11.05.2017

Natürlich Nadine Low Carb: Sind schon beim Frühstück Kohlenhydrate tabu?

Kohlenhydrate sind für den Körper die Energiequelle Nummer 1.

Foto: iStock/tataks

Kohlenhydrate sind für den Körper die Energiequelle Nummer 1.

"Low Carb" ist eine beliebte Diät-Methode. Aber sollten wir uns schon beim Frühstück kohlenhydratarm ernähren oder ist das schlecht für den Körper?

Während die Franzosen ihren Café au Lait mit Croissant genießen, die Italiener zu ihrem Espresso ein Cornetto (eine Art Hörnchen) bevorzugen und die Spanier Pan de Leche (so etwas wie Milchbrötchen) zum Kaffee essen wird eines klar: Die Südländer scheinen Kohlenhydrate am Morgen zu lieben.

Hierzulande sind die Vorlieben nicht ganz so offensichtlich. Von Müsli über Joghurt, Brot und Eierspeise gibt es sämtlich Fühstücksvarianten, die sowohl kohlenhydratreiche als auch kohlenhydratarme Gerichte beinhalten. Aber was ist nun besser: Low Carb zum Frühstück oder nicht?

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Low-Carb- oder High-Carb-Frühstück: Das Aktivitätslevel entscheidet

Sind Sie tagsüber wirklich so aktiv, dass Sie die Energie eines sehr kohlenhydratreichen Frühstücks überhaupt brauchen bzw., noch wichtiger: Sie auch VERbrauchen und nicht als Fett ansetzen?

Klären Sie für sich, wie viel Energie Sie für Ihren Tag brauchen. Wenn Sie einen körperlich anspruchsvollen Job haben, im Alltag sehr aktiv sind, da Sie möglicherweise Ihren gesamten Haushalt schmeißen, die Familie versorgen und den ganzen Tag durch die Gegend rennen oder sehr sportlich sind, dann kann ein kohlenhydratreiches Frühstück, wie eine große Portion Müsli, Brot oder ein Fruchtsmoothie, durchaus Sinn machen.

Sollten Sie jedoch einen Bürojob verfolgen, einer anderen, in erster Linie sitzenden, Tätigkeit nachgehen oder viel mit dem Auto unterwegs sein, brauchen Sie morgens möglicherweise nur eine kleinere Menge an Kohlenhydraten. Probieren Sie es daher eher mit einem eiweißreichen Frühstück wie Quark-Leinöl-Creme mit nur ein paar Haferflocken oder Eierspeise mit einer dünnen Scheibe oder gar keinem Brot.

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Vielleicht möchten Sie sogar zwischen Tagen unterscheiden. Wenn Sie zum Beispiel wissen, dass Sie an einem Tag eher körperlich aktiv sind oder Sport machen werden, können Sie dementsprechend ein kohlenhydratreicheres Frühstück wählen.

Übrigens: Kohlenhydrate sind auch für das Gehirn Energiequelle Nr. 1. Wenn Sie sich also als Teil Ihres Jobs stark konzentrieren oder kreativ sein müssen, können Kohlenhydrate für das Frühstück die richtige Wahl sein.

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Gute Kohlenhydrate: Achten Sie auf Naturbelassenheit

Weißbrot mit Marmelade, Knuspermüsli mit Zucker, Croissant mit Nougatcreme: Hierbei handelt es sich um sehr kohlenhydratreiche Frühstücksvarianten, die durch die darin enthaltenen stark verarbeiteten einfach Kohlenhydrate schnell zu Insulinüberproduktion und damit Blutzuckerschwankungen führen können.

Achten Sie daher bei der Auswahl an Kohlenhydratquellen für Ihr Frühstück auf Naturbelassenheit und Frische sowie auf Ballaststoffe. So sind beispielsweise frische Früchte zu Joghurt oder als frisch zubereiteter Smoothie eine gute Wahl, genauso wie Haferflocken, Hirseflocken, Dinkelflocken und ähnliches oder qualitativ hochwertiges Brot. Probieren Sie es auch einmal mit einem grünem Smoothie.

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Zu guter Letzt: Die Menge macht’s

Auch wenn die Südländer eine vermeintlich ungesündere Kohlenhydrat-Variante für ihr Frühstück wählen – Produkte aus Weißmehl und raffiniertem Zucker – so sollte doch darauf hingewiesen werden, dass die Portionsgröße meist nicht sehr groß ist. Franzosen, Italiener und Co. essen morgens nur eine Kleinigkeit. Und tatsächlich: Die Menge macht’s.

Entscheiden Sie für sich in Hinblick auf das Aktivitätslevel des Tages, ob und welche Menge an Kohlenhydraten Sie für Ihre Frühstück wählen und wie groß Ihr Frühstücksportion insgesamt sein sollte. Denn egal, ob nun Low-Carb oder High-Carb Frühstück, wenn Sie sich den Magen morgens zu voll schlagen, werden Sie wohl anstelle eines Energiekicks ein Energietief bekommen.

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Gar nicht frühstücken

Wer glaubt, seiner Linie etwas Gutes zu tun, indem man auf das Frühstück verzichtet, irrt gewaltig. Studien belegen, dass der Verzicht aufs Frühstück nicht nur zu Übergewicht, sondern auch zu Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Wer nicht frühstückt läuft Gefahr, Heißhungerattacken zu bekommen.

Denn dann fühlen wir uns schlapp, müde, unkonzentriert, brauchen dringend einen Energieschub. Da wird dann schnell in die Süßigkeiten-Schublade oder zu fettigen Snacks gegriffen – so werden vermeintlich gesparte Kalorien des Morgens im Laufe des Tages oft doppelt und dreifach aufgenommen.

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Darum sind Kohlenhydrate so wichtig

Kohlenhydrate (Zucker) sind für den Körper die Energiequelle Nr. 1. Erst wenn sie als Energiequelle verbraucht sind, greift der Körper auf die zweitbeste Energiequelle zurück: Fett. Daher werden Low-Carb-Diäten (kohlenhydratarme Diäten), gerade beim Ziel Fett abzubauen, so sehr propagiert. Die logische Schlussfolgerung an dieser Stelle würde somit lauten, dass ein Low-Carb-Frühstück empfehlenswert wäre.

Nun, so einfach ist es auch wieder nicht. Denn Kohlenhydrate sind für weitere Funktionen im Körper wichtig, zum Beispiel die Gehirnleistung. Und so wird auch im Rahmen von Low-Carb-Diäten nicht vollständig auf Kohlenhydrate verzichtet. Tatsächlich fällt dabei gerade oftmals das Frühstück eher kohlenhydratreicher aus, während das Abendessen wiederum kohlenhydratarm gehalten wird. Also doch Kohlenhydrate zum Frühstück? Meine Antwort lautet: Kommt darauf an – und zwar, meiner Meinung nach, auf Ihren (All-)Tag.

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