23.01.2020

Gesund, regional, günstig Fünf heimische Superfoods, die Sie kennen sollten

Auch hierzulande wachsen viele Lebensmittel mit Superfood-Kräften. Heimische Lebensmittel können als Nährstoff-Bomben mit den Superfoods mithalten.

Foto: iStock/Oleh_Slobodeniuk

Auch hierzulande wachsen viele Lebensmittel mit Superfood-Kräften. Heimische Lebensmittel können als Nährstoff-Bomben mit den Superfoods mithalten.

Superfood bedeutet meist teure Importware. Doch auch vor unserer Haustür wachsen zahlreiche Nährstoff-Bomben. Lesen Sie hier über Superfoods mit Heimvorteil.

Bei Superfoods denken wir meist zuerst an Chia-Samen, Goji-Beeren oder Açai. Ihre außergewöhnlich hohe Nährstoffdichte und natürlich auch ihr Exotik-Faktor haben dazu beigetragen, dass in den letzten Jahren ein regelrechter Hype um sie entstanden ist. Dabei scheint es, als ob Superfoods in erster Linie in Südamerika oder China vorkommen.

Als Superfoods werden Lebensmittel mit besonders vielen Nährstoffen insgesamt oder mit einem besonders hohen Gehalt eines bestimmten Nährstoffes verstanden. Und solche Lebensmittel wachsen auch hierzulande – und zwar nicht zu knapp! Die großen Vorteile bei unseren regionalen Superfoods: Sie sind frisch, günstiger, klimafreundlicher und durch sie wird die heimische Landwirtschaft unterstützt.

Das regionale Superfood Blaubeere: Anti-Aging-Wunder und Gedächtnis-Booster

Es sind vor allem die dunklen Pflanzenfarbstoffe, die Blaubeeren oder auch Heidelbeeren zum wahren Superfood machen. Das Blau der Blaubeeren steckt nämlich voller Antioxidantien, welche unsere Zellen schützen und damit nicht nur Entzündungen entgegen wirken, sondern auch den Alterungsprozess verlangsamen. Davon profitieren nicht nur die Hautzellen sondern auch die Gehirnzellen! Das regionale Superfood mit Anti-Aging-Effekt enthält außerdem die Vitamine A, C und E sowie Folsäure, Riboflavin und Niacin, wodurch unter anderem der Energiestoffwechsel und die Fettverbrennung unterstützt werden.

Blaubeeren sind die regionale Alternative zu Açaí-Beeren. Der Preisunterschied liegt bei ca. 18 Euro pro 100 g. Außerdem: In frischen Blaubeeren steckt die volle Nährstoff-Power. Açaí dagegen gibt es meist nur getrocknet in Pulverform aus Südamerika zu kaufen.

Leinsamen: Verdauungsfördernder Lieferant für Omega-3-Fettsäuren

Leinsamen bieten Nährstoff-technisch, bis auf kleine Unterschiede, das Gleiche wie Chia-Samen. Nur scheinen sie nicht so „sexy“ wie ihre Verwandten aus Südamerika. Zu Unrecht: Als Lieferant für die essenziellen und gesunden Omega-3-Fettsäuren können sie genauso gut mithalten – vor allem Leinöl enthält eine hohe Menge an Omega 3. Und auch was die verdauungsfördernden Eigenschaften betrifft, stehen Sie dem Superfood aus Übersee in nichts nach. Leinsamen können dazu beitragen Entzündungen im Körper zu lindern, das Herz zu stärken und den Cholesterinspiegel zu senken. B-Vitamine, Folsäure und Magnesium werden auch noch mitgeliefert.

Leinsamen sind die regionale Alternative zu Chia-Samen. Der Preisunterschied liegt bei ca. 3 Euro pro 100 g. Außerdem: Im Gegensatz zu Chia müssen Leinsamen nicht teuer importiert werden. Zudem geht die hohe Nachfrage des südamerikanische Trend-Food auf Kosten der Einheimischen. Ökonomisch und ökologisch gesehen sind Leinsamen die bessere Wahl.

Sanddorn: Wunderbeere für das Immunsystem

Mit 450 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm schlägt Sanddorn die Zitrone um das Zehnfache. Im Vergleich zum Superfood Camu Camu, das etwas 2.000 Milligram Vitamin C pro 100 Gramm beinhaltet, liegt Sanddorn zwar weiter hinten, überzeugt dafür jedoch neben zahlreichen Mineralien und Spurenelementen im hohen Gehalt an Vitamin B12, welches nur selten in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt. Das macht Sanddorn für Veganer eigentlich unverzichtbar.

Als Immun-Booster in der Erkältungszeit und Nervennahrung bei Erschöpfung sorgt die knallorange Beere für frischen Tatendrang, gleicht die Folgen einseitiger Ernährung aus und schützt den Magen vor Übersäuerung. Und in Sachen Vitamin A (Stärkung der Netzhaut, verhindert Nachtblindheit) stellt Sanddorn die Karotte ebenfalls weit in den Schatten.

Sanddorn ist daher eine klasse regionale Alternative zur Camu Camu, Acerola oder Goji-Beere. Der Preisunterschied im Vergleich zu letzterem liegt bei ca. 2 Euro je 100 g. Außerdem: Gegenüber den exotischen Superfoods aus Übersee, lässt sich beim heimischen Sanddorn eher nachvollziehen unter welchen Bedingungen sie angebaut und gezüchtet worden sind.

Grünkohl: Detox-Gemüse mit Anti-Krebs-Wirkung

In den USA oder Australien wird Grünkohl aufgrund seiner gesunden Wirkung schon länger als DAS Superfood schlechthin gefeiert. Aber auch hierzulande ist mittlerweile klar, was für ein großartiges Gemüse auf unseren heimischen Feldern wächst. Grünkohl hat einen enorm hohen Chlorophyll-Anteil, dem die Eigenschaft nachgesagt wird, aggressiven Krebszellen entgegen zu wirken. Gleichzeitig wirkt Chlorophyll blutbildend, blutreinigend und antioxidativ. Ebenso beachtlich: 200 Gramm Grünkohl decken den Tagesbedarf an Vitamin A, C und K.

Grünkohl ist die regionale Alternative zu dem häufig aus Neuseeland oder USA importierten Weizengras. Der Preisunterschied liegt bei ca. 20 Euro je 100 g. Grünkohl ist mit seinen 2 Euro pro Kilo fast geschenkt und lässt sich ganz einfach in die tägliche Ernährung integrieren. Es gibt jedoch auch regionale Weizengrasprodukte.

Walnüsse: Regionales Superfood für Herz und Cholesterin

Walnüsse sind supergesund

und dazu auch noch regional. Das heimische Superfood ist reich an ungesättigten Fettsäuren, die positiv auf Blutfettwerte wirken und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen können. Dabei ist vor allem ihr hoher Gehalt an Omega-3-Fettsäuren hervorzuheben, welche entzündungshemmend, abwehrstärkend und antioxidativ wirken. Hinzu kommt eine beachtliche Menge an Vitamin E, welches ebenfalls zu den Antioxidantien gehört und das Immunsystem unterstützt, sowie Folsäure und einige andere Vitamine aus der B-Gruppe, die wichtig für den körpereigenen Energiestoffwechsel sind.

Walnüsse sind eine klasse regionale Alternative zu Avocados – vor allem was ökologische Aspekte betrifft. Avocados stammen meist aus Südamerika und müssen daher tausende Kilometer zurücklegen, bis sie es in unsere Gemüseregale schaffen. Hinzu kommt der enorme Wasserverbrauch für die Produktion: es werden ca. 1.000 Liter für nur 1 Kilogramm Avocados benötigt.

Hier sehen Sie weitere regionale und günstige Superfood-Alternativen:

Fazit: Der Griff zu regionalen Superfoods lohnt sich

Unsere heimischen Alternativen stehen den exotischen Superfoods, was Nährstoffe und Gesundheitsfaktor betrifft, in nichts nach. Was Preis und Nachhaltigkeit betrifft, sind die regionalen Superfoods sowieso weit vorne: Sie sind günstiger und besser für die Umwelt . Greifen Sie also häufiger zu Blaubeere, Grünkohl, Walnuss und Co. anstatt zu exotischen Superfoods, wie Avocado, Quinoa und Goji.

Beachten Sie außerdem: Nur weil ein Lebensmittel nicht als Superfood bezeichnet wird, ist es nicht gleich weniger wert oder weniger gesund! Auch andere regionale Früchte, Gemüse, Nüsse, Getreide und so weiter sind wertvolle Nährstofflieferanten und die Basis einer gesunden Ernährung.

Informieren Sie sich auf unserer Themenseite rund um Superfoods. Mehr über die regionalen Superfoods Grünkohl und Walnuss finden Sie ebenfalls auf unseren Themenseiten.

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