Essen im Biorhythmus

Essen im Biorhythmus - ist das besser?



Sind Sie Frühaufsteher oder eher ein Langschläfer und dafür bis in die Nacht hinein aktiv? Brauchen Sie einen Mittagsschlaf oder sind Sie gerade zur Mittagszeit besonders leistungsfähig? Wir verraten Ihnen, wie der Biorhythmus unseren Alltag bestimmt.


Welcher Typ Sie auch sind - durch gezielte Ernährung können Sie Ihren eigenen Biorhythmus unterstützen und Leistungstiefs besser abfangen.

Ein ständiges Auf und Ab - der Biorhythmus

 - Essen im Biorhythmus - ist das besser?
Das innere Zeit- und Leistungsprogramm, unser Biorhythmus, ist individuell verschieden und wird hauptsächlich durch die Gene, aber auch durch Licht und Dunkelheit bestimmt.
Leider ist es oft schwierig, dem eigenen Biorhythmus zu folgen. Feste Zeiten in Kindergarten, Schule und Berufsleben geben Strukturen vor, denen wir uns häufig anpassen müssen. Seit der Erfindung des elektrischen Lichts setzt der Mensch sich über die natürlichen Wach- und Schlafphasen im Rhythmus der Natur hinweg. Die Chronobiologie, eine noch junge Wissenschaft, beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Biorhythmus auf unsere Leistungsfähigkeit und Gesundheit.
Auch wenn jeder Mensch einen individuellen Biorhythmus besitzt, lassen sich gewisse Muster erkennen. An einem Tag durchlaufen Sie verschiedene Phasen der Leistungsfähigkeit. Kein Mensch ist von morgens bis abends in Höchstform. Die Ernährung kann Ihre Leistungskurve dabei positiv wie auch negativ beeinflussen.

“Iss morgens wie ein Kaiser...”

Üblicherweise sind die Energiespeicher nach einer Nacht leer und müssen durch ein ausgewogenes Frühstück aufgefüllt werden. Je nach Geschmack sind Vollkornbrot mit fettarmem Belag oder Müsli mit Obst, Joghurt oder Milch gute Starter in den Tag. Sie sorgen für einen kontinuierlichen Anstieg der Energiekurve. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorn bringen den Blutzuckerspiegel auf einen gleichmäßigen Level.
Nach dem Frühstück steigt die Leistungskurve an und erreicht bei den meisten Menschen ihren Höchststand. Schwierige Aufgaben sind am Vormittag besonders gut zu meistern. Mit einem kleinen Zwischensnack wie einem Apfel, einer Banane, etwas Rohkost, Joghurt oder einer Hand voll Nüssen und Trockenobst kommen Sie gut bis zum Mittagessen.
Verzichten Sie morgens auf das Frühstück, um gleich ein paar Kalorien oder eine halbe Stunde Zeit einzusparen, so tun Sie sich damit keinen Gefallen. Der Energienachschub fehlt und der Blutzuckerspiegel rutscht in den Keller. Heißhunger ist vorprogrammiert, der meistens mit süßen Snacks gestillt wird. Durch den Gehalt an einfachem Zucker schnellt der Blutzucker nun in die Höhe und fällt ebenso rapide wieder ab. Ein ständiges Auf und Ab mit Heißhungerattacken ist über den Tag verteilt die Folge.

“…mittags wie ein König…”

Bereits vor der Mittagspause fühlen Sie sich vielleicht schon reif für ein kleines Schläfchen, aber nur selten besteht die Möglichkeit dazu. Ein leicht bekömmliches Mittagessen kann einem Leistungsabfall jetzt vorbeugen.
Haben Sie nachmittags einen wichtigen Termin oder eine anstrengende geistige Aufgabe vor sich, so wählen Sie am besten eine Mahlzeit mit magerem Eiweiß (Fisch, Geflügel oder Tofu). Müssen Sie dagegen körperlich arbeiten, sollten Sie eher ein Mittagessen mit reichlich Kohlenhydraten aussuchen (Vollkornnudeln, Kartoffeln, Vollkornreis). Salat oder Gemüse gehört in beiden Fällen dazu, denn die versorgen Sie mit wichtigen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen.
Zu viel Fett in der Portion macht träge und schläfrig. Ihr Körper muss dann einfach zu viel Energie in die Verdauungsarbeit stecken, dadurch lässt die Konzentrationsfähigkeit erheblich nach. Die beliebten Klassiker “Currywurst oder Schnitzel mit Pommes Frites und Mayonnaise” müssten eigentlich aus der Kantine verbannt werden. Von guter Leistungsfähigkeit kann nach einem solchen Essen nämlich für einige Stunden nicht mehr die Rede sein.
Wenn Sie sich bei der Arbeit nicht viel bewegen oder sich in geschlossenen Räumen aufhalten, nehmen Sie sich nach dem Essen Zeit für einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Der Kreislauf wird angeregt, Sie bekommen eine Extraportion Sauerstoff und sind wieder fit für die zweite Tageshälfte.

Das zweite Leistungshoch

Nach dem Mittagessen steigt die Leistungskurve langsam wieder an. Ein kleiner Snack ca. 3 Stunden nach dem Mittagessen lässt Sie auch den Nachmittag gut überstehen. Hier kann es sich auch mal um ein Stück Obstkuchen, Obstsalat, einen Joghurt oder ein belegtes Brot handeln.
Ganz wichtig: Trinken Sie ausreichend Wasser oder andere kalorienarme Getränke! Denn eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr trägt entscheidend zur geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit bei. Eine Tasse Kaffee kann zwar kurzfristig munter machen, eignet sich aber nicht als Dauergetränk. Literweise getrunken hat Kaffe nämlich eher einen gegenteiligen Effekt.
Wenn Sie es einrichten können, legen Sie eine kurze Pause an der frischen Luft ein. Auf dem Weg nach Hause sollten Sie sich bewegen, um den Arbeitsalltag abzuschütteln. Steigen Sie einfach eine Haltestelle früher aus oder gehen Sie noch eine Runde um den Block.

Und abends?

Das Gerücht, dass spätes Essen dick macht, haben wir bereits widerlegt (Artikel: Macht Abends Essen dick?). Trotzdem reagieren viele Menschen auf ein üppiges Abendessen oder große Mengen Rohkost mit unruhigem Schlaf. Und gerade ein erholsamer Schlaf ist wichtig, um am nächsten Morgen wieder fit für den Tag zu sein.
Testen Sie am besten selbst aus, was Ihnen gut tut und verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl.

Fazit

Essen nach dem Biorhythmus macht Sinn. Auch wenn er bei jedem Menschen etwas anders aussieht, so lassen sich gewisse Gesetzmäßigkeiten sowohl bei Morgenmuffeln als auch bei Morgenmenschen feststellen.
Um den Tiefs in Ihrer Leistungskurve vorzubeugen, sollten Sie über den Tag verteilt mehrere kleinere Mahlzeiten essen. Achten Sie auf Abwechslung in der Lebensmittelwahl und wählen Sie bewusst aus, was Ihnen gut tut. Essen Sie rechtzeitig und ausgewogen, damit Heißhungerattacken gar nicht erst aufkommen. Lernen Sie die Bedürfnisse Ihres Körpers wahrzunehmen und ihnen zu folgen.
Wenn weder die Zwischenmahlzeit noch Bewegung oder frische Luft gegen das Leistungstief ankommen, so akzeptieren Sie ihren persönlichen Rhythmus und gönnen Sie sich zu diesen Zeiten etwas Ruhe. Planen Sie für diese Zeit einfache Arbeiten ein, für die Sie sich nicht übermäßig anstrengen müssen. Sie werden sehen, dass Sie sich mit etwas Rücksicht auf Ihren Biorhythmus wesentlich leistungsfähiger fühlen und dass selbst lange Arbeitstage einfacher von der Hand gehen.


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Quellen (u.a.):
   1. 1. CMA: “Im Einklang mit der Bio-Uhr” 11/2007
   2. 2. Brüggemann et al.: Warum Diäten scheitern; Gräfe und Unzer Verlag 2006

Veröffentlicht von der Kochen & Backen-Redaktion
am 02/09/2010
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