08.01.2019

Wichtig für Hundebesitzer Auch hier gilt jetzt in Deutschland die Leinenpflicht

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Ziehen und ungehorsames Verhalten des Hundes können in einer Großstadt schnell zum Problem werden. Eine  Leinenpflicht soll dafür sorgen, dass nichts passiert.

Foto: iStock/Thomas_EyeDesign

Ziehen und ungehorsames Verhalten des Hundes können in einer Großstadt schnell zum Problem werden. Eine Leinenpflicht soll dafür sorgen, dass nichts passiert.

Leinenpflicht besteht seit dem 1. Januar 2019 auch in Berlin. Hunde mit einem Hundeführerschein genießen allerdings etwas mehr Freiraum.

Ob Hunde in der Stadt oder auf dem Land angeleint werden müssen, ist in Deutschland Ländersache. Es existiert also in jedem Bundesland eine andere Regelung der Leinenpflicht. Wer in Berlin lebt oder in der Hauptstadt mit seinem Vierbeiner zu Besuch ist, sollte wissen, dass seit kurzem auch hier Leinenpflicht besteht.

In einer Großstadt leben Mensch und Hund auf engstem Raum zusammen – und das gilt auch für diejenigen, die Hunde nicht mögen oder sogar Angst vor ihnen haben. Auch Hundebegegnungen verlaufen nicht immer spielerisch oder freundschaftlich. Deshalb wird einem Hund von einer Großstadt mehr Training abverlangt – und vom Hundebesitzer mehr Überblick und Weitsicht.

Neue Regelung der Leinenpflicht

Für das gesamte Berliner Stadtgebiet gilt, dass Hunde auf Fußwegen, in Geschäften, in Parks, auf Sportplätzen und sogar in Treppenhäusern und sonstigen der Hausgemeinschaft zugänglichen Räumen an der Leine zu führen sind. Von dieser Regelung sind nur ausgewiesene Hundeauslaufgebiete und Hundefreilaufflächen ausgenommen.

Außerdem können Hundehalter ihre Tiere auch weiterhin auf unbelebten Straßen und Plätzen oder Brachflächen frei laufen lassen, wenn sie eine sogenannte Sachkundebescheinigung nachweisen können oder ihren Hund bereits vor dem 22. Juli 2016 gehalten haben – dem Tag, an dem das Gesetz beschlossen wurde.

Ein Verstoß gegen die neue Regelung wird mit einem Bußgeld in Höhe von 25 Euro geahndet.

Leinen los mit Hundeführerschein

Wer eine sogenannte Sachkundebescheinigung, im Volksmund Hundeführerschein genannt, vorweisen kann, darf seinen Hund auch weiterhin auf unbelebten Straßen, Plätzen und Brachflächen frei laufen lassen. Diese Regel gilt auch für Hunde, die schon vor dem 22. Juli 2016 gehalten wurden. Halter können das mit entsprechenden Haftpflicht-Policen, einem Steuerbescheid oder einem Eintrag eines Heimtierausweises nachweisen.

Sachkundebescheinigung: Kosten und Ablauf

Für alle, die keine "gefährliche Hunderasse" führen, ist der Hundeführerschein freiwillig, aber nötig, wenn sie ihre Hunde frei laufen lassen wollen. Vergeben wird der Hundeführerschein vom Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) und vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Halter und Hund müssen eine theoretische und eine praktische Prüfung bestehen, die mit ca. 80 bis 100 Euro zu Buche schlägt.

Im praktischen Teil werden gängige Alltagssituationen überprüft. Hier muss der Hund unter anderem zeigen, dass er Kommandos wie "Sitz", "Platz", "Steh" oder "Bleib" beherrscht. Hundeschulen bieten verschiedene Kurse zur Vorbereitung der Prüfung an, zum Beispiel Kompaktkurse oder Trainingsstunden im wöchentlichen Rhythmus. Die Preise dafür variieren je nach Hundeschule und hängen natürlich auch davon ab, wie gut Halter und Hund im Team zusammenarbeiten. Ein Richtwert sind ca. 200 Euro. Erfahrene Hundebesitzer können auf einen solchen Kurs eventuell auch verzichten.

Bei der theoretischen Prüfung werden zum Beispiel Fragen zum Sozialverhalten von Hunden, ihrer Kommunikation und Körpersprache, Haltung und Pflege gestellt. Je nach Bundesland und Hundeführerschein umfasst der Theorieteil zwischen 100 bis 220 Fragen als Lernstoff, die der Halter beherrschen sollte. Insgesamt müssen 70 Prozent der Fragen und mindestens 50 Prozent in jeder Kategorie richtig beantwortet werden, um den theoretischen Teil zu bestehen. Auch die Theorie wird in Kursen an Hundeschulen vermittelt, außerdem können Lernapps für Smartphone, Tablet und PC sowie Fachbücher helfen.

Hundeauslaufgebiete im Wald und in Berliner Parks

In bestimmten Berliner Parks oder Teilen von Parks dürfen Hunde frei laufen. Ausgewiesene Hundeauslaufflächen gibt es zum Beispiel im Tempelhofer Park, Volkspark Hasenheide, Volkspark Friedrichshain, Mauerpark, Volkspark Humboldthain, Volkspark Rehberge oder Volkspark Wilmersdorf.

In den Berliner Wäldern und Forsten gibt es zwölf Wald- und Hundeauslaufgebiete, in denen Hunde sich ohne Leine frei bewegen können. In den übrigen Waldgebieten müssen Hunde an der Leine geführt werden. Sehr beliebt ist das Auslaufgebiet rund um den Grunewaldsee im Grunewald. Es ist das größte zusammenhängende Auslaufgebiet in Berlin, inklusive Badestellen für Hunde.

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Hunde sind süße Weggefährten. Doch auch für sie gibt es Regeln. Bildderfrau.de verrät, welche für die Hauptstadt Berlin gelten.

Niemand möchte so etwas erleben: Eben ist der geliebte Vierbeiner noch glücklich durch den Wald getobt, wenig später lautet die Diagnose Hundemalaria . Wie Sie diese erkennen und behandeln lassen!

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