10.05.2017

Abnehmen mit Kartoffeln & Reis High Carb: Abspecken mit Kohlenhydraten

Abnehmen mit Kohlenhydraten? Die High-Carb-Diät macht's möglich!

Foto: iStock/ bit245

Abnehmen mit Kohlenhydraten? Die High-Carb-Diät macht's möglich!

Wer auf Kohlenhydrate verzichtet, nimmt ab. Es geht aber auch umgekehrt – wie das High-Carb-Konzept von Dr. John A. McDougall zeigt.

„Kohlenhydrate sind böse“ – die meisten Abnehmwilligen dürften diesen Satz bereits verinnerlicht haben. Viele Diäten und Ernährungsformen predigen einen – mal mehr, mal weniger – ausgeprägten Verzicht auf Kohlenhydrate. Low Carb (engl. Abkürzung für "wenig Kohlenhydrate") ist deshalb seit Jahren in aller Munde: Man verzichtet auf Kartoffeln, Pasta und Reis, darf dafür aber viel Eiweiß und Fett zu sich nehmen.

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Für einige ist diese Form der Ernährung problemlos durchsetzbar, anderen wiederum fällt der Verzicht sehr schwer. Für eben jene dürfte der folgende Satz für Schmetterlinge im Bauch sorgen: Es gibt eine Diät, bei der Sie sich an leckeren Kohlenhydraten satt essen dürfen. Klingt nach einem wahr gewordenen Traum – oder etwa nicht?

Was die High-Carb-Ernährung verspricht

Essen so viel man möchte, keine Heißhungeranfälle und dabei nicht nur abnehmen, sondern auch etwas für seine Gesundheit tun – all das sind Versprechen der High-Carb-Diät nach Dr. John A. McDougall. Der amerikanische Arzt hat sich eingehend mit einer stärkebasierten Ernährungsweise auseinandergesetzt und die Ergebnisse in seinem Buch „Die High-Carb-Diät: Abnehmen mit den richtigen Kohlenhydraten“ festgehalten.

Seiner Theorie zufolge sind unsere Vorfahren seit Jahrhunderten in erster Linie Stärke-Esser. Er verweist auf verschiedene asiatische Völker, deren Mahlzeiten über längere zeitliche Intervalle hinweg vor allem aus Reis bestanden. Kaum jemand habe an Übergewicht oder an chronischen Krankheiten gelitten. An Erkenntnissen wie dieser orientiert sich sein Ernährungskonzept. Doch auch hier muss an bestimmten Lebensmitteln gespart werden.

Ganz ohne Verzicht geht’s nicht

Klar – es klingt super, sich an Kartoffeln und Co. satt zu essen. Aber natürlich gibt es auch einige Dinge, auf die man dann verzichten muss. Sonst würde man wohl kaum abnehmen können. Und auch bei der High-Carb-Ernährung sind die Einschnitte in den Speiseplan tief. Verboten sind nämlich alle Formen von tierischem Eiweiß. Richtig gelesen – im Prinzip kann man McDougalls Konzept als vegane Ernährung bezeichnen. Mehr noch: Neben tierischen Eiweißen sind auch pflanzliche Öle verboten. Die Ernährung setzt voll und ganz auf stärkehaltige Lebensmittel sowie Gemüse und Obst.

Was man essen darf – und was eben nicht

70 Prozent Stärke, 20 Prozent Gemüse, zehn Prozent Obst und 0 Prozent Fleisch, Fisch und Milchprodukte: so darf man sich die High-Carb-Ernährung nach McDougall vorstellen. In unserer Tabelle können Sie nachlesen, welche Lebensmittel sie ohne Reue genießen können – und von welchen Sie die Finger lassen sollten.

Daran dürfen Sie sich sattessen:

Kartoffeln, Süßkartoffeln, Reis, Mais, Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Erbsen), Hirse, Gerste, Hafer, Weizen, Vollkorngetreide, Gemüse, Obst

Darauf sollten Sie verzichten:

Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier, alle weiteren tierischen Produkte, keine tierischen Fette, keine pflanzlichen Öle, keine verarbeiteten Lebensmittel (Ausnahmen im Buch nachzulesen)

Wer abnehmen möchte oder an einer chronischen Krankheit leidet, sollte außerdem diese Lebensmitteln einsparen:

Avocados, Einfachzucker, Erdnüsse/ Erdnussbutter, Fruchtsäfte, Mehl, Nüsse, Obst, Samen,Trockenobst

Bei so vielen verbotenen, bzw. nicht empfohlenen Lebensmitteln klingt diese Form der Ernährung schon nicht mehr ganz so traumhaft, wie zunächst angenommen. Natürlich hat jede Diät ihre Vor- und Nachteile.

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Vorteile

Man kann sich satt essen und muss keine Kalorien zählen – das ist erst einmal sehr angenehm, zumal auf diese Weise Heißhungeranfälle kaum eine Chance haben. Da fest vorgegeben ist, welche Lebensmittel verzehrt werden dürfen und welche nicht, sind die Regeln klar, so dass keine Missverständnisse aufkommen solllten. Vegane, stärkehaltige Ernährung mit viel Gemüse und mit wenig Fett kann zu einer Verbesserung der Gesundheit führen.

Nachteile

Bei all den Vorteilen darf man aber auch die Nachteile nicht außen vor lassen. Tatsächlich geht die High-Carb-Ernährung mit viel Verzicht einher. Für Vegetarier und Veganer dürfte es keine allzu große Umstellung sein. Isst man allerdings gern und regelmäßig Fleisch, dürfte man sich nur sehr schwer in dieses Konzept einleben können. Ebenfalls problematisch ist das Essen außer Haus. Weder Restaurant noch Imbissbude bieten Speisen an, die diesem Ernährungskonzept gerecht werden. Es muss also geplant und fleißig zu Hause vorgekocht werden. Wer plant, schnell viel abzunehmen, sollte ebenfalls eine andere Diät aussuchen, da erste Erfolge verhältnismäßig spät eintreten.

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Fazit

Das High-Carb-Prinzip ist weniger eine Diät als eine dauerhafte Umstellung der Ernährung, die man laut McDougall bis ans Lebensende durchziehen kann. Wer sich darauf einlässt, sollte vorher Vor- und Nachteile für sich abwägen. Vegetarier und Veganer haben es eindeutig leichter als Fleischesser. Und wenn die nicht auf Steak, Omelette oder Milch verzichten wollen, sollten sie eben doch lieber beim Gegenprogramm Low-Carb bleiben.

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Siehe auch: Diäten

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