Löwenzahn

Löwenzahn




Er verwandelt im Frühsommer die Wiesen in ein Meer aus leuchtendem Gelb und Kinder schätzen ihn besonders. Er schmeckt als Salat ausgezeichnet und ist auch noch gut für die Verdauung und dient der Blutreinigung. Die Rede ist vom gemeinen Löwenzahn, einer kleinen Blume, mit wahrhaft großer Wirkung.

 - Löwenzahn
Vom Löwenzahn zur Pusteblume

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine ganz erstaunliche Pflanze. Schon Charles Darwin zeigte sich fasziniert von den filigran über die Wiesen schwebenden Samen der Pusteblume.

Keine andere Blume ist in Europa so weit verbreitet wie der Löwenzahn, der je nach Lage zwischen 10 und 30 cm hoch werden kann. Überall wo ein gemäßigtes Klima herrscht und wo es schön hell und sonnig ist, kann man im Frühling Löwenzahn sehen und manche Arten blühen sogar noch bis in den Herbst hinein.

Der Löwenzahn schätzt Böden, die reich an Stickstoff sind und er gilt als ausgesprochen widerstandsfähig. Wird eine Wiese abgemäht, dann ist der Löwenzahn der Erste, der seinen Kopf wieder aus dem Boden steckt - zum Leidwesen mancher Gärtner.

Nicht nur bei Insekten ist Löwenzahn sehr beliebt, auch Kühe mögen die leuchtend gelben Blumen sehr gern, was dem Löwenzahn den Beinamen Kuhblume eingebracht hat. Kinder kennen die Pflanze aber vor allem unter dem Namen Pusteblume, denn wenn die Blumen verwelken, dann bleibt nur ein federleichtes „Skelett“ übrig, das man wegpusten kann.

Die Heilpflanze Löwenzahn

Löwenzahn ist nicht nur ein wunderschöner Farbtupfer auf der Wiese, sondern zugleich eine geschätzte und bekannte Heilpflanze, die anfangs vor allem in Holland und Frankreich geschätzt wurde. Die Blüte und in noch größerem Maß die Stängel, besitzen Kalium und viele wertvolle Bitterstoffe.

Früher waren Umschläge mit heißem, zu Brei gekochtem Löwenzahn ein beliebtes Mittel gegen rheumatische Beschwerden und noch heute soll man bei Leberbeschwerden oder um den Appetit und die Verdauung anzuregen, Tee aus Löwenzahn trinken. Auch äußerlich kann der Löwenzahn als Heilmittel dienen. Der weiße, milchige Saft im Inneren des Stängels ist ein kleines Wundermittel gegen Warzen.

Allerdings verträgt nicht jeder die Behandlung mit Löwenzahnmilch und es kann in einzelnen Fällen zu allergische Hautreaktionen kommen. Wer sich an der Löwenzahnmilch versucht, sollte noch aus einem anderen Grund Vorsicht walten lassen: Kommt die Milch auf die Kleidung, gibt es kaum eine Möglichkeit mehr, den Fleck wieder zu entfernen.

Löwenzahn – eine Delikatesse

Schon im Mittelalter war Löwenzahn eine beliebte Speisepflanze. Zum einen war er kostenlos erhältlich und überall zu finden, zum anderen ließ sich der Löwenzahn äußerst vielseitig zubereiten. Heute werden die jungen Blätter in der Regel nur noch als Salat und nicht mehr als Gemüse zubereitet.

Der Geschmack des Löwenzahns erinnert ein wenig an Ruccola, hat aber neben der leichten Schärfe einen angenehm nussigen Eigengeschmack. Als Delikatesse gilt unter anderem ein Löwenzahnsalat mit kross in der Pfanne gebratenen, noch warmen Speckwürfeln, ein wenig Rahm oder Creme Fraiche und einem feinen Dressing aus Balsamico Essig, etwas Olivenöl und Knoblauch.

Aber auch als Brotaufstrich ist Löwenzahn beliebt und sehr schmackhaft. Nach dem Krieg wurde der Löwenzahn sogar getrocknet, gemahlen und als Ersatzkaffee aufgebrüht. Das geht heute - bei aller Liebe für altertümliche Heilmethoden - dann wohl doch ein wenig zu weit.




  

Veröffentlicht von der Kochen & Backen-Redaktion
am 30/03/2011

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