04.12.2011

Keine Lust auf Sex psychische Ursachen

Am Anfang einer Beziehung ist der Sex oft sehr erfüllend. Man entdeckt sich neu, man gibt sich Mühe, alles ist aufregend. Doch irgendwann kann es in den besten Beziehungen schleichend dazu kommen, dass man keine Lust mehr auf Sex hat. Es gibt viele Gründe, keine Lust auf Sex zu haben. Abfinden muss man sich damit noch lange nicht.

 

Wer plötzlich keine Lust auf Sex mehr hat, der empfindet dies meist als sehr belastend. Es scheint, als "funktioniere" man nicht mehr wie zuvor, ohne genau zu wissen, warum. Dabei hat fast jeder Mensch irgendwann in seinem Leben einmal ein Problem mit der Lust. Die Gründe für die Lustlosigkeit können sowohl psychischer als auch physischer Ursache sein. In beiden Fällen sollten die sexuellen Probleme nicht einfach hingenommen werden. Meist lässt sich Abhilfe schaffen.

Keine Lust und Frust


Bleibt die Lust auf Sex plötzlich aus, empfinden das viele Frauen als Makel. Nicht selten wird dann Lust vorgetäuscht, um den Partner nicht zu enttäuschen. Der Sex wird zum Pflichtprogramm, um die Beziehung nicht zu gefährden. Die tatsächlichen Wünsche bleiben dabei natürlich oft auf der Strecke.

Deshalb sollte bei einem sexuellen Problem der eigene Partner immer der erste Ansprechpartner sein. Viele Probleme lassen sich schon durch ein offenes Gespräch ablindern. Für den Mann ist es wichtig zu wissen, was in seiner Partnerin vorgeht und warum sexuelle Probleme bestehen. Bei körperlichen Beschwerden, also wenn frau zum Beispiel Schmerzen beim Sex verspürt, ist der Gynäkologe die richtige Adresse. In manchen Fällen kann sich auch der Besuch eines Sexualtherapeuten lohnen.

Wenn der Kopf will, aber der Körper nicht


Wer keine Lust auf Sex mehr empfindet, mag sich schlecht fühlen, weil er seinen Partner doch eigentlich liebt. Doch oft liegt die Lustlosigkeit gar nicht an der Qualität der Beziehung, sondern hat medizinische Ursachen. Der Kopf will, der Körper streikt. So kann bei einer Frau, obwohl sie Lust empfindet, etwa die Scheide trocken bleiben. Direkt nach der Periode oder während des Stillens ist dies häufig der Fall. Abhilfe bei Scheidentrockenheit können Gleitmittel aus der Apotheke schaffen.

Auch die Anti-Baby-Pille kann zu Sexunlust führen. Dr. Frauke Höllering, Allgemeinärztin mit Schwerpunkt Psychosomatik und Sexualmedizin, sagt: „Bei Frauen, die sehr jung sind, kann die Pille Schuld sein. Ein Wechsel zu einem anderen Pillenfabrikat kann Wunder wirken.“ Auch die Einnahme von Antidepressiva vermindert die Lust auf Sex. Bis zu 70 Prozent der Patientinnen, die Antidepressiva einnehmen, sind von sexuellen Problemen betroffen.

Keine Lust auf Sex: Wechseljahre


Auch bei Frauen in den Wechseljahren kann die sexuelle Antriebslosigkeit körperliche Ursachen haben. Dr. Höllering: „Die meisten Frauen, die in einer guten Beziehung leben, legen noch viel Wert auf Sex. Leider geht dank Hormonveränderung die Lust aber vorübergehend in den Keller, das ist dann für beide Partner frustrierend."

Schuld, dass sie keine Lust auf Sex mehr hat, sind in diesem Fall die Hormone. Die Expertin erklärt: „Gerade ein relativer Gestagenmangel kann die Libido verringern. Das sollte kein Grund sein, Hormone zu nehmen, aber ein Grund, gelassen zu bleiben. Der Körper gewöhnt sich an die neue Hormoneinstellung, und dann wird es meistens wieder besser.“

Kein Ende der Libido

Viele Frauen erwägen in der Phase der Wechseljahre die Einnahme von Hormonen. Dr. Höllering sagt: „Pflanzliche Hormone sind bezüglich Nebenwirkungen auch nicht besser als synthetische; darum sollten Frauen, wenn es sein muss, ruhig letztere einnehmen, aber so gering dosiert und für so kurze Zeit wie möglich." Grundsätzlich ist ein Gespräch mit der Gynäkologin anzuraten. Sind die Wechseljahre der Grund für Scheidentrockenheit, können Östrogencremes verschrieben werden, die den Hormonmangel ausgleichen.

Fakt ist: Die Wechseljahre einer Frau bedeuten nicht das Ende ihrer Libido. Ganz im Gegenteil. Bis ins hohe Alter können Frauen sexuell aktiv sein. Wichtig ist, den Sex erst gar nicht einschlafen zu lassen. Dr. Höllering: "Es hilft, sich trotzdem auf Sex einzulassen; dabei bemerken die Frauen dann oft, dass der Spaß und die Lust sich doch noch einstellen.“

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