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Es hält sich hartnäckig - das Gerücht, dass ohne Fettzugabe aus Karotten keine Vitamine verwertet werden können. Falsch ist es auch nicht. Allerdings können Sie sich in den meisten Fällen den extra Löffel Öl sparen. Wir erklären Ihnen die Hintergründe.
Karotten enthalten besonders viel beta-Carotin. Es ist der orange-rote Farbstoff und zählt zu den sekundären Pflanzenstoffen. Dieses sogenannte Carotinoid ist eine Vorstufe für Vitamin A und wird als Provitamin A bezeichnet. Vitamin A wiederum benötigt der Körper z. B.
für den Sehvorgang, für Haut und Haare und für das Wachstum. Außerdem gilt es als wichtiges Antioxidans, also als Schutzstoff gegen Angriffe von freien Radikalen (aggressive Sauerstoffmoleküle) auf Körperzellen. Aus 100g Karotten kann der Körper unter besten Bedingungen etwa 1.500 Mikrogramm Vitamin A gewinnen. Das ist fast das Doppelte des Tagesbedarfs an diesem Vitamin für einen Erwachsenen. Gute Bedingungen für die Vitamin-A-ResorptionVitamin A zählt zu den fettlöslichen Vitaminen. Das bedeutet, dass der Körper es nur in Zusammenhang mit Fett verwerten kann. Die Resorption, also die Aufnahme über den Darm, wird aber auch noch durch andere Faktoren beeinflusst. Man hat festgestellt, dass aus rohen Karotten praktisch kaum beta-Carotin aufgenommen werden kann. Günstig wirkt sich eine Zerkleinerung des Gemüses aus, weil die Zellwände durch diesen Prozess aufgebrochen werden und für den Körper dadurch leichter aufzuschließen sind. Das heißt, dass das Vitamin aus Karottensaft oder blanchierten Karotten viel besser zu verwerten ist. Aber auch wer seine rohen Karotten gründlich kaut und dadurch zerkleinert, kann die Vitaminverwertung deutlich verbessern.
Die meisten Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass eine gewisse Menge Fett die Aufnahme fettlöslicher Vitamine begünstigt. Einige wenige wissenschaftliche Veröffentlichungen sprechen jedoch davon, dass beta-Carotin auch in Abwesenheit von Fett absorbiert werden kann.
So gehen Sie auf Nummer SicherDünsten Sie Ihre Karotten am besten schonend in lediglich etwas Wasser. Das Provitamin A ist dennoch gut für den Körper verfügbar, wenn Sie neben dem Karottengemüse noch fetthaltige Komponenten wie Getreide, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, ein Salatdressing oder die fetthaltige Avocado servieren bzw. diese Beilagen mit Öl oder Fett zubereiten.
Und auch die rohe Karotte hat als alleinige Zwischenmahlzeit durchaus ihre Berechtigung. Haben Sie zum Frühstück Milchprodukte oder Müsli mit Nüssen gegessen, reicht das Fett bis zu 2 Stunden später aus, um das beta-Carotin aufzunehmen, weil Fett besonders lange im Magen-Darm-Trakt verbleibt. Vielleicht wird aus der Karotte weniger beta-Carotin resorbiert, wenn man sie solo genießt. Aber das orangefarbene Gemüse hat ja noch mehr zu bieten, z. B. eine ordentliche Portion Kalium und jede Menge Ballaststoffe, die satt machen und Ihrem Darm gut tun.
FazitFett begünstigt die Verwertung von beta-Carotin und damit die Bildung von Vitamin A aus Karotten. Allerdings müssen Sie nicht jeder Karottenmahlzeit Fett zufügen. Wenn Sie zu Ihrem rohen Karottensalat z. B. ein leichtes Joghurt-Dressing zubereiten oder morgens Ihren Karottensaft zum Müsli oder Käsebrot genießen, nehmen Sie durch die übrigen Lebensmittel genügend Fett auf, um das Provitamin A aus der Karotte verwerten zu können. Den Teelöffel Öl oder den Schuss Sahne im Karottensaft, der so oft empfohlen wird, den können Sie sich tatsächlich sparen.
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Veröffentlicht von der Kochen & Backen-Redaktion
am 02/09/2010 | |||||
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