Aktualisiert: 29.12.2020 - 14:05

Bräuche und Traditionen Andere Länder, andere Sitten: So feiert die Welt Silvester!

Wunderkerzen gehören in vielen deutschen Familien zu Silvester dazu. Aber wie sehen Silvester-Bräuche in anderen Ländern aus?

Foto: Getty Images/RgStudio

Wunderkerzen gehören in vielen deutschen Familien zu Silvester dazu. Aber wie sehen Silvester-Bräuche in anderen Ländern aus?

In Deutschland ist das Feuerwerk zum Jahresende – eigentlich – kaum wegzudenken, in anderen Ländern ist privates Feuerwerk eher ungewöhnlich. Wir zeigen Ihnen, welche Bräuche und Traditionen es in anderen Ländern zu Silvester gibt – vielleicht gibt es ein paar Ideen für entspannte Feuerwerk-Alternativen.

Silvester in Deutschland ist jedes Jahr etwas ganz besonders. Dieses Jahr muss aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie auf privates Feuerwerk verzichtet werden. In anderen Ländern sind private Feuerwerke sowieso eher ungewöhnlich. Unglaublich, oder? Auch Kerzengießen suchen Sie woanders vergeblich. Welche Traditionen und Bräuche sind dann in anderen Ländern zu Silvester üblich? Wir haben Ihnen die lustigsten und skurrilsten Bräuche und Traditionen ander Länder zusammengetragen!

Silvester-Bräuche: In Österrreich der Walzer

Sobald der Countdown zum neuen Jahr abgelaufen ist, erklingt pünktlich um 0:00 Uhr in ganz Österreich der Donauwalzer im Fernsehen. Davor werden jedoch noch kleine Glücksbringer, wie Schweinchen aus Schokolade und Marzipan verschenkt. Sobald am Neujahrsmorgen alle ausgeschlafen haben, wird Vormittags der Klassiker im Fernsehen, das Neujahrskonzert der Wiener Philarmoniker, mit der ganzen Familien geschaut.

Italien sieht rot

Vor allem für italienische Frauen gilt: Wenn sie rote Unterwäsche in der Neujahrsnacht tragen, winken ihnen Glück und Erfolg. Sogar Kaufhäuser und Dessous-Läden stellen kurz nach Weihnachten ihre Wäscheauslage um.

In Bulgarien gibt's "Schläge"

In Bulgarien gibt es einen sehr außergewöhnlichen Brauch. Wenn Sie dort jemanden mit einer "Surwatschka", ein geschmückter Ast des Kornelkirschbaums, auf den Rücken hauen, soll das Gesundheit und Reichtum bringen. Außerdem laufen Männer in Fellkostümen als Ungeheuer durch die Straßen, um böse Geister zu vertreiben.

In Griechenland ist Silvester Familienzeit

Hier feiern die Menschen ein wenig unspektakulärer. Meist sitzen sie mit der ganzen Familie zusammen und spielen Karten und andere Glückspiele. Dabei gilt jedoch: Wer gewinnt, hat das ganze Jahr Glück. Wer hingegen verliert, der hat Glück in der Liebe. Ganz also nach dem alten Sprichwort "Glück im Spiel, Pech in der Liebe" und umgekehrt.

Spanien lässt die Glocken leuten

In Madrid steht auf dem Platz Puerta del Sol eine Turmuhr, bei der um Punkt 0:00 Uhr die Glocke anfängt zu schlagen. Dieses Läuten wird landesweit im Fernsehen übertragen und zu jedem Ton essen die Menschen eine Weintraube. Das soll viel Glück für das neue Jahr bringen.

Mexiko will reisen

Falls Sie zu Silvester in Mexiko unterwegs sind, wundern Sie sich nicht, warum überall ein Koffer vor der Tür steht. Diesen stellen die Mexikaner am 31.12. vor die Tür, denn er soll viele neue Reisen im neuen Jahr bescheren. In einigen Regionen werden sogar Puppen verbrannt, die das alte Jahr repräsentieren sollen.

Ganz in weiß in Brasilien

Die Brasilianer haben sich zum Jahreswechsel auf eine Farbe geeinigt: Jeder trägt Weiß, als ein Symbol für Reinheit und Frieden. Bei Silvester-Partys am Strand, werden traditionell Opfergaben an die Meeresgöttin Yemanjá geschickt. Blumen oder kleine Papierschiffchen mit Kerzen oder Süßigkeiten. Wer dann auch noch knietief ins Wasser watet und über sieben heran rollende Wellen springt, dem erfüllen sich im kommenden Jahr sieben Wünsche.

Die Philippinen hüpfen

Zum Jahreswechsel springen auf den Philippinen viele Kinder und Erwachsene in die Luft, um ihr Wachstum im kommenden Jahr anzuregen. Dabei werden in alle Hosen-und Jackentaschen Münzen gesteckt, welche Wohlstand im neuen Jahr garantieren sollen. Außerdem werden zu diesem ungewöhnlichen Brauch auch die Fenster und Türen geöffnet und Lampen angemacht, um die bösen alten Geister zu vertreiben.

Polen: Mohn im Schuh für Glück in der Liebe

In Polen gibt es keine Silvester-Hektik. Laut Tradition darf am 31. Dezember nicht geputzt werden, da Staubtuch und Besen das Glück verscheuchen würden. Stattdessen werden ab Mitternacht alle Türen und Fenster geöffnet, um die guten Geister ins Haus zu lassen. Frauen auf der Suche nach einem Partner streuen sich in der Silvesternacht Mohn in Schuh. Dabei kommt es auf die Dosierung an: Die Anzahl der Mohnkörner steht für die Zahl der Verehrer im kommenden Jahr.

Südafrika: Bunte Umzüge für die Freiheit

Die Menschen am Kap feiern mit einer Art Karneval ins neue Jahr. Dieses Spektakel soll an den "Emancipation Day", den Tag, an dem die Sklaven in Südafrika in den 1830er Jahren freigelassen wurden, zurückerinnern. Dabei ist der Höhepunkt ein bunter Umzug durch Kapstadt am 2. Januar. Wie dieses Jahr der Karneval in Südafrika wohl aussehen wird?

In den USA darf das Haus nicht verlassen werden

Zu Silvester wird in den USA gerne Linsen oder Linsensuppe gegessen. Da Linsen mit viel Fantasie wie Münzen aussehen, sollen Sie Glück und Geldsegen versprechen. In einigen Teilen in Pennsylvania gehört auch Sauerkraut zu den Traditionsgerichten, dort, wo früher viele Deutsche siedelten. Am Neujahrestag gibt es die Regel "Nothing Goes Out". Demnach darf das Haus am ersten Tag des Jahres nicht verlassen werden, selbst der Müll darf nicht rausgebracht werden. Sonst gibt es Unglück. Diese Regel hat dieses Jahr wohl aufgrund der Corona-Pandemie eine ganz besondere Bedeutung.

Doch es gibt auch Regionen auf der Welt, bei den das neue Jahr nicht am 1. Januar beginnt. Da wären zum Beispiel:

Islam

Bei den Muslimen beginnt die Zeitrechnung mit der Reise des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina im Jahr 622. Sie erinnern an den Neujahrsfeiern an die Wanderung des Propheten und verkünden den Beginn des neuen Jahres nicht mit einem Feuerwerk, sondern mit traditionellen Blasinstrumenten. 2020 fiel Neujahr auf den 20. August.

Judentum

Die Juden feiern Neujahr gemäß des jüdischen Kalenders. Ihr Neujahrsfest Rosch Haschana (hebräisch: Kopf des Jahres) feiern sie dementsprechend an den ersten beiden Tagen des Monats Tischri. Im Jahr 2020 war das am 6. September – 8. September der Fall. Zum üblichen Brauch gehört, dass Brote für das Neujahrsfest nicht länglich, sondern rund sind. Das soll den Jahreskreislauf symboliseiren.

China

Bei den Chinesen ist Neujahr das wichtigste Fest des Jahres. 2020 fiel Neujahr auf den 25. Januar, da es sich immer nach dem Mondkalender richtet und es jedes Jahr auf ein anderes Datum fällt und einem chinesischen Tierkreiszeichen zugeordnet ist. 2021 steht etwa im Zeichen des Büffels. In China steht Neujahr ganz im Zeichen der Familie: Millionen reisen für die Feiertage in ihre Heimatdörfer. Um Glück in das Haus zu lassen, werden am Abend alle Türen und Fenster geöffnet. Um 0:00 Uhr wird dann das neue Jahr mit viel Feuerwerk und Drachen- und Löwentänzen begrüßt. Für die Festlichkeiten haben viele rund eine Woche arbeitsfrei.

Wissen Sie schon, welches traditionelle Essen Sie an Silvester zubereiten werden? Vielleicht kann unsere Redaktion Sie inspirieren: Das kommt bei uns Silvester auf den Tisch.

Neujahrsfest - So traditionell feiern es andere Länder
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