Aktualisiert: 26.08.2020 - 18:05

Geheimnisvolles Testament Deshalb gibt es Familienstreit im Hause Faber-Castell!

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Bilder aus vergangenen Tagen: die Faber-Castells vor dem Familienstreit. V.l.: Katharina, Charles, Mary, Anton Wolfgang, davor die Zwillinge Victoria und Sarah.

Foto: imago images / United Archives

Bilder aus vergangenen Tagen: die Faber-Castells vor dem Familienstreit. V.l.: Katharina, Charles, Mary, Anton Wolfgang, davor die Zwillinge Victoria und Sarah.

Wer reich ist, hat keine Sorgen? Von wegen! Gerade in gut situierten Familienunternehmen kommt es oft zu erbitterten Auseinandersetzungen...

Jedem, der als Kind im Schreibwarengeschäft regelmäßig mit den "guten" Buntstiften geliebäugelt hat, ist der Name Faber-Castell ein Begriff. Der weltweit erfolgreiche Schreibwarenkonzern ist ein Familienunternehmen, es gibt ihn bereits seit 1761. Kein Wunder, dass der Faber-Castell-Clan finanziell gut versorgt ist: 2016 wurde der Familie ein Vermögen von 450 Millionen Euro beziffert, damit war sie unter den 500 reichsten Deutschen. Doch wie so oft in erfolgreichen Familienunternehmen zerreißt jetzt ein Konflikt um die Zukunft der Firma die Familie: Die Familie Faber-Castell hat mit einem Familienstreit zu kämpfen!

Der Familienstreit der Faber-Castells: Die Details

Auf der Website des Unternehmens ist von einer "bewegten Familiengeschichte" die Rede – und in der Tat bewegt sich im Hause Faber-Castell gerade so einiges! Treibende Kräfte in der Auseinandersetzung sind auf der einen Seite Gräfin Mary von Faber-Castell (68), die zweite Ehefrau von Graf Anton-Wolfgang von Faber-Castell, der 2016 im Alter von 74 Jahren verstarb. Mit in ihrem Team: ihre drei Töchter aus dieser Ehe, Sarah (24), Victoria (24) und Katharina (32).

Vor seiner Ehe mit Gräfin Mary war Graf Anton-Wolfgang schon einmal verheiratet. Aus seiner Ehe mit der Luxemburgerin Carla Mathilde Lamesch stammt sein Sohn Charles (40) – und wie es in Patchwork-Familien leider so oft der Fall ist, verstehen sich die beiden Familien des Grafen gerade offensichtlich überhaupt nicht… Der Konflikt geht so weit, dass Gräfin Mary, laut Bild, sogar Charles' Aufstieg zum Faber-Castell-Chef in Europa und Nordamerika verhinderte!

Das Testament des Patriarchen

Bisher war die Macht im Faber-Castell-Clan fair verteilt: Die vier Kinder hatten jeweils einen Anteil von 22,5 Prozent am Unternehmen, die restlichen 10 Prozent waren auf andere Familienmitglieder verteilt. Jetzt beschäftigt die beiden durch den Patriarchen Anton-Wolfgang verbundenen Familienteile jedoch ein erbitterter Streit. Doch warum eigentlich?

Der Auslöser des Streits war, ganz wie im Film, ein geheimnisvolles Testament – und zwar das des verstorbenen Patriarchen höchstprsönlich. Nach seinem Tod im Jahr 2016 verfügte er, dass ein sogenanntes "Golden Shares-Aktien-Paket" an einen "geeigneten Nachkommen" gehen sollte. Darüber, wie so ein "geeigneter Nachkomme" auszusehen habe, machte der Graf allerdings keine weiteren Angaben. Streit zwischen seinen Nachkommen war damit vorprogrammiert!

Dazu kommt, dass die Uhr tickt: Laut Bild, die sich auf Insiderinformationen beruft, muss das Paket spätestens 10 Jahre nach dem Tod des Grafen an einen Nachfolger übergehen, die Firma darf solange nicht verkauft werden. Es bleiben also noch 6 Jahre, um sich wieder zu versöhnen…

Ein Mediator soll die Familie wieder zusammenführen

Viel steht auf dem Spiel: Es geht nicht nur um die Zukunft der Firma, sondern auch um ihre Gegenwart! Laut Bild stürzte der Umsatz von Faber-Castell seit 2017 um 112 Millionen auf 555 Millionen Euro ab! Die Erklärung, dass dieser Absturz etwas mit dem Familienstreit zu tun haben muss, liegt nahe…

Doch offensichtlich sind die Familienmitglieder bereit dazu, sich zugunsten des Firmenwohls zusammenzuraufen. Zu diesem Zweck wurde jetzt Mediator Dr. Dominik von Au (38) vom Beratungsunternehmen PwC engagiert. Diesem fällt die Aufgabe zu, gemeinsam mit der Familie eine Familienverfassung zu erarbeiten.

Eine Familienverfassung funktioniert gewissermaßen wie die Verfassung eines Staates: Nicht nur legt sie wichtige Werte und Ziele des Unternehmens fest, es werden darin auch Details zum Verhalten der einzelnen Unternehmensorgane sowie interne Hierarchien geklärt. Offensichtlich handelt es sich dabei um ein bewährtes Modell: Dr. Dominik von Au zufolge ist eine Familienverfassung in vielen Unternehmerfamilien gang und gäbe.

Auch Georg Schaeffler, Sohn des Unternehmensgründers der Schaeffler-Gruppe, gehörte zu den reichsten Deutschen. Jetzt ist das Vermögen der Schaefflers allerdings drastisch geschrumpft… Bei anderen hingegen läuft es richtig gut: Diese Mega-Stars sind Milliardäre! Zugegeben, davon sind die meisten von uns weit entfernt… Aber vielleicht tröstet es Sie ja, dass immer mehr Deutsche reich werden!

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