03.09.2010

Rund ums Fahrrad - fit mit der passenden Ausrüstung

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Fahrradfahren ist ein echter Klassiker und dazu ganz unkompliziert. Einfach rauf aufs Rad und los geht`s! Der Fitness-Experte Matthias Thoni gibt Ihnen Tipps zum Equipment, damit Sie immer richtig ausgerüstet sind.

Der "Klassiker" - Fahrradfahren

Es stimmt: einfach losradeln kann man mit jedem Fahrrad. Wenn Sie sich aber entscheiden, den Alltag oder die Freizeit öfters auf dem Fahrradsattel zu verbringen, werden Sie sicher bald auf einen gewissen Komfort Wert legen. Schließlich wollen Sie sich dabei ja auch erholen und nicht verspannen.

Falls Sie sich ein neues Rad kaufen wollen, werden Sie überrascht sein, wie viele verschiedene Fahrradtypen und Komponenten es mittlerweile gibt.

Welcher Radtyp passt zu mir?

Das Cityrad:

Das Cityrad ist ein guter "Alltagsbegleiter". Durch den tiefen Einstieg können Sie beim Einkaufen leicht auf- und absteigen, und die dicken Reifen und die gefederte Sattelstütze bügeln das Kopfsteinpflaster glatt.

Es hat einen stabilen Rahmen, der auch den Kindersitz und die Einkaufstaschen problemlos trägt. Dabei reicht eine wartungsarme Nabenschaltung mit 5 bis 7 Gängen. Schutzbleche und eine gute Lichtanlage sind dabei selbstverständlich. Für längere Strecken oder Touren ist es aber zu schwer und "behäbig".

Das Trekkingrad – der "Alleskönner"

Das in Deutschland am weitesten verbreitete Fahrradmodell ist für den Alltagsgebrauch, leichte Fitness- und Freizeitaktivitäten und somit quasi universell einsetzbar. Auch schwer bepackt sind diese Räder wendig genug für den kurvigen Stadtverkehr und laufen auch auf längeren Touren ruhig geradeaus.

Als sportliche Variante ohne Schutzbleche und Lichtanlage werden Trekkingräder mittlerweile auch oft als Fitnessräder oder Cross-Countryräder angeboten.

Das Rennrad

Wer es auf der Straße noch ein bisschen sportlicher mag, der sollte sich ein leichtes Rennrad zulegen, das sich durch schmale Hochdruckreifen und einen ebenfalls schmalen Sattel auszeichnet. Die stark nach vorn geneigte Körperhaltung auf dem Rennrad setzt allerdings eine bereits gut trainierte Rückenmuskulatur voraus.

Das Mountainbike

Wenn Sie es lieben, über Waldwege oder Schotterpisten zu fahren, ist das Moutainbike Ihr optimaler Begleiter. Wenn Sie dabei hauptsächlich auf Waldwegen fahren, reicht eine Gabelfederung. Wenn Sie aber auch abseits der Wege ins Gelände wollen, ist ein voll gefedertes Bike – ein "Fully" - die bessere Alternative.
Die richtigen Einstellungen

Damit Sie auch auf längeren Strecken bequem sitzen, muss Ihr Fahrrad zu Ihren Körpermaßen passen. Dabei ist die richtige Rahmenhöhe und der richtige Abstand zwischen Sattel und Lenker entscheidend.

Sitzhaltung

Bei Moutainbikes, Trekking- und Rennrädern empfehle ich Ihnen eine leicht nach vorn geneigte Sitzposition als optimale Haltung. Hier genügen bereits 15 bis 20 Grad Oberkörperneigung, um die Spannkraft im Rücken zu erhalten und den Schwerpunkt des Fahrers über die Pedalposition zu bringen. Die Arme sollten leicht angewinkelt sein, um Fahrbahnstöße abfedern zu können.

Gestreckte Arme leiten die Stöße in die Handgelenke und Schultern und führen zu Verkrampfungen.

Da das Cityrad (oder Hollandrad) meist nur auf kurzen Distanzen eingesetzt wird, ist die Sitzposition vor allem aufrecht. Wichtig ist dabei, dass der Lenker nicht zu hoch eingestellt ist. Dazu passt eine gute Sattelfederung oder eine gefederte Sattelstütze.

Rahmenhöhe und Länge

Die Rahmenhöhe (Mitte Tretlager-Oberkante und Sattelrohr) ist nur für die Einstellung der Sitzhöhe wichtig. Viel wichtiger ist die daraus resultierende Rahmenlänge (Abstand Sattel-Griffposition).

Ein zu kurzer Rahmen zwingt zu einem runden Rücken, gestreckten Armen und dazu, den Kopf in den Nacken zu legen. Letzterer sollte möglichst nicht überstreckt, sondern in der Verlängerung zur Halswirbelsäule gehalten werden. Die richtige Rahmenlänge ermöglicht bei leicht geneigter Sitzposition die Streckung des Rückens in seiner natürlichen Form. Nur so kann die Rückenmuskulatur den Oberkörper halten und den Druck auf die Hände und Arme verringern.

Sitzhöhe

Das Einstellen der korrekten Sitzhöhe ist Voraussetzung für ermüdungsfreies Fahren. Eine zu niedrige Satteleinstellung ist kraftraubend und führt unweigerlich zu Knieproblemen. Die Sattelhöhe ist annähernd korrekt, wenn man bei gestrecktem Bein mit der Ferse das unten stehende Pedal erreicht.

Lenker

Die Lenkerbreite sollte ungefähr Ihrer Schulterbreite entsprechen. Bei der Griffposition ist es wichtig, dass die Handgelenke nicht abgeknickt sind. Vor allem bei längeren Fahrten sind Lenker, die verschiedene Greifpositionen zulassen, zu bevorzugen.

Lassen Sie sich beim Fahrradkauf ruhig ein bißchen Zeit und vergleichen Sie die Angebote in verschiedenen Fachgeschäften. Achten Sie auf eine gute Beratung und darauf, ob man Ihnen auch eine längere Probefahrt zugesteht - bei einer kurzen Probefahrt merken Sie nämlich noch nicht, ob das Fahrrad für Sie wirklich bequem ist.

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