30.11.2016

INTERVIEW TV-Moderatorin Annett Möller: Die Frau hinter Peter Kloeppel

Nina Schröder

Annett Möller ist Moderatorin und Fashion-Designerin.

Foto: RTL/Stephan Pick

Annett Möller ist Moderatorin und Fashion-Designerin.

Annett Möller wurde mit Anfang 30 die Vertretung von Peter Kloeppel bei „RTL aktuell“, nun moderiert sie auch Unterhaltungs-Shows und designt Kleider.

bildderfrau.de: Liebe Annett, Du bist mit gerade mal Anfang 30 die Vertretung von RTL-Anchorman Peter Kloeppel geworden. Was ging Dir da als erstes durch den Kopf?

Annett Möller: Die Möglichkeit, „RTL aktuell“ zu moderieren, war der absolute Wahnsinn. Die Nachricht, dass sich das Casting für mich entscheiden konnte, habe ich als unfassbares Gefühl in Erinnerung. Das kann man gar nicht in Worte fassen. Ich meine, Peter Kloeppel ist DER Anchorman in Deutschland und ihn zu vertreten, ist für mich immer noch der Hammer. Klar wurde ich mit der neuen Aufgabe auch ganz schön ins kalte Wasser geworfen, aber ich hatte damit genau das erreicht, was ich mir vorgenommen hatte.

Angefangen als Moderatorin und Volontärin beim Regionalprogramm von RTL Nord war es danach mein größter Wunsch, national zu arbeiten, weswegen ich dann spontan nach Köln gegangen bin und mich als freie Redakteurin bei n-tv wiederfand. Ursprünglich hatte ich vor, bei dem Sender etwas Unterhaltsames, wie ein Magazin, zu moderieren, musste an einem Wochenende jedoch bei den News einspringen. Da geht einem plötzlich ganz schön die Muffe, wenn man auf einmal Livebilder kommentieren muss und das Bindeglied zwischen Reporter und Zuschauer ist. Aber zwei Jahre später wurde ich dann zum Casting von RTL eingeladen und nun bin ich schon seit neun Jahren Nachrichtenmoderatorin. (lacht)

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Inwiefern hattest Du Lampenfieber bei Deinem ersten Einsatz als Moderatorin von RTL aktuell?

Bei RTL die Nachrichten zu moderieren ist ganz anders als bei n-tv. Bei n-tv hat man den ganzen Tag Sendungen und feilt immer wieder an neuen Anmoderationen. Bei RTL hingegen bereitet man sich den ganzen Tag auf diese eine einzige Sendung vor und wenn man dann um 18:45 Uhr live drauf ist, hat man nur diese eine Chance. Man muss auch hier jederzeit in der Lage sein, schnell zu improvisieren, wenn etwas nicht nach Plan läuft.

Durch die große Aufmerksamkeit und die hohen Zuschauerzahlen entsteht ein enormer Druck. Das sieht immer alles so leicht aus, aber die Aufregung ist permanent da, egal, wie oft man das übt. Anders als in einer Unterhaltungs-Show kann man da ja die Aufregung nicht einfach wegschütteln oder durch Gestik überspielen. Mittlerweile bin ich allerdings deutlich entspannter. Man muss eben immer wach, aufmerksam und fokussiert sein.

Inwiefern hat Peter Kloeppel Dich unterstützt?

Peter und ich sehen uns eigentlich so gut wie nie, weil ich die Nachrichten ja nur dann moderiere, wenn er nicht da ist. Insofern haben wir wenig Berührungspunkte. Ich hätte aber dennoch stets die Möglichkeit mich an ihn zu wenden, wenn ich Fragen habe oder einen Rat brauche.

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Wie groß ist der Druck, in die Stapfen eines so erfolgreichen Anchormans zu treten?

Peter ist für mich der Nachrichtengott. Er war und ist noch immer mein Vorbild, den kann man einfach nicht kopieren. Am Ende muss man seinen eigenen Weg gehen. Der Druck dabei ist hoch, da die Sendung einen sehr hohen Stellenwert hat. Als Nachrichtensendung können wir es uns nicht leisten, Fehler zu machen, deshalb arbeiten wir alle sehr genau und gewissenhaft. Aber natürlich ist man nie davor gefeit. Und somit ist die Anspannung vor manchen Sendungen nicht gerade klein – je nach Tagesform und Gemütszustand.

Nachrichtensprecherin einer so bekannten und erfolgreichen News-Sendung zu sein, dürfte Dir sehr viele Türen öffnen. Welches Format würdest Du gern mal moderieren?

Ich bin da nicht festgelegt, aber ich würde schon sehr gern mal eine große Unterhaltungs-Show moderieren. Die muss natürlich schon im Einklang mit meinem Job als Nachrichtenmoderatorin sein, aber diese bunten Formate reizen mich sehr.

Ab 01.12. moderierst Du zusätzlich Deine eigene RTL Crime-Show "Schnapp Dir das Geld", ab 21.12. läuft die Fortsetzung des von Dir moderierte Formats "Spektakulär - Die unglaublichsten Geschichten im Countdown". Wie schaffst Du den Spagat zwischen seriöser Nachrichtensprecherin und lustiger Unterhaltungsmoderatorin, ohne an Seriösität zu verlieren?

Ich glaube, es ist wichtig, authentisch zu sein. Ich spiele keine Rolle, sondern bin und bleibe ich selbst. Bei den Nachrichten ist man natürlich sehr reglementiert und man muss immer auf den Punkt da sein. Das kann ich gut, weil ich mit sehr viel Herzblut dabei bin. Ich habe aber eben auch andere Seiten und die kann ich dann in solchen Unterhaltungs-Formaten ausleben. Ich bin sehr spontan und mache total gern den einen oder anderen Spaß mit. Daher fühle ich mich in beiden Genres sehr wohl.

Als Moderatorin muss man stets gut aussehen. Wie ernährst Du Dich, um gesund und schlank zu bleiben?

Ernährung ist für mich ein wichtiges Thema, darauf achte ich sehr. Ich versuche, möglichst wenig Kohlenhydrate in Form von Nudeln, Brot oder Gebäck zu essen und lege meinen Fokus eher auf Obst, Gemüse, Eiweiß und Fleisch. Allerdings kann sich ja kein Mensch immer nur disziplinieren, deswegen habe auch ich meine Ausreißertage, an denen ich ganz viel in mich hineinschaufele. (lacht) Man sollte sich nicht alles verbieten, das nimmt einem ja die ganze Freude und den Genuss am Essen.

Wie sieht Dein Fitnessprogramm aus?

Ich mache viel und gern Sport, so richtig intensiv wurde es aber nach einigen ruhigen Jahren erst wieder mit meinem 30. Lebensjahr. Ich habe angefangen mit joggen, wobei das zu Beginn zugegebenermaßen eine echte Qual war, und ich absolviere jeden Tag ein sogenanntes High Intense Intervalltraining. Dafür nehme ich mir morgens 15 Minuten Zeit, um auf meiner Gymnastikmatte gezielte Muskelübungen zu machen, die ich immer in gewissen Intervallen wiederhole. Dadurch wird man echt ganz gut fit und der Verbrennungsmotor kommt in Gang. Denn wenn ich das alles nicht machen würde, wäre ich auch nicht vor einer Gewichtszunahme gefeit und in dem Fall bin ich die typische Birne. Ich nehme nämlich als erstes an den Knien und an den Beinen zu. (lacht)

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Hast Du auch schon mal Erfahrung mit Diäten gemacht?

Ich bin, ehrlich gesagt, nicht so der Typ für Diäten. Ich finde es Horror, sich Sachen zu verbieten. Ich mag gern essen und habe das große Glück, dass mein Körper mir entsprechende Signale sendet, wenn Schluss ist. Ich kriege dann Magenschmerzen und ein starkes Sättigungsgefühl, das meist noch bis zur Mitte des darauffolgenden Tages anhält. Ich bewundere aber jede Frau, die es schafft, eine Diät erfolgreich durchzuziehen. Allerdings denke ich tatsächlich, dass die Kombination aus gesunder und bewusster Ernährung, sowie Bewegung das Geheimnis ist.

Du giltst als „Deutschlands attraktivste Nachrichten-Lady“. Wie sehr schmeichelt Dir sowas?

Das freut einen natürlich schon, wenn man wahrgenommen wird und die Zuschauer einen so beurteilen, denn das bezieht sich ja meist nicht nur auf das Aussehen, sondern auch auf die Stimme, das Gesicht und die Ausstrahlung. Ich meine, wir machen Fernsehen und da spielt das Auge eben auch eine große Rolle, von daher fühle ich mich auf jeden Fall geschmeichelt. (lacht)

Als gut aussehende Moderatorin hat man sicherlich nicht nur Freunde in der Medienwelt. Wie groß ist die Konkurrenz unter Kolleginnen und wie stark bekommst Du mögliche Zickereien zu spüren?

Davon bekomme ich nichts mit. Bei „RTL aktuell“ ist das Team gesetzt, da steht keiner in Konkurrenz zueinander. Aber mir ist bewusst, dass man nicht jedem gefallen kann, von daher kann ich damit gut umgehen, wenn mich jemand nicht mag.

Du bist ja nicht nur Moderatorin, sondern hast Dir ein zweites Standbein als Fashion-Designerin aufgebaut. 2013 hast Du das Label "AMCO fashion" gegründet und vertreibst Online-Mode. Wie kam diese Idee zustande?

Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Ich habe schon seit meiner Kindheit eine Passion für Modedesign. Naja, und weil ich für mich irgendwie nie so richtig schöne Kleider gefunden habe, die meiner Stil- und auch Preisvorstellung entsprachen, habe ich mich mit der Idee selbstständig gemacht, selber Mode zu entwerfen. Als mir dann mein Lebensgefährte, der im digitalen Bereich tätig ist, 2013 einen Online-Shop geschenkt hat, damit ich meinen Traum verwirklichen kann, stand diesem zweiten Business nichts mehr im Wege. Wir haben ein Jahr gebraucht, um die richtigen Stoffe auszuwählen, Kooperationspartner zu finden und alles Essentielle aufzubauen und sind dann 2014 mit einem professionellen Team im Rücken mit „AMCO fashion“ online gegangen.

Deine Kleider designst Du für alle Größen. Wie ist das möglich, dass dasselbe Kleid in Größe 46 genauso tragbar ist wie in 36 und ebenso gut aussieht?

Ich denke, die Stoffqualität spielt dabei eine große Rolle. Meine Kleider sind sexy und figurbetont und sollen sich anfühlen wie eine zweite Haut. Alles ist sehr feminin geschnitten, dennoch aber so, dass die eine oder andere Problemzone durch die Art des Schnitts durchaus kaschiert wird. Allerdings eignet sich nicht jedes Kleid für alle Größen.

Woher nimmst Du die Inspirationen für Deine Mode? Woher weißt Du, welche Schnitte in jeder Größe eine schlanke Figur machen?

Da gibt es viele Möglichkeiten der Inspiration. Zum einen schaue ich mir viele amerikanische Sendungen an und lese vermehrt Frauenzeitschriften, zum anderen nehmen wir das Feedback unserer Kundinnen sehr ernst, um am Ende Kleider zu entwerfen, die gefallen. Wir orientieren uns natürlich auch daran, welche Kleider am meisten bei uns gekauft werden und produzieren diese auch immer wieder in neuen Farben nach.

Welche Kunden kaufen Deine Mode?

Von bis! Das variiert von jungen Frauen bis hin zu Frauen jenseits der 60. Wir sind nicht auf Altersgruppen festgelegt.

Inwiefern profitierst Du da auch vom Weihnachtsgeschäft?

Das Weihnachtsgeschäft gehört momentan zu den wichtigsten Umsatzzeiten. Ohnehin sind die kälteren Monate wie November, Dezember, Januar, Februar und März sehr starke Verkaufsmonate.

Du siehst ja vor der Kamera immer sehr seriös aus, scheinst es aber faustdick hinter den Ohren zu haben. Zumindest lässt Du Dich von Deinen Stationen in Deinem bisherigen Leben nicht in eine Schublade stecken. Vor Deinem Job bei RTL hast Du als Sängerin der Neunziger-Band „Fun Factory – Next Generation“ einen Namen gemacht. Bist Du eine eierlegende Wollmilchsau?

(lacht) Ich wusste ja nicht gewusst, dass ich mal Nachrichten moderieren werden. Allerdings meinte ich damals in der Schule immer schon, dass ich zum Fernsehen gehe. Das wollte mir aber keiner so richtig glauben. Ich konnte meine quirlige Seite in meiner Jugend schon ausleben und habe in dem Zusammenhang sämtliche Chancen genutzt. Letztendlich haben mich auch meine früheren Erfahrungen im Musikbusiness zu der Person gemacht, die ich heute bin.

Inwiefern haben Dir Deine Erfahrungen im Musikbusiness auch für Deine Karriere vor der Kamera geholfen?

Die Erfahrungen als Sängerin der Band „Fun Factory – Next Generation“ kommen mir heute auf jeden Fall zugute. Wir haben zum Teil vor 40.000 Leuten gespielt, da lernt man, mit Publikum umzugehen und auf der Bühne zu stehen.

Derjenige, der Dich stets unterstützt, ist Dein Freund. Wie kommt er damit klar, dass Du in der Öffentlichkeit stehst?

Er kommt damit wirklich sehr gut klar, aber er selber hat weder Lust auf Kameras oder Fotos, noch auf den roten Teppich. Das ist einfach nicht seins. (lacht) Wir möchten auch beide nicht, dass Geschichten aus unserem Privatleben in der Presse stehen. Ich will nicht irgendwann im Supermarkt vor dem Zeitungsregal stehen und Schlagzeilen zu meinem Privatleben lesen müssen. Mein Partner ist und bleibt im Hintergrund, wobei er mir jedoch immer eine wahnsinnige Stütze ist. Bei ihm ist mein Rückzugsort, er ist mein Hafen.

Du pendelst zwischen Berlin und Köln, um ihn sehen zu können. Ist das nicht dauerhaft ziemlich belastend?

Doch, schon. Köln kam tatsächlich auch schon mal als Lösung infrage, aber dann haben sich weitere tolle Jobmöglichkeiten in Berlin ergeben, sodass sich das Thema erstmal wieder erledigt hatte. In Berlin wohnen wir direkt am Wasser, wo wir beispielsweise auch ein Boot besitzen. Damit fahren wir im Sommer überall hin und campen quasi auf dem Wasser, weil man darauf auch schlafen kann. Dieses Boot und das ganze Drumherum in Berlin sind für meinen Freund eine große Herzensangelegenheit und ich könnte mich auch nur sehr schwer davon trennen.

Welche gemeinsamen Pläne habt Ihr privat noch?

Wir können uns alles miteinander vorstellen, weil wir den Rest unseres Lebens miteinander verbringen wollen. Ich sage mal: Alles ist offen und nichts ist ausgeschlossen. (lacht) Primär wollen wir eben irgendwann unsere Wohnsituation so lösen, dass wir fest in einer Wohnung zusammenleben. Fest steht allerdings schon jetzt, dass ich meinen Job nicht aufgeben werde, weil ich ihn dafür einfach viel zu sehr liebe. Ich bin eine richtige RTL-Pflanze und ich würde dort noch sehr gern sehr viel länger bleiben.

Worauf freust Du Dich schon ganz besonders in der Weihnachtszeit?

Ich freue mich schon richtig doll auf die ganzen Weihnachtsmärkte. Ich liebe es, dort Kartoffelpuffer zu essen. (lacht) Und mir läuft jetzt schon das Wasser im Munde zusammen, wenn ich an die vielen Gänse- und Entenbraten mit ganz viel leckerer Soße und Rotkohl denke. (lacht) Leider ist es nur so, dass ich, wie bereits in den vergangenen zehn Jahren, vom 21. bis zum 25. Dezember arbeiten muss, weil es die Nachrichten eben täglich gibt. Wir feiern Weihnachten 2016 aber dafür schon ein bisschen vor. Meine Oma hat am 17. Dezember Geburtstag und die halbe Familie wird anwesend sein. Da ich nicht will, dass mein Freund über Weihnachten alleine zuhause sitzt, fährt er dann zu seiner Familie nach Hamburg und ich verbringe Heiligabend nach der Sendung meist mit Freunden.

Welche Bräuche sind Dir wichtig?

Wenn ich nicht gerade an Weihnachten arbeiten muss, dann schmücke ich unheimlich gern den Baum und freue mich einfach, wenn mal wieder die ganze Familie zusammen ist. Dann singen wir auch richtig Weihnachtslieder mit Gitarre. In meiner Familie wird nämlich sehr gern gesungen und viel gelacht. Wir sind schon ein recht fröhlicher Haufen. (lacht)

Liebe Annett, vielen Dank für das sehr ausführliche und nette Interview! Für Deine beiden neuen Unterhaltungs-Shows „Schnapp Dir das Geld“ (ab 1.12. um 22.15 Uhr) und „Spektakulär - Die unglaublichsten Geschichten im Countdown“ (am 21.12. um 20.15 Uhr) wünschen wir Dir viel Erfolg und gute Quoten!

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