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Was ist überhaupt eine glückliche Kuh? Ein Tier aus biologischer Haltung? Und wenn ja, schmeckt das Fleisch dieser Tiere besser und ist es gesünder?
Eine glückliche KuhBiobauern ermöglichen ihren Tieren eine nahezu artgerechte Haltung, bei der die Tiere genug Auslauf bekommen und selbst mit ökologisch erzeugtem Futter ohne Kraftfutterzusatz ernährt werden. Zudem ist der Einsatz von Antibiotika und Wachstumshormonen nicht erlaubt.
Bei der Schlachtung wird auf kurze Transportwege geachtet, um den Stress für die Tiere so gering wie möglich zu halten. Aus diesen Tatsachen könnte man durchaus schließen, dass Kühe aus biologischer Haltung glücklicher sind als solche aus konventioneller Haltung.
Zusätzlich zu den allgemeinen EU-weiten Richtlinien für die artgerechte Tierhaltung haben einige Bioverbände strengere Vorschriften, die den Tieren noch mehr Platz und bessere Lebensbedingungen ermöglichen. Produkte dieser Verbände wie Demeter, Bioland oder Naturland sind daran erkennbar, dass sie zusätzlich zum sechseckigen grünen “Bio-Siegel” noch ein eigenes Gütesiegel tragen.
Ist der Unterschied zu schmecken?Diese Frage ist wie alle Geschmacksfragen nicht eindeutig und abschließend zu beantworten. Während vielen Menschen bereits beim Gedanken an die konventionelle Tierhaltung der Appetit vergeht, schmecken andere häufig gar keinen Unterschied.
Tatsächlich liegen die geschmacklichen Unterschiede zwischen konventionell und biologisch erzeugtem Fleisch häufig nicht in der Fütterung oder Tierhaltung begründet, sondern lassen sich viel eher auf den Einsatz unterschiedlicher Rassen zurückführen. Bio-Bauern setzen heute verstärkt auf alte Rassen, weil die sich im Gegensatz zu den auf maximalen Ertrag gezüchteten Hochleistungstieren besser für die artgerechte Haltung eignen.
Im so genannten “Blindtest”, in dem die Versuchspersonen nicht wissen, ob sie gerade biologisch oder konventionell erzeugtes Fleisch probieren, konnten bisher keine bedeutsamen Unterschiede in Bezug auf den Genusswert festgestellt werden.
Wer das Fleisch selbst zubereitet, bemerkt allerdings schon einen Unterschied. Durch die langsamere Aufzucht enthält Bio-Fleisch nämlich weniger Wasser und behält daher auch beim Braten in der Pfanne seine ursprüngliche Größe und Form. Ein konventionelles Stück kann hier schon mal einige Zentimeter schrumpfen.
Ist Biofleisch gesünder?Grundsätzlich ist Biofleisch nicht mit Wachstumshormonen und Antibiotika belastet. Es gibt Hinweise darauf, dass es außerdem eine für den Menschen günstigere Fettsäurezusammensetzung enthält als konventionell erzeugtes Fleisch.
In Fütterungsversuchen wählen Tiere immer das biologisch erzeugte Futter. Noch kann man diese Ergebnisse nicht ausreichend begründen und belegen. Um Genaueres sagen zu können, wären mehr und vor allem auch umfangreichere wissenschaftliche Untersuchungen erforderlich.
Man sollte allerdings nicht vergessen, dass die nachhaltige Wirtschaftsweise die natürlichen Ressourcen schont und damit zum langfristigen Umweltschutz bei trägt.
Lohnt sich der Preis?Bio-Fleisch ist teurer - das ist eine Tatsache. Ob Ihnen der Genuss von Bio-Fleisch den höheren Preis Wert ist, sollten Sie einfach mal ausprobieren.
Der Preis entsteht dadurch, dass in einem Bio-Betrieb wesentlich mehr Handarbeit anfällt als in einem konventionellen. Außerdem wachsen die Tiere langsamer heran und haben ein geringeres Schlachtgewicht.
Auch in der Verarbeitung macht sich der Unterschied zwischen bio und konventionell bemerkbar. So dürfen Bio-Wurstwaren wesentlich weniger Zusatzstoffe enthalten. Einige Hersteller verzichten sogar auf das Nitritpökelsalz, das die rote Farbe des Fleisches erhält. Bio-Wurst kann daher auch eine etwas gräuliche Farbe haben.
FazitAuch wenn Nachweise für objektive Qualitätsunterschiede zwischen konventionell und biologisch erzeugtem Fleisch - sei es im Genusswert oder im Gesundheitswert - bisher nur teilweise erbracht wurden, bleibt bei konventionell erzeugtem Fleisch doch der fade Beigeschmack der Massentierhaltung.
So sind die Vorteile von Biofleisch nicht nur im Geschmack oder den ernährungsphysiologischen Unterschieden zu suchen, sondern in einer artgerechten Tierhaltung und einer sehr guten Ökobilanz. Genau diese ethischen Qualitätskriterien können beim Biofleischesser das Wohlbefinden und damit indirekt die Gesundheit fördern.
Generell sollte im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung maximal 2 bis 3 mal pro Woche Fleisch auf Ihrem Speiseplan stehen. Denn obwohl es Eiweiß, lebensnotwendige Vitamine und Spurenelemente liefert, sind je nach Fleischstück auch mehr oder weniger Fett, Cholesterin und Purin enthalten.
Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um Bio- oder konventionell erzeugtes Fleisch handelt.
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Veröffentlicht von der Kochen & Backen-Redaktion
am 25/08/2010 | |||||
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