19.09.2018

Nichts für Veganer! In jeder Feige steckt eine tote Wespe

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Lecker ist anders. Feigenwespen legen in der süßen Frucht ihre Eier ab - und verenden dort.

Foto: iStock/Bepsimage

Lecker ist anders. Feigenwespen legen in der süßen Frucht ihre Eier ab - und verenden dort.

Empfindlichen Gemütern könnte gleich ein bisschen übel werden, denn der Genuss von Feigen hat einen bitteren Beigeschmack: Mit jeder Feige isst man auch eine Wespe.

Frische Feigen haben von August bis Oktober Hauptsaison. Die süßen Früchte sind nicht nur lecker, sondern enthalten neben verdauungsfördernden Ballaststoffen auch verschiedene Vitamine und Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium. Mit 60 Kalorien pro 100 Gramm eigenen sie sich sogar für alle, die auf ihre schlanke Linie achten.

Darum steckt in jeder Feige eine tote Wespe

Soweit so lecker. Allerdings verzehrt man mit jeder Feige, die man isst, auch die sterblichen Überreste einer Feigenwespe. Manch einem (vegetarischen oder veganen) Genießer dürfte übel aufstoßen.

Die nach innen gerichteten Blüten der Essfeigen sind ausschließlich weiblich. Das erfordert etwas Bestäubungshilfe, die von der zwei bis drei Millimeter großen Feigenwespe geleistet wird. Sie trägt die männlichen Pollen der nicht essbaren Bocksfeige mit sich, mit denen die Blüte der Essfeige befruchtet werden kann.

Der Ablauf in vereinfachter Form: Das Feigenwespenweibchen kriecht in die Blüte der Bocksfeige und legt darin seine Eier ab. In deren männlichen Blüten wachsen die Feigenwespen heran. Die weiblichen Feigenwespen verlassen – mit männlichen Blütenpollen bestückt – die Bocksfeige und suchen wiederum eine Feige, in der sie ihre Eier ablegen können.

Die Wespe schaffte es nicht mehr aus der Blüte

Trifft ein Wespenweibchen nun auf eine Essfeige, wird es problematisch, denn ihre Röhren sind deutlich kleiner. Kriecht die Feigenwespe in diese Blüte hinein, verliert sie dabei ihre Flügel, kann ihre Eier nicht ablegen und schafft es auch nicht mehr aus der Blüte.

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Sie bestäubt zwar mit den männlichen Pollen die Blüten der Essfeige, sodass die Frucht ausreifen kann, verendet aber in der Frucht. Die Überreste der Feigenwespe werden von einem Pflanzenenzymen verdaut und zersetzt. Faktisch verbleiben also die Abbauprodukte der Wespe in der Feige, die ausgereift auf unseren Tellern landet.

Vor allem Veganern und Vegetarien dürfte diese Tatsache etwas den Appetit verderben. Ob sie Feigen dennoch essen wollen oder nicht, muss wohl jeder selbst entscheiden.

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