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Angesichts zahlreicher Lebensmittelskandale in der Vergangenheit bemüht sich die Wirtschaft, ihre Qualitätsaussagen und –garantien dem Verbraucher durch Siegel und Zertifikate näher zu bringen. Eine dieser „Auszeichnungen“ für Produkte ist das QS-Siegel. Wir haben es für Sie unter die Lupe genommen.
Das QS-Siegel ist ein Zertifikat, das Sie seit 2002 auf Fleisch und Fleischwaren und seit 2005 auch auf Obst und Gemüse finden können. Es ist ein Qualitätssiegel, welches aussagen soll, dass das zertifizierte Lebensmittel auf allen Produktionsstufen - von der Herstellung bis zur Vermarktung - auf seine Qualität überprüft wurde.
QS steht für Qualität und Sicherheit.
Wer steckt hinter dem QS-Siegel?
Die Qualität & Sicherheit GmbH ist ein Zusammenschluss aus Vertretern der Futtermittelindustrie, aus landwirtschaftlichen Betrieben, Schlachthöfen, Fleischverarbeitungsunternehmern, Handelsunternehmern und der CMA (Centrale Marketing-Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft mbH).
Das QS-Siegel wird sowohl für deutsche als auch für ausländische Produkte vergeben, die den gleichen Prüfkriterien unterliegen.
Das QS-Siegel in der Praxis
Lebensmittel, die das QS-Siegel aufweisen, werden von Beginn der Produktionskette an anhand bestimmter Qualitätskontrollen überprüft. Die Richtlinien für die Qualitätssicherung definiert die QS Qualität & Sicherheit GmbH.
Bei Fleischwaren beginnt beispielsweise die Kontrolle beim Halter des Tieres, wird beim Futtermittelerzeuger, beim Schlachter und dem Verarbeiter weiter geführt und endet erst im Einzelhandel.
So wird zum Beispiel überprüft, ob die Kühlkette durchgehend eingehalten wird.
Qualitätskontrollsystem
Das Qualitätskontrollsystem besteht aus drei Stufen.
1. Auf der ersten Stufe kontrollieren die Betriebe sich selbst, indem sie Betriebsabläufe dokumentieren und anschließend auswerten.
2. Zweitens gibt es im QS-Kontrollsystem eine neutrale Überprüfung, bei der wirtschaftlich unabhängige Untersuchungslabore System- und Stichprobenkontrollen durchführen.
3. In so genannten Metakontrollen werden auf dritter Ebene von Zertifizierungsstellen und der QS Qualität & Sicherheit GmbH weitere Stichprobenkontrollen ausgeführt.
Kritik am QS-Zertifikat
Kritiker sehen die Qualitätskriterien, die dem QS-Siegel zugrunde liegen, als nicht ausreichend an. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) bemängelt zum Beispiel, dass die Sanktionen für Betriebe, die den Kontrollen nicht gerecht werden, zu milde ausfallen.
Auch könne der Konsument am Produkt nicht erkennen, ob die QS-Anforderungen vollständig oder nur teilweise von den Betrieben erfüllt wurden.
Fazit
Generell muss dem Verbraucher klar sein, dass das QS-Siegel keine Auszeichnung für besonders hochwertige oder gar biologisch erzeugte Lebensmittel ist. Im Wesentlichen sind die Qualitätskriterien der Qualität & Sicherheit GmbH nämlich identisch mit den gesetzlichen Vorschriften.
Zwar wird der Weg eines Lebensmittels von der Erzeugung bis zum Verkauf kontrolliert, es fehlen allerdings Richtlinien zur Tierhaltung oder zum Einsatz von Gentechnik.
Das QS-Siegel steht damit lediglich für strengere Kontrollen zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Die Einhaltung dieser Vorgaben sollte zwar selbstverständlich sein, eine Überprüfung macht aber in einigen Fällen trotzdem Sinn.
In Zeiten der Verunsicherung, in denen die Medien regelmäßig über Gammelfleisch und andere Skandale berichten, bietet das QS-Siegel eine zusätzliche Sicherheit für den Verbraucher.
Oftmals sind die Landesbehörden mit den eigentlich nötigen Kontrollen zur Qualitätssicherung zeitlich und personell überfordert. Daher sind Eigenkontrollen durch die Betriebe und zusätzliche Kontrollen durch Zertifizierungsstellen ein erster Schritt zu mehr Sicherheit in der Lebensmittelqualität.
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