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Vollkorn liegt voll im Trend. Egal ob Nudeln, Reis, Brot oder Brötchen - immer häufiger werden Vollkornprodukte mit dem gesunden Image gekauft. Aber nicht alle Inhaltsstoffe sollen tatsächlich gut für uns sein. So gibt es Berichte, die behaupten, Vollkorn würde unserer Gesundheit schaden.
Das volle Korn enthält Abwehrstoffe gegen natürliche Fraßfeinde wie Menschen und Tiere, so genannte Antinutritiva. Insbesondere wird den Enzyminhibitoren, Lektinen und der Phytinsäure eine negative Wirkung für unseren Körper nachgesagt.
* Enzyminhibitoren sind Stoffe, die durch Eindämmung der Enzymaktivität die Verdauung im menschlichen Körper hemmen. Dadurch können Nährstoffe nicht verwertet werden, und es kommt zu starken Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Durch Hitzeeinwirkung beim Kochen und Backen werden Enzyminhibitoren allerdings inaktiviert und können somit keinen Schaden mehr anrichten.
* Lektine sind Eiweißstoffe, die in Tierversuchen bei sehr hoher Aufnahme zu Darmschädigungen führten. Daher wurde abgeleitet, dass dies auch beim Menschen möglich sei und Lektine somit ein Risiko für unsere Gesundheit darstellen. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte allerdings keine schädigende Wirkung für den Menschen festgestellt werden. Man geht davon aus, dass der menschliche Darm mit einer Schutzschicht ausgestattet ist, die die Lektine für unseren Darm unbedenklich machen. Neuerdings wird im Zusammenhang mit Lektinen sogar eine gesundheitsfördernde Wirkung zum Beispiel für die Darmkrebsprävention diskutiert. * Phytinsäure kann sich im Darm mit Mineralstoffen und Spurenelementen verbinden, welche dann für die Verwertung nicht mehr voll zur Verfügung stehen. In Entwicklungsländern, in denen die Kost sehr einseitig ist, führt die Phytinsäure besonders zu einem Mangel an Zink und Eisen. Und tatsächlich wurde auch bei Menschen in Deutschland die sich vorwiegend vollwertig ernähren, häufig ein Zinkmangel festgestellt. Dieser kann allerdings auch auf den geringen Verzehr von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Eier und Milch zurückzuführen sein. Ist Vollkorn nun wirklich ungesund?Wissenschaftliche Studien belegen immer wieder die gesundheitsfördernde Wirkung einer hohen Vollkornaufnahme im Rahmen einer ausgewogen Mischkost. Viele Vitamine und Mineralstoffe kommen eben hauptsächlich in der Randschicht der Getreidekörner vor. Die präventive Wirkung von Vollkornprodukten im Bezug auf bestimmte Krebsarten, Herz- und Kreislauferkrankungen und Diabetes Mellitus sind so gut wie unbestritten.
FazitSie können und sollen weiterhin beruhigt Vollkornprodukte essen! Die Vorteile einer ausgewogenen Mischkost mit einem hohen Anteil an Vollkornprodukten überwiegen deutlich. In den Randschichten des Korns befindet sich nicht nur ein Großteil der Vitamine und Mineralstoffe, sondern auch Ballaststoffe, Spurenelemente und wertvolle Öle.
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Veröffentlicht von der Kochen & Backen-Redaktion
am 07/09/2010 | |||||
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