnisse nur kurz gereist, um auf den Marktständen in Ihrer Nähe zu landen. Somit kann durch den Einkauf regionaler Produkte der CO2-Ausstoß positiv beeinflusst werden und unsere Umwelt und Natur geschont werden.

Wie gelingt eine regionale und saisonale Ernährungsweise?

Sich regional und saisonal zu ernähren muss und sollte kein Dogma sein, das zu 100% erfüllt werden muss. Achten Sie viel mehr darauf, an welchen Stellen Ihrer Ernährung, regionale Produkte verwendet werden könnten. Hier finden Sie einige Tipps, wie die regionale Ernährungsweise gelingt:

>>Saisonkalender: Wann wächst welches Obst und Gemüse?

  • Machen Sie sich schlau, was hierzulande gerade Saison hat. Hierfür können Sie sich im Internet einen Saisonkalender für Obst und Gemüse herunter laden oder auf dem Wochenmarkt bei Bauern und Erzeugern nachfragen.
  • Fangen Sie vor allem bei “Standardprodukten” wie Äpfeln, Tomaten, Gurken oder Karotten an, auf deren Herkunft zu achten und diese gemäß der Saison zu kaufen.
  • Lesen Sie die Lebensmittelbeschreibungen oder Etikette, um herauszufinden, ob ein Produkt regional erzeugt wurde. Achten Sie auf Bezeichnungen wie "Regional", "aus der Region", "Herkunftsland Deutschland".
  • Gehen Sie auf den Wochenmarkt und sehen sich bewusst um, welche Obst- und Gemüsesorten gerade Saison haben oder fragen Sie den Produzenten oder Bauern direkt.

Damit wünsche ich Ihnen viel Freude beim Entdecken der bunten Vielfalt von regionalen und saisonalen Lebensmitteln!

Siehe auch: Kolumne: Natürlich Nadine

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