17.11.2016

Ungewöhnliche Dating-Show Hochzeit auf den ersten Blick: Ja-Wort mit Überraschungseffekt!

Nina Schröder

Ramona und Stephan gaben sich als erstes Paar der dritten Staffel von "Hochzeit auf den ersten Blick" das Ja-Wort.

Foto: Sat.1/Christoph Assmann

Ramona und Stephan gaben sich als erstes Paar der dritten Staffel von "Hochzeit auf den ersten Blick" das Ja-Wort.

Manche mögen es schnell: Bei „Hochzeit auf den ersten Blick“ lernen sich Paare vor dem Traualtar kennen und sagen direkt Ja ohne sich zu kennen.

Das Thema Hochzeit ist für die meisten Paare ein wohlüberlegter Schritt, der oftmals einer langwierigen Organisation bedarf. Kleid, Location, Essen, Musik, Gastgeschenke – jedes Details wird bei vielen minuziös geplant, alles soll am Ende passen. Der Grund: Eine Hochzeit feiert man im besten Fall nur einmal im Leben, dieser besondere Tag ist für viele Beziehungen ein ganz großer Highlight-Moment. Zwei Liebende besiegeln ihr Glück mit dem Bund fürs Leben.

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Dass man jedoch auch ziemlich schnell in den Hafen der Ehe segeln kann, beweist die neue Sat.1-Dating-Show “Hochzeit auf den ersten Blick“ (seit 13. November immer sonntags um 17.45 Uhr). In dieser Sendung geben sich acht Kandidaten das Ja-Wort, allerdings ohne sich vorher gekannt zu haben. Der erste persönliche Kontakt findet vor dem Standesbeamten statt. Die gegenseitige Treue schwören sich in diesem Fall zwei völlig fremde Personen.

Klingt verrückt, kam jedoch bei einigen Tausend deutschen Singles besonders gut an. Für die dritte Staffel von „Hochzeit auf den ersten Blick“ meldeten sich allein 5.128 Bewerber, von denen sich am Ende dann acht Kandidaten trauen ließen. Wer das sein sollte, entschied ein Team aus drei Experten. Diplom-Psychologe Markus Ernst, Paartherapeutin Beate Quinn und Psychoanalytikerin Dr. Sandra Köhldorfer setzten sich im Vorfeld mehrere Monate in unterschiedlichen Workshops mit insgesamt 153 Menschen auseinander, die es in die engere Auswahl geschafft hatten.

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Psychologische Tests für optimales Matching

„Bei den Bewerbern konnten beispielsweise Noch-Verheiratete und Menschen mit kleinen Kindern schon mal ausgeschlossen werden. Anschließend fanden mehrere Screenings und Workshops mit uns Experten statt, in denen die Kandidaten eben auf Herz und Nieren getestet wurden“, erklärt Experte Ernst, der unter anderem von seiner langjährigen Erfahrung als Experte einer der größten Dating-Agenturen Deutschlands profitiert.

Ich habe mit den potentiellen Kandidaten der Show eine Vielzahl an psychologischen Tests durchgeführt, die alle wissenschaftlich fundiert sind und mehrere tausend Mal evaluiert wurden. Das sind fast immer Multiple-Choice-Tests, die mir am Ende Aufschluss darüber geben, welche Art von Beziehungstyp der Kandidat ist und welche Merkmale für ihn wichtig sind, um eine glückliche Beziehung führen zu können. Zum Beispiel helfen mir diese Tests, seine Empathie einzuschätzen und ihn auch in dem Bereich besser einordnen zu können“, so der Diplom-Psychologe weiter.

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Geruchs- und Stimmtests sind besonders erfolgversprechend

Paartherapeutin Beate Quinn testete hingegen die Vorlieben in Sachen Attraktivität und Optik. Dafür führte sie mit jedem potentiellen Kandidaten persönliche Gespräche über Vorlieben, Abneigungen und mögliche Konsequenzen für eine Partnerschaft. Psychoanalytikerin Dr. Sandra Köhldorfer komplettierte die wissenschaftliche Analyse des perfekten Partners durch die sogenannte Biofeedback-Methode sowie durch Stimmtests und erforschte, wie die Teilnehmer beispielsweise auf den Geruch des anderen reagierten.

„Die Singles mussten drei Nächte ungeduscht in T-Shirts schlafen, welche sie luftdicht in Gläser verschließen sollten. Im sogenannten „Pheromon-Labor“ konnten sie am potentiellen Partner riechen und ich muss sagen, dass funktionierte erstaunlich gut. Den anderen riechen zu können, ist sehr wichtig, aber ein einzelner Faktor reicht nicht aus. Ich habe ein Beziehungs-Diagnostik-Setting entwickelt, bei dem ich alle relevanten Partnerschaftsfaktoren unter Biofeedback-Sicht abgefragt habe, wie beispielsweise auch die Stimme des möglichen Partners. Gemessen wurden über Sensoren Hautwiderstand, Herzfrequenz, Atemfrequenz, Temperatur und die Muskelspannung. Auf diese Weise entstanden persönliche Beziehungs-Profile, sodass wir diese unterschiedlichen Reaktionsmuster zusätzlich miteinander vergleichen konnten“, berichtet die dritte Expertin im Team.

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Bea und Tim sind das Traumpaar der ersten Staffel

Ein Pärchen, bei dem diese Methodik der psychologischen Partnerermittlung besonders gut funktioniert hat, sind die beiden Düsseldorfer Beate Bäcker und Tim Kirschbaum. Die beiden heirateten vor drei Jahren in der ersten Staffel von „Hochzeit auf den ersten Blick“ und sind seither glücklich liiert. An den Moment des ersten Kennenlernens erinnern sich beide noch gern zurück.

„Zunächst ist erst einmal unheimlich viel Druck abgefallen, als ich Bea gesehen habe, weil ich zum einen endlich ein Gesicht zu dem Menschen bekommen habe, der optimal zu mir passen sollte und weil ich mit der Wahl der Experten für mich sehr zufrieden war. Zudem hat Bea direkt gelächelt, wodurch ich mich sicher fühlte“, sagt der 1,94 Meter große Ex-Teilnehmer von „Hochzeit auf den ersten Blick“.

Ähnliche Empfindungen verspürte auch Bea: „Als ich Tim das erste Mal sah, hat er über das ganze Gesicht gestrahlt und da habe ich mir gedacht: Was für ein super Fang“, lacht die smarte Blondine. Doch obwohl es bei den beiden Liebe auf den ersten Blick war, stand den damals noch fremden Eheleuten eine Menge zwischenmenschliche Arbeit bevor.

Viel Kommunikation und eine gemeinsame Wohnung als Basis für die Ehe

Naja, wir befanden uns halt direkt mitten in einer Beziehung und hatten gleich den Alltag miteinander. Das war nicht immer leicht, aber wir haben sehr viel miteinander geredet, wodurch es von Tag zu Tag harmonischer wurde“, kommentiert Bea die ersten Schritte als Eheleute.

„Unsere Basis war ja, dass zwei vorher autark gut funktionierende Leben auf einmal zusammengeschlossen wurden. Wir mussten in sehr kurzer Zeit sehr viel lernen, wozu andere sich viele Jahre Zeit gelassen haben. Dabei mussten wir eben öfter mal auf die Bremse treten und uns immer wieder mal vorhalten, dass wir eben noch nicht sehr lange zusammen sind“, erläutert Tim hinzufügend.

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Einer der Gründe, warum sich die beiden übrigens direkt aneinander gewöhnten, war die Tatsache, dass die damals frisch Vermählten direkt nach dem TV-Experiment Bude, Bad und Bett teilten. „Der Vorteil war, dass wir nur 40 Kilometer voneinander entfernt wohnten. Ich bin schließlich zu Bea in die Wohnung gezogen und nach einem halben Jahr haben wir uns zusammen etwas Größeres gesucht“, berichtet Tim.

„Das komplette Zusammenleben funktioniert einfach sehr gut und ist total harmonisch. Der ganze Alltag lebt sich mit Bea unheimlich angenehm, jeder hat auch mal Zeit für sich.“ Diese Meinung teilt auch seine Frau. „Viele Paare müssen erst lernen, sich fallenlassen zu können. Bei Tim konnte ich direkt ich selbst sein und musste mich nie verstellen. Wir blödeln viel miteinander rum und sind manchmal richtig albern. Das bringt viel Spaß. Tim sagt und tut einfach immer genau das Richtige zur richtigen Zeit. Einmal hat er mich beispielsweise mit meinem Lieblingsgericht am Abend überrascht, als ich nach einem sehr stressigen Tag nach Hause kam. Er überlegt sich immer tolle Kleinigkeiten im Alltag.“

Ramona und Stephan gaben sich in Staffel drei als erstes das Ja-Wort

Seit vergangenen Sonntag läuft die dritte Staffel der achtteiligen Dating-Show. Ramona und Stephan steckten sich als erstes gegenseitig einen Ring an den Finger. Die 30 Jahre alte biologisch-technische Assistentin aus Witten in Nordrhein-Westfalen suchte einen Partner mit Ordnung und Struktur, der jedoch auf der anderen Seite auch neugierig und unternehmungslustig sein sollte. Für die Experten eine echte Herausforderung, da die hübsche Blondine durch ihre negativen Beziehungserfahrungen in der Vergangenheit inzwischen der Meinung war, dass „alle Männer Schweine sind“.

Mit dem 29 Jahre alten Stephan aus Monschau in der Eifel waren sich die Psychologen der Sendung schließlich sicher, ein perfektes Match für Ramona gefunden zu haben. Seine Stärken: ein hohes Einfühlungsvermögen und eine hohe Sensibilität. „Sie sind beide sehr gewissenhaft, sind beides Planer und beide gleich aktiv“, bestätige Psychoanalytikerin Sandra Köhldorfer die Wahl des smarten Hoteldirektor-Assistenten, womit sie zunächst Recht behalten sollte, konnten Stephan und Ramona nach ihrer ersten Begegnung vor dem Standesbeamten ihre Blicke kaum voneinander lassen.

Im nächsten Schritt geht es für die Frischvermählten nun in die Flitterwochen, danach hat das Paar sechs Wochen Zeit, zu entscheiden, ob es die Zukunft gemeinsam planen oder sich wieder scheiden lassen will.

Dating-Show weltweit erfolgreich

Ursprünglich stammt die etwas andere Dating-Show aus Dänemark, mittlerweile wurde die Sendung auch in Finnland, Australien, den USA, Schweden und Großbritannien adaptiert. Zwei der finnischen Ehepaare haben in diesem Jahr sogar Nachwuchs bekommen.

Für Viola und Esa, die seit einem Jahr und vier Monaten verheiratet sind, ein ganz natürlicher Schritt: „Das fühlt sich alles sehr gut an, wir fühlen uns geborgen miteinander und sind unglaublich aufgeregt“, verkündete Viola kurz vor der Geburt von ihrem ersten Sohn, der am 7. Juni dieses Jahres zur Welt kam. „Wir müssen uns zum Glück jetzt mit nichts mehr beeilen, weil wir den Rest unseres Lebens miteinander verbringen wollen“, bestätigte ihr Gatte Esa.

Bei ihren Landsmännern Sari und Antti, die sich vor knapp zweieinhalb Jahren als Fremde das Ja-Wort gegeben hatten, kündigte sich 2016 ebenfalls Nachwuchs an, die beiden wurden am 6. März Eltern. „Es ist einfach nur schön, wenn dir bewusst wird, dass dein Traum Wirklichkeit wird“, gab Antti zu verstehen.

Und auch in den USA und Australien sind aus dem einstigen Sozialexperiment im TV echte Liebespaare hervorgegangen.

Die beiden Australier Zoe und Alex verbindet inzwischen zwei Jahre und vier Monate Ehe, die Amerikaner Courtney und Jason sowie Jamie und Doug ließen sich vor zweieinhalb Jahren trauen.

("Hochzeit auf den ersten Blick", immer sonntags um 17.45 Uhr auf Sat.1).

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