Rotes oder weißes Fleisch

Rotes oder weißes Fleisch - welches ist gesünder?



Besonders zur Weihnachtszeit kommt in vielen Familien ein festlicher Braten von Schwein oder Rind auf den Tisch. Schließlich will man sich zu den Feiertagen etwas Gutes und Hochwertiges gönnen. Doch welches Fleisch ist das beste für die Gesundheit?


Zu Silvester sitzt man auch gerne beim klassischen Fleischfondue in großer Runde zusammen und lässt das alte Jahr mit einem üppigen Festmahl gemütlich ausklingen. Dabei hört man doch immer wieder von Ernährungswissenschaftlern, dass rotes Fleisch gar nicht gesund ist.
 - Rotes oder weißes Fleisch - welches ist gesünder?

Warum eigentlich? Und - stimmt das überhaupt?

Rotes Fleisch und Darmkrebs

Als "rotes Fleisch" bezeichnet man das Fleisch von Rind, Schwein, Kalb und Lamm. "Weißes Fleisch" hingegen stammt vom Geflügel.
Schon länger vermutet man einen Zusammenhang zwischen dem Fleischverzehr und dem Risiko, an Krebs zu erkranken. Besonders der Darmkrebs stand im Fokus der Betrachtungen. Pressemeldungen ließen verlauten, dass rotes Fleisch erwiesenermaßen das Darmkrebsrisiko erhöhe. Erste Veröffentlichungen einer groß angelegten Ernährungsstudie verleiteten die Medien zu derartigen Schlagzeilen.

Die EPIC-Studie

Die EPIC-Studie (European Prospective Investigation Into Cancer And Nutrition) ist die bislang größte vorausschauende Studie in Europa und untersucht seit 1994 Zusammenhänge zwischen Ernährung und chronischen Krankheiten. Die etwa 500.000 freiwilligen Teilnehmer stammen aus zehn europäischen Ländern.
Die Studienteilnehmer wurden zu Beginn zu ihrem Lebensstil und ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und medizinisch untersucht. Im weiteren Verlauf der Studie beobachtet man nun die Entwicklung der gemessenen Faktoren wie Rauchen, Bewegung, Ernährung, Medikamenteneinnahme etc. sowie das Auftreten neuer Erkrankungen.
Erste Ergebnisse der Studie zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen einem hohen Verzehr an "rotem Fleisch" und Wurstprodukten und dem Auftreten von Darmkrebserkrankungen. Nach Schätzungen der Wissenschaftler steigt das Darmkrebsrisiko pro 100g täglich verzehrtem rotem Fleisch um 49 Prozent. Bei einer Erhöhung des Wurstverzehrs um 100g am Tag soll das Risiko sogar um 70 Prozent steigen.
Dagegen wird das Darmkrebsrisiko halbiert, wenn täglich 100 Gramm mehr Fisch verzehrt wird. Ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Geflügel, also "weißem Fleisch", und einem höheren Erkrankungsrisiko konnte nicht gefunden werden.
Zu den Ursachen dieser Beobachtungen gibt es bislang nur Vermutungen. Die Wissenschaftler halten eine Risikoerhöhung durch die vermehrte Aufnahme von Eisen für möglich. Eisen kann im Körper die Bildung schädlicher Nitroso-Verbindungen fördern. Beim Fisch wird dagegen eine schützende Wirkung durch den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren vermutet.

Sollten wir nun weniger Fleisch essen?

Die Studie liefert statistische Daten, die einen Einfluss der Ernährung auf die Krebsentstehung wahrscheinlich machen.
Krebs ist jedoch immer ein multifaktorielles Ereignis, d.h. dass vermutlich viele verschiedene Faktoren darüber entscheiden, ob jemand an einer bestimmten Krebsart erkrankt.
Die Berichterstattung in den Medien ist dabei zugunsten einer guten Schlagzeile manchmal recht einseitig. Denn die Studie hat ebenso ergeben, dass der Fleischverzehr eine recht geringe Rolle bei der Ermittlung des Darmkrebsrisikos spielt, wenn gleichzeitig ausreichend Fisch und Ballaststoffe verzehrt werden.
Der Einfluss weiterer Faktoren aus dem Obst- und Gemüseverzehr wurde bislang noch gar nicht bei der Betrachtung berücksichtigt.

Fazit

Wir kommen, wie so oft, zu dem Ergebnis, dass eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse (Ballaststoffe!) und etwas Fleisch und Fisch die beste Möglichkeit bietet, gesund zu bleiben.
Dabei spielen die übrigen Lebensumstände wie Bewegung, Alkohol, Rauchen, Stressbewältigung etc. eine ebenso große Rolle.
Den Weihnachtsbraten und das Fleischfondue können Sie sich zur Feier des Tages also getrost schmecken lassen. Wählen Sie statt kalorienreicher Pommes Frites als Beilage einfach feinen Vollkornreis und einen großen Salat. Als Nachtisch bietet sich ein frischer Obstsalat an.
Denn eine kleine Portion Braten, egal von welcher Sorte Fleisch, schmeckt ebenso gut wie eine große. Und mit den passenden Beilagen sorgen Sie außerdem dafür, dass Sie nach den Feiertagen auch noch ganz gelassen auf die Waage steigen können.

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Veröffentlicht von der Kochen & Backen-Redaktion
am 07/09/2010
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