01.12.2016

Zuckerfrei So erkennen Sie Zucker in Ihren Lebensmitteln

Zucker verbirgt sich nicht nur hinter Kandis und Puderzucker. Er hat noch zahlreiche weitere Namen.

Foto: istock/tycoon751

Zucker verbirgt sich nicht nur hinter Kandis und Puderzucker. Er hat noch zahlreiche weitere Namen.

Studieren wir beim Einkaufen im Supermarkt die Zutatenlisten, können wir kaum noch erkennen, was sich hinter den oft kryptischen Bezeichnungen verbirgt. Können Sie alle Decknamen von Zucker enttarnen?

Wer sich genauer mit seiner Ernährung auseinandersetzt, kommt irgendwann an den Punkt, an dem er sich fragt, welchen Beitrag Zucker in der Ernährung leistet. Wie ungesund ist Zucker wirklich? Wieviel Zucker sollten wir am Tag zu uns nehmen? Wieviel Zucker nehmen wir tatsächlich zu uns?

Gehen wir einen Schritt weiter und möchten wie Anastasia Zampounidis vollständig auf Zucker verzichten, tauchen schon die ersten Schwierigkeiten auf. Zucker ist nicht gleich Zucker und er taucht mit den unterschiedlichsten Namen in unseren Lebensmitteln auf. Wir beschäftigen uns in diesem Artikel ausführlich mit dem Thema Zucker.

Hinter welchen oftmals kryptischen Namen sich Zucker verbirgt, welche Alternativen es gibt, ab wann der Zuckerkonsum bedenklich wird und wie wir es schaffen weniger Zucker zu verzehren, klären wir hier.

Die häufigsten Süßstoffe auf einen Blick

Wer beim Zucker den Überblick verliert, dem kann mit einem einfachen Tipp geholfen werden: Alles, das am Ende des Namens "-ose" trägt, ist Zucker. Das sind zum Beispiel Glucose, Fructose, Dextrose, Maltose, Saccharose oder Lactose. Die wichtigsten Zuckerarten haben wir genauer unter die Lupe genommen.

>> Anastasia Zampounidis: "Zuckerfrei fühle ich mich ausgeglichen"

Sirup

Lesen Sie auf einer Verpackung, dass Sirup enthalten ist, handelt es sich um Zucker. Auch wenn Sirup aus Früchten und Zuckerrüben gewonnen sein kann, ist es heute deutlich wahrscheinlicher, dass es sich um Sirup, der aus Mais-, Weizen- oder Kartoffelstärke gewonnen wurde.

Maltodextrin

Maltodextrin ist ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenhydraten, das ebenfalls aus Stärke gewonnen wird. Beliebt ist die Verwendung in isotonischen Sportgetränken. Auch wenn das auf den ersten Blick verwirrend erscheint: Da Maltodextrin ein langkettiges Kohlenhydrat ist, muss es nicht als Zucker deklariert werden.

Fruchtsüße

Fruchtsüße klingt zwar natürlich, aber die in Lebensmitteln enthaltende Zuckerart hat mit Früchten nichts mehr zu tun. Fruchtsüße ist eine Mischung aus Glukose und Fruktose und entspricht somit handelsüblichen Zucker.

Wieviel Zucker steckt in unseren Lebensmitteln?

Die Lebensmittelindustrie setzt Zucker vor allem für die Süße, als Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel ein. Zucker ist zudem günstiger als natürliche Geschmacksgeber, wie Früchte.Außerdem kommt hinzu, dass Haushaltszucker kennzeichnungspflichtig ist im Vergleich zu anderen Süßungsmittel, welche der Endverbraucher oft nicht als solche erkennt. Die Verbraucherzentralen haben bei einer Untersuchung bis zu 70 Zutatenbezeichnungen für Süßungsmittel entdeckt. Da hat der Verbraucher kaum noch eine Chance durchzublicken.

>> So klappt’s endlich mit dem Abnehmen

Als Beispiele:

Menge Zucker
100 Gramm Krautsalat 12 Gramm Zucker (4 Zuckerstücke)
1 Glas Gewürzgurken (670 Gramm) 12 Gramm Zucker (4 Zuckerstücke)
1 Liter Cola 100 Gramm Zucker (33 Zuckerstücke)
100 Gramm Ketchup 23 Gramm Zucker (8 Zuckerstücke)

AOK Hessen

Wann wird Zucker gefährlich?

Ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum kann zu Lasten unserer Gesundheit gehen. Dieser führt unter anderem zu einer Gewichtszunahme, aber auch zu chronische Krankheiten wie Diabetes und Karies. "Ein hoher Zuckerspiegel kann zudem zu Arterienverkalkung beitragen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen", so die AOK Hessen.

Die Crux an Zucker ist, dass sobald wir eine hohe Dosis Zucker zu uns nehmen, schnellt der Blutzuckerspiegel in die Höhe, um kurz darauf ebenso schnell wieder zu fallen. Das Ergebnis: Unser Körper signalisiert uns ein Hungergefühl, obwohl man gerade erst gegessen hat. Das führt dazu, dass wir mehr essen, als unser Körper braucht.

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Zuckerkonsum reduzieren

Um den eigenen Zuckerkonsum zu reduzieren hilft es zu wissen, wohinter sich Zucker verbirgt. Verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte enthalten oft sehr hohe Mengen an Zucker, wie die AOK Hessen herausfand. Besonders bei Wurstwaren, Fischkonserven, Ketchup und Krautsalaten steckt bedeutend mehr Zucker, als man es bei den herzhaften Lebensmitteln erwarten würde.

In möglichst naturbelassenen Lebensmitteln befindet sich tendenziell wenig Zucker, wie zum Beispiel in Naturjoghurt, Gemüse, Nüsse oder Fisch. Um sicher zu gehen, dass Sie wissen, was in Ihren Gerichten steckt und versteckten Zucker zu umgehen, hilft es, möglichst viel frisch zu kochen und seine Zutaten zu kennen. Und falls es doch einmal süß sein soll, stillen auch ein Apfel oder eine Banane den Heißhunger.

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