Bankkredit: So wird’s billiger

Bankkredit: So wird’s billiger




Erst sparen, dann kaufen – das war gestern. Heute verschuldet sich schon jeder Vierte für neue Möbel, die Urlaubsreise oder das TV-Gerät. Was ist besser: Dispo oder Ratenkredit?

Kennen Sie sich aus mit dem Thema Bankkredit, mit Gebühren, Zinsen, Vertragsfallen? - Bankkredit: So wird’s billiger
Kennen Sie sich aus mit dem Thema Bankkredit, mit Gebühren, Zinsen, Vertragsfallen?

Gebühren, Zinsen, Vertragsfallen - unsere Experten Rotraud Mahlo, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, und Dr. Peter Lischke, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Berlin, geben Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Bankkredit.

Welches Darlehen ist teurer?

Nutzen Sie den Dispo Ihres Girokontos, kostet das zurzeit rund 11,3 Prozent Zinsen pro Jahr. Überziehen Sie Ihren Disporahmen (meist 2-3 Netto-Monatsgehälter), klettern die Zinsen auf schwindelerregende 15 Prozent - bei einigen Banken sogar noch höher! Ein Ratenkredit ist da deutlich billiger: Dafür werden nur rund 7 Prozent verlangt. Das macht bei einem 1.000-Euro-Bankkredit mindestens 40 Euro Ersparnis pro Jahr.

Wann lohnt sich der Dispo?

Entscheidend ist die Nutzungsdauer: Kommen Sie innerhalb von zwei, drei Monaten aus Ihrem Minus im Girokonto raus, rechnen sich nicht die Bearbeitungskosten von etwa 3 Prozent für einen Ratenkredit (150 Euro bei 5.000 Euro Bankkredit).

Welche Sicherheiten braucht die Bank für einen Bankkredit?

Bei einem festen Job reicht Ihrer Hausbank meist eine Gehaltsbescheinigung für einen Bankkredit. Vorsicht bei Kreditvermittlern und sogenannten Schuldenregulierern: Die fordern oft keine Sicherheiten, verzichten auch auf eine Schufa-Auskunft, kassieren dann aber richtig bei Gebühren und Versicherungen.

Wie lange muss ich bei einem Bankkredit auf mein Geld warten?

Nur kurz. Meist dauert die Überweisung eines Bankkredits ein bis zwei Tage.

Vorsicht vor sogenannten  Restschuldversicherungen. Die werden bei Ratenkrediten nur sehr selten gebraucht.
Vorsicht vor sogenannten Restschuldversicherungen. Die werden bei Ratenkrediten nur sehr selten gebraucht.
Werde ich immer bei der Schufa gemeldet?

Schon vor der Kreditvergabe prüft Ihre Bank bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherheit (Schufa), ob Sie in Geldangelegenheiten zuverlässig sind, zum Beispiel immer Ihre Rechnungen überwiesen haben, es keine Klagen gab. Je besser Ihre Bonität ist, desto mehr Geld können Sie sich leihen und desto bessere Zinsen bekommen Sie.

Muss ich einen Bankkredit immer bei meiner Hausbank aufnehmen?

Nein. Informieren Sie sich bei mehreren Banken und Sparkassen, was das Darlehen unter gleichen Bedingungen (Höhe, Laufzeit, Gebühren) kostet. Lassen Sie sich schriftlich den Betrag bestätigen, den Sie am Ende inklusive aller Kosten zurückzahlen müssen. So können Sie die Angebote vergleichen und bei Ihrer Hausbank bessere Konditionen für den Bankkredit aushandeln.

Gibt’s große Unterschiede?

Ja! Da kommen schnell enorme Summen zusammen: Zwischen einem preiswerten und einem teuren 5.000-Euro-Kredit mit 36 Monaten Laufzeit können fast 500 Euro liegen.

Sind Online-Banken sicher?

Ja, aber im Internet inserieren auch unseriöse Kreditvermittler. Informieren Sie sich vor Abschluss des Vertrags bei der Verbraucherzentrale.

Wo lauern versteckte Kreditfallen?

Alle Kosten eines Ratenkredits wie Zinsen oder Bearbeitungsgebühr müssen im Angebot der Bank aufgelistet sein. Vorsicht vor sogenannten Restschuldversicherungen. Die werden bei Ratenkrediten nur sehr selten gebraucht und sind zudem teuer.

Kann ich von einem Bankkredit „zurücktreten“?

Ja, nach der Unterschrift haben Sie 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen, bei der Restschuldversicherung sogar vier Wochen.


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DM

  

Veröffentlicht von der Familie & Leben-Redaktion
am 09/02/2012

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