10.05.2016

Saft-Detox Mit Saft zu neuen Kräften: Let's Juice mit Sophie

Foto: Svenja Goebel

Ohne feste Nahrung zu neuen Kräften kommen? Was gewöhnungsbedürftig klingt, hat Sophie am eigenen Leib erlebt. Jetzt hat sie ein Juicing-Buch herausgebracht.

Sophie hat sich verausgabt: Vollkommen erschöpft und antriebslos blickt sie mit Ende 20 in den Spiegel und schaut in ein aufgequollenes, müdes Gesicht. Nach 10 Jahren als Event-Managerin hat sie den Punkt erreicht, an dem es nicht mehr geht. Heute nennt sie es Burnout, damals war es gefühlt „nur“ extreme Müdigkeit. Urlaub reichte nicht mehr, also machte sie sich auf die Suche nach Energie.

Sie bekam Besuch von einer Freundin, die einen „Freund“ mitbrachte. Dieser Freund war ein gigantischer Kombucha-Pilz, mit dem sie zuhause das fermentierte Enzymgetränk herstellte. Ein wenig skeptisch, aber doch neugierig, ließ sie sich auf den Pilz ein. Hier fiel der Startschuss für ihre Suche, wie sich bestimmte Flüssigkeiten und vor allem Säfte auf den Körper auswirken

Kleine Entsafter-Kunde: Slowjuicer vs. normaler Entsafter

Als wir Sophie zu ihrer Buchpremiere in der Saftbar BJuice in Berlin treffen, bekommen wir gleich zu Beginn eine kleine Entsafterschule, die uns verdeutlicht, was der Unterschied zwischen herkömmlichen Entsafter (Zentrifugen-Entsafter) und langsamen Entsaftern (Slow-Juicer) ist: Die langsamen haben lediglich 45 bis 60 Umdrehungen pro Minute und pressen die Früchte, das Gemüse, die Gräser und Nüsse langsam und gründlich aus. Das, was wir als „normale“ Entsafter kennen, zerschreddert Obst und Gemüse und schleudert den Saft mittels Zentrifuge heraus. Bei dieser Saftpresse ist es also schwer Gräser, wie etwa Weizengras, und Nüsse zu entsaften.

>> Was können Saftkuren wirklich?

Das typische Bild ist, dass die Säfte sich in Schaum und klare Flüssigkeit trennen und die Farbe häufig bräunlich erscheint. Das liegt daran, dass beim Entsaften sehr viel Luft durchgepresst wird, welche sich wiederum erhitzt durch die schnellen, feinen Messerchen und somit den Saft und seine Inhaltsstoffe oxidieren lässt. Dabei werden auch sensible Nährstoffe zerstört, die der Hitze nicht standhalten. Das passiert beim Slowjuicer nicht, der sich viel Zeit beim Zerdrücken des Obstes und Gemüses lässt. Das Ergebnis: Der Saft ist homogen und in einer satten Farbe, die Nährstoffe werden nicht erhitzt und bleiben somit in höherer Konzentration erhalten. Daher tragen diese kalt gepressten Säfte auch den Namen „Cold Press“.

In ihrem Buch hat Sophie viele Saftrezepte gesammelt, die sie alle auch getestet hat. Was besonders auffällt sind die Rezepte für Kinder. Ihr Neffe hat getestet und die Säfte für gut befunden. Sophie hat die Erfahrung gemacht, dass viele Säfte zu geschmacksintensiv für Kindermünder sind und hat sie immer mit Wasser verdünnt. Doch auch bei der Wahl des Obstes und des Gemüses hat sie Sorgfalt walten lassen: Karotten und Äpfel kommen bei vielen Kindern weniger gut, da beide süß und intensiv schmecken – verdünnt mit Wasser funktionieren aber auch diese Säfte gut bei den Kleinen. Überraschenderweise kamen Sellerie und Ingwer gut an. Es lässt sich natürlich keine allgemeingültige Aussage über Kindergeschmäcker treffen, aber Sophies Erfahrung nach funktionieren die Instinkte bei Kindern besser als bei uns Erwachsenen. Kinder signalisieren oft, welches Obst und Gemüse aus dem Entsafter ihnen gut tun und und welche Rezepte ihnen gut schmecken.

Unsere Zellen sind unerzogene Kinder

Wenn Früchte und Gemüse mit Schale zerdrückt werden, ist es vorteilhaft, auf bio zurückzugreifen, um die Pestizidbelastung zu vermeiden oder zumindest zu minimieren.

Nun ist es oft so, dass unsere Zellen wie kleine, unerzogene Kinder sind, wie es Sophie gerne umschreibt. Säfte aus Gurke, Limette, Sellerie werden als unangenehm oder zumindest nicht wohlschmeckend wahrgenommen. Unsere Zellen wollen süß, Zucker - davon ist Gurke weit entfernt. Das liegt an einem aus den Fugen geratenen Säure-Basen-Verhältnis im Körper, das allerdings wieder herzustellen ist. Es mag aber ein paar Tage dauern, bis sich der Körper an die Umstellung gewöhnt hat. Hier ist es beruhigend zu wissen, dass Körper und Geist eng verbunden sind: Realisiert der Körper, dass ihm etwas Gutes getan wird, fügt sich der Geist und findet auch Gefallen daran. Die Geschmacksnerven ziehen dann auch mit.

Wer nun neugierig geworden ist und eine Saftkur ausprobieren möchte: Sophie hat in ihrem Buch verschiedene Vorschläge, wie man eine Saftkur angehen kann: Einen Saft pro Tag, täglich rohes Obst und Gemüse und Saft, ein paar Tage vollständig auf Säfte umstellen oder gleich mehrere Wochen nur Saft trinken.

Juice-Coaches helfen bei der ersten Saftkur

Nun kann der Anfang ein wenig schwer oder ungewohnt sein, weswegen es sogenannte Juice-Coaches gibt, wie Sophie. Diese helfen dabei, die passenden Zutaten und Rezepte auszuwählen und am eigenen Lebenswandel zu orientieren. Außerdem behalten Coaches die Sicht von außen. Sophie erzählt: „Ich hatte einen Saftkur-Teilnehmer, der recht skeptisch war, der Kur aber eine Chance geben wollte. Er hat zwar abgenommen, was aber nicht das vorrangige Ziel ist, aber ein netter Nebeneffekt. Am Ende der Kur war er zwar zufrieden, aber trotzdem nicht begeistert. Ich sprach mit ihm über sein Befinden, das er als „in Ordnung“ bezeichnete. Also fragte ich, was denn mit seinen Schlafstörungen sei? Er sagte „Stimmt, ich habe sehr gut geschlafen die Tage!“ Es gibt sehr viele kleine und große Veränderungen, die man an sich selbst aber nicht unmittelbar bemerkt.“ Dafür hat Sophie einen kleinen Selbsttest zusammengestellt, der den Juicing-Teilnehmern dabei helfen soll die Veränderungen am eigenen Körper bewusster wahrzunehmen.

Neben zahlreichen Rezepten findet man im Buch eine kleine Entsafter-Kunde, Wissen, was welches Obst und Gemüse im Körper bewirken kann und ein paar Anekdoten aus dem Alltag eines Juice-Coaches. Auch hilfreiche Tipps hält Sophie nicht zurück.


Ihr Buch ist hier erhältlich:

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