Aktualisiert: 21.08.2020 - 21:13

Erotik auf Distanz Worauf Sie beim Sexting achten sollten

Von der Redaktion

Sexting – aber sicher! Darauf sollten Sie beim Austausch erotischer Nachrichten und Bilder achten.

Foto: iStock.com / ComicSans

Sexting – aber sicher! Darauf sollten Sie beim Austausch erotischer Nachrichten und Bilder achten.

Erotik via Messenger: Welche Sicherheitsmaßnahmen sind beim Sexting wichtig? Welchen Messenger-Dienst sollten Sie am besten nutzen? Und ist Sexting eigentlich strafbar? Hier gibt’s die Antworten.

Sexting, also der erotische Austausch via Text- und Bildnachrichten, hat während der Corona-Krise stark zugenommen. Kein Wunder: Wer sich wegen der Reise- und Kontaktbeschränkungen nicht sehen kann oder darf, versucht anderweitig den sexuellen Kontakt aufrechtzuerhalten. Aber: Nur weil Sexting mittlerweile so normal und gesellschaftlich akzeptiert zu sein scheint, heißt das nicht, dass es nicht auch ganz schön schief gehen kann! Bevor Sie also einfach drauflos sexten, sollten Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen, um sich zu informieren, worauf Sie beim Sexting achten sollten.

Worauf Sie beim Sexting achten sollten – der wichtigste Punkt: mit wem?

Zuallererst: Sexten Sie niemals mit Fremden, insbesondere, wenn Sie planen, Fotos zu verschicken. Der Gedanke, dem attraktiven Typen von der Dating App Ihre erotischen Fantasien mitzuteilen, inklusive eines ansprechenden Fotos von Ihnen, mag verführerisch sein. Nichtsdestotrotz sollten Sie von diesem Plan Abstand nehmen. Teilen Sie diese Art Nachrichten nur mit Menschen, die Sie kennen und denen Sie vertrauen, nicht, weil Ihre Bedürfnisse und Handlungen in irgendeiner Form verwerflich wären, sondern weil Sie vermutlich nicht möchten, dass mit Ihren Fotos oder Nachrichten Schindluder getrieben wird.

Leider ist selbst das Texten mit Menschen, die Sie kennen, keine Garantie dafür, dass Ihre Nachrichten und Bilder niemals jemand anderes zu sehen bekommen wird, das sollten Sie im Hinterkopf behalten. Erstens: Handys können verloren gehen. Zweitens: Digitale Speicher, z. B. Clouds, können gehackt werden, das zeigen die Nacktbilder von Promis, die in schöner Regelmäßigkeit ohne deren Einverständnis ihren Weg in die Öffentlichkeit finden. Drittens: Auch wenn Sie sich im Moment gut verstehen, ist Ihnen die andere Person, nachdem Schluss ist, vielleicht nicht mehr so gut gesonnen... Verschicken Sie deshalb nichts, bei dem Sie es absolut nicht ertragen könnten, wenn es seinen Weg in die Öffentlichkeit fände.

Zeigen Sie niemals Ihr Gesicht!

Das wissen Sie vermutlich schon oder konnten es sich zumindest denken – wir erinnern Sie trotzdem nochmal an die Sexting-Regel Nummer 1: Zeigen Sie auf Fotos niemals Ihr Gesicht. Auch andere Merkmale oder Gegenstände, anhand derer man Sie identifizieren kann, beispielsweise Tattoos oder Ihre Inneneinrichtung im Hintergrund, sollten nicht zu sehen sein.

Ein weiterer Grundsatz, der beim Sexting genauso greift wie überall sonst: Consent ist sexy. Ja, auch wenn Ihr Sexting-Partner ein Mann ist, sollten Sie vorher sein Einverständnis für den erotischen Dialog einholen. Das Vorurteil, dass Männer immer können und wollen ist nämlich genau ungerecht und unwahr wie das, dass Frauen generell wenig Lust auf Sex haben. Senden Sie dem anderen also nicht vollkommen aus dem Blauen heraus ein sexy Foto: Sie wissen weder, ob die andere Person allein ist, noch ob sie gerade in der richtigen Stimmung dafür ist, noch ob Sexting generell ihr Ding ist.

Was ist der beste Sexting-Messenger?

Jetzt, wo die Verhaltensgrundlagen geklärt sind, können wir uns einem anderen Kriterium zuwenden, das viel wichtiger ist, als Sie vielleicht denken: die Wahl des optimalen Sexting-Messengers. Denn Messenger-Dienste gibt es viele, vom Facebook-Messenger über WhatsApp bis hin zur Teenie-Kult-App Snapchat. Doch welcher ist der richtige für Ihre sexy Nachrichten?

Unbedingt Abstand nehmen sollten Sie vom Facebook-Messenger. Falls es Ihnen nicht ohnehin gruselig vorkommt, dass Ihre heißen Chats, begleitet von ihrem öffentlichen Profilfoto und Klarnamen, im Messenger-Postfach direkt über dem Nachrichtenverlauf mit Ihrer Tante und einer alten Schulfreundin liegen, sollten mindestens die Datenschutzbestimmungen von Facebook Sie vom Sexting via Facebook abhalten. Die gelten leider auch für den weitverbreiteten Messenger-Dienst WhatsApp, da dieser seit 2014 ein Teil des Facebook-Konzerns ist.

Snapchat hat den Vorteil, dass Textnachrichten dort nach 24 Stunden gelöscht werden, für Bilder können Sie eine individuelle Löschzeit einstellen. Falls Ihr Chatpartner einen Screenshot von Ihrem Bild oder Ihrer Nachricht macht, erhalten Sie eine Benachrichtigung. In dieser Hinsicht ist Snapchat also sicherer als WhatsApp und Co, allerdings ist ungewiss, ob und wie lange Ihre Bilder und Nachrichten auf dem Server des Unternehmens gespeichert werden.

Viele verwenden die Messenger-App Telegram als vermeintlich sicherere Alternative zu WhatsApp und Co. Fotos werden hier nicht automatisch gespeichert und Sie können jederzeit den kompletten Chat löschen – für alle Beteiligten. So können Sie Ihre Bilder und Nachrichten ganz einfach verschwinden lassen, falls die andere Person sie noch nicht manuell abgespeichert hat. Das könnte allerdings durchaus der Fall sein. Deshalb gilt weiterhin: Egal, wie sicher eine App ist, sie ersetzt nicht das Vertrauen in Ihren Chatpartner. Experten kritisieren an Telegram allerdings die ungenügende Verschlüsselung. Die beste Sexting-App ist für viele die Messenger-App Signal. Diese gilt als der sicherste, frei verfügbare Messenger.

Ist Sexting strafbar?

Viele sind sich unsicher darüber, ob Sexting eigentlich legal ist. Schließlich liest man oft, dass es strafbar sei, pornographische Inhalte online weiterzuleiten. Was das angeht, können wir Sie beruhigen: Einvernehmliches Sexting ist nicht strafbar. Wichtig ist allerdings, dass Sie ausschließlich Bilder von sich selbst verschicken. Bilder von Dritten dürfen Sie nicht weiterleiten. Aus diesem Grund sollten Sie von dem Versenden solcher, beispielsweise, weil das Bild eine Praktik darstellt, die Ihnen und Ihrem Sexting-Partner gefallen könnte und sie ihn damit scharf machen wollen, absehen.

Strafbar sind natürlich auch, und das können wir gar nicht oft genug sagen, die Verbreitung pornographischer Bilder von Minderjährigen. Bei unter 13-Jährigen sind diese Inhalte in jedem Fall strafbar, da es sich laut Gesetz dabei um Kinderpornographie handelt. Der einvernehmliche Austausch derartiger Bilder unter Teenagern ab 14 Jahren ist, im Gegensatz zur Weiterleitung und damit Verbreitung, laut "anwaltauskunft.de" jedoch erlaubt.

Nur weil etwas erlaubt ist, ist es allerdings nicht automatisch eine gute Idee. Falls Sie Kinder haben, sollten Sie diese unbedingt für das Thema sensibilisieren und Sie über die Gefahren aufklären, die mit dem Versenden derartiger Inhalte verbunden sind – egal, ob die Bilder einen selbst oder Dritte zeigen. Ein solches Gespräch mag peinlich und unangenehm sei, die Aufklärung über die Gefahren des Internets und der Online-Kommunikation ist aber im heutigen digitalen Zeitalter unverzichtbar.

Denken Sie an den Kinderschutz

Für den Fall, dass Sie oder Ihr Sexting-Partner Kinder haben, sollten Sie außerdem bedenken, dass das Handy immer auch in Kinderhände fallen kann. Ergreifen Sie deshalb entsprechende Maßnahmen für den Kinderschutz und halten Sie auch Ihren Partner dazu an. Sperren Sie Ihr Handy mit einem schwer zu erratenden Code, Gesichtserkennung oder Fingerabdruck-Scan und konfigurieren Sie die Einstellungen Ihres Handys so, dass neue Nachrichten und Bilder, die Sie erhalten, nicht gleich auf dem Sperrdisplay angezeigt werden, sondern dass Sie lediglich eine Benachrichtigung erhalten. Diese Maßnahmen sollten Sie zum Schutz Ihrer Privatsphäre ohnehin ergreifen – nicht nur beim Sexting.

Mehr spannende Fakten und nützliche Tipps gibt es auf unserer Themenseite Sex-Wissen. Lesen Sie hier zum Beispiel die besten Tipps für das Vorspiel. Und wussten Sie eigentlich, dass sich die Lust im Alter verändert? Alles über Sex ab 50...

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