26.03.2020 - 20:08

Lieferengpässe und Mitarbeiterschutz Amazon-Einschränkungen wegen Corona: Das ändert sich für die Kunden

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Kontaktsperren in der Corona-Krise: Diese Regeln gelten jetzt

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Es war eine Frage der Zeit, bis auch der deutsche Markt betroffen ist. In anderen Ländern hat Amazon bereits eingeschränkte Lieferungen bestimmter Artikel aufgrund der Coronakrise angekündigt. Das müssen sie jetzt wissen!

Auch der Versandriese Amazon muss sich in der Corona-Krise umstellen. Die neue Situation bring tihn an den Rand seiner Kapazitäten und logistischen Möglichkeiten. Was in Italien und Frankreich bereits seit dem Wochenende Realität ist, erreicht jetzt auch Deutschland.

Amazon-Einschränkungen wegen Corona: Das ändert sich für die Kunden

Um das Problem von sprunghaft gestiegenen Bestellungen und des unter erschwerten Bedingungen arbeitenden Personals in den Griff zu bekommen, nimmt Amazon nur noch bestimmte Artikel von den Lieferanten in seine Logistikzentren auf. "Wir verzeichnen derzeit mehr Onlineeinkäufe, daher sind einige Produkte wie Waren für den täglichen Bedarf und medizinische Verbrauchsgüter aktuell nicht vorrätig", so Konzernsprecher gegenüber welt.de.

Kunden können also zunächst nur noch Artikel bestellen, die von Amazon als "wesentlich" für die Alltagsbewältigung in der Corona-Epidemie betrachtet werden. Diese besonderen Artikel könnten so schneller angenommen, registriert und an Kunden versandt werden.

Welche Produkte sind wesentlich

Als für die Kunden wesentlich betrachtet Amazon unter anderem Gesundheits- und Haushaltswaren, Babyprodukte, Artikel zur Gesundheitspflege, Grundnahrungsmittel sowie Tiernahrung. Außerdem auch Waren für betriebliche und wissenschaftliche Zwecke.

Wenn Sie also ein als nachrangig eingestuftes Produkt bestellen, liefert es Amazon in Deutschland nur, wenn es sich bereits im Lager befindet. Das bedeutet logischerweise in der Regel auch längere Wartezeiten.

Und wie lange soll das dauern? Die neue Regelung soll vorerst bis zum 5. April gelten, so eine Mail von Amazon Services Europe an die deutschen Händler auf dem Amazon-Marktplatz, die WELT vorliegt.

Kein Bestellstopp wie in Italien und Frankreich, aber ...

Einen partiellen Bestellstopp wie in Italien und Frankreich plant der Versandriese für Deutschland zunächst nicht. "Das ist derzeit kein Thema", sagt ein Experte. Dennoch sind die knappen Ressourcen auch hierzulande offensichtlich. "Die Nachfrage hat in den letzten Tagen enorm angezogen", berichtet Nils Zündorf, Chef der Beratungsfirma factor-a. Der Grund ist klar. Da die Menschen nach dem Shutdown nicht mehr in den Geschäften einkaufen gehen könnten, boomt der Onlinehandel.

Darüberhinaus meiden auch viele Kunden den Weg in Drogerie und Supermarkt und bestellen sich die Waren per e-Commerce. Außerdem werden die Arbeitsabläufe durch zusätzliche gesundheitliche Vorsichtsmaßnahmen für die Mitarbeiter in den Auslieferungszentren gebremst.

Ein Amazon-Sprecher bestätigte, die Abstandsregelungen seien eingeführt worden, um die Beschäftigten "sicher und gesund zu erhalten". "Diese Kombination bedeutet, dass wir unsere verfügbaren Kapazitäten auf Artikel mit höchster Priorität konzentrieren und zeitweise auf Amazon.it und Amazon.fr keine Bestellungen mehr für Produkte niedriger Priorität entgegennehmen". Dazu gehören in unseren Nachbarländern auch Bücher, Kleidung oder Spielzeug.

Über konzerneigenen Marktplatz bei Dritthändlern bestellen

Theoretisch kann der Kunde auch einige der als "nicht wesentlich" eingestuften Produkte über den konzerneigenen Marktplatz bei Dritthändlern bestellen – "sofern diese in der Lage sind, die Artikel direkt an die Kunden zu liefern". Experten dagegen gehen nicht davon aus, dass angesichts der für alle geltenden Logistikengpässe kleinere Händler es überhaupt schaffen, zusätzliche Lieferungen zu stemmen.

Sperrige Artikel werden nicht mehr versendet

Das Problem trifft alle, auch die Speditionen. "Aktuell gibt es auch bei Speditionslieferungen Corona-bedingt erhebliche Erschwernisse", so ein Test der Verbraucherzentrale NRW bei den zehn größten deutschen Onlineshops für Großgeräte und Möbel. Das Ergebnis: Neun der zehn einbezogenen Shops schränkten ihren Speditionsservice zum Teil deutlich ein. Und ganze sieben liefern nicht mehr bis zum Aufstellungsort.

"Bei Amazon und Otto, bei Ikea, AO und Ostermann endet der Lieferweg für Couch & Co. vor der Wohnungstür", meldete das Verbraucherportal. Bei Saturn und Mediamarkt ist das Prozedere ebenso. Nur Neckermann bringt die Ware bisher noch bis an den Aufstellungsort. Aber: Eine Montage ist bei keinem der Shops mehr möglich. Das ist für Besteller von Möbeln oder Küchengeräten ein Problem.

Sperrige Geräte können mit den Corona-Abstandsregeln, die auch für die Mitarbeiter in den Logistiklagern gelten, eigentlich gar nicht mehr versendet werden, da die deutschen Arbeitsschutzregeln vorsehen, dass Gegenstände mit mehr als 15 Kilo Gewicht immer von zwei Personen zu bewegen sind. Das geht bei einem Zweimeter-Abstand logischerweise nicht.

Quelle: welt.de

Mehr Informationen bekommen Sie auf unserer umfangreichen Themenseite Coronavirus. Sehen Sie sich gern auch unser Video zum Thema an:

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