11.06.2018

Neue Studie wirft Frage auf Macht die Ehe uns zu besseren Menschen?

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Es gibt viele Gründe, den Bund der Ehe zu schließen. Forscher haben nun herausgefunden, dass sich nach der Hochzeit auch die Persönlichkeit der Paare ändert.

Foto: iStock/artisteer

Es gibt viele Gründe, den Bund der Ehe zu schließen. Forscher haben nun herausgefunden, dass sich nach der Hochzeit auch die Persönlichkeit der Paare ändert.

Eine neue Studie hat die Persönlichkeit von frisch verheirateten Paaren untersucht. Die Ergebnisse sind verblüffend – und sprechen für die Ehe.

Mit dem berühmten Ja-Wort gehen frischgebackene Ehepaare ein Versprechen ein: sich ewig treu sein, den anderen zu lieben, zu ehren und zu achten – ein Gebot, das die Beziehung für immer zusammenhalten soll.

Dass der Bund der Ehe tatsächlich starke Auswirkungen auf Paare hat, haben nun Forscher der University of Georgia nachgewiesen. Eine neue Studie belegt, dass Paare sich in den ersten anderthalb Ehejahren erheblich in ihrer Persönlichkeit verändern – und damit in vielen Fällen die Basis für eine glückliche, zufriedene Ehe gelegt ist.

Glückliche Ehe: Partner verändern ihren Charakter

In der Studie wurden insgesamt 169 frisch verheiratete heterosexuelle Paare begleitet und wurden zu verschiedenen Zeitpunkten zu ihrer Ehe befragt. Erster Messzeitpunkt war ein halbes Jahr nach der Hochzeit, der zweite um den ersten Hochzeitstag herum, der dritte schließlich nach 18 Monaten.

Die Paare wurden zu den sogenannten "Big Five" befragt – den fünf wichtigsten Charaktereigenschaften der Persönlichkeitspsychologie. Paare sollten sich beurteilen in Hinblick auf:

  • Offenheit: bezogen auf neue Erfahrungen
  • Gewissenhaftigkeit: bezogen auf Verlässlichkeit und Pflichtbewusstsein
  • Extraversion: bezogen auf Geselligkeit
  • Verträglichkeit: bezogen auf Empathie, Kooperationsbereitschaft
  • Neurotizismus: bezogen auf emotionale Labilität und Ängstlichkeit

Die Forscher fanden heraus, dass sich die Persönlichkeiten beider Partner innerhalb der ersten Monate nach der Eheschließung sowohl positiv als auch negativ entwickelten – insgesamt sprechen die Ergebnisse aber klar für die Ehe.

Männer werden gewissenhafter, Frauen weniger ängstlich

Ehemänner wurden mit den Monaten immer gewissenhafter, Ehefrauen hatten geringere Neurotizismus-Werte – sie waren ausgeglichener, also weniger ängstlich, depressiv und wütend. Auf der anderen Seite gibt es einen Trend, dass Männer weniger extrovertiert werden und sowohl Ehemänner als auch -frauen geringere Verträglichkeitswerte hatten: beide werden also weniger kooperativ und mitfühlend.

"Die frisch verheiratete Phase ist durch viel mehr Veränderungen gekennzeichnet, als wir zuvor angenommen haben", sagt Justin Lavner, Assistenz-Professor der Psychologie der University of Georgia.

Dazu kommt, dass die Ergebnisse völlig unabhängig davon sind, wie alt die Paare bei der Hochzeit waren, wie groß der Altersunterschied zwischen den Partnern ist und wie das vorherige Zusammenleben beider gewesen war. Auch Kinder haben demnach keinen Einfluss auf die Ergebnisse der Studie.

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"Heiraten ist eine aufregende Zeit für Paare"

Justin Lavner fasst zusammen: "Ich denke, dass diese Ergebnisse belegen, dass das Heiraten eine aufregende Zeit für Paare ist. Aber auch eine Zeit, die erfordert, dass man sich an die neue Lebenssituation gewöhnen muss. Es ist eine Wechselbeziehung, und in einigen Fällen muss man sich eingestehen, dass die Ehe nicht so ist, wie man es sich vorgestellt hat."

Doch auch, wenn es eine Zeit der extremen Umgewöhnung ist: Für viele Paare lohnt es sich, für eine zufriedene Ehe den Weg zum Altar zu einzuschlagen.

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