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Die meisten Teeliebhaber schwören bis heute auf losen Tee. Er sei besonders aromatisch und allgemein von hoher Qualität. Der Beuteltee hingegen wird seinen schlechten Ruf nicht so recht los.
Tee, egal ob Beutel- oder loser Tee, wächst in Form von Blättern am Strauch. Nach der Ernte werden die großen von den kleineren Blättern durch das Aussieben getrennt. Entsprechend der Maschenweite der Siebe entstehen dabei 4 verschiedene Teevarianten:
* Blatt-Tees besitzen die größte Blattgröße. Ihr Anteil macht nur 1 bis 2 % der Ernte aus. * Broken-Tees sind kleinblättriger. Der Aufguss ist intensiver als bei Blatt-Tees. * Fannings sind feinste Teilchen des Blattes. Sie sind sehr ergiebig. * Dust ist der Teestaub mit einem besonders stark färbenden Aufguss. Fannings und Dust werden für die Produktion der Teebeutel verwendet. Blatt- und Brokentee werden lose verkauft. Großblättrige Teeblätter könnten sich im Teebeutel gar nicht richtig entfalten. Woher kommt eigentlich der Tee?Der Legende nach wurde der Teebeutel von dem amerikanischen Teehändler T. Sullivan erfunden, der Tee in Seidenbeuteln anbot.
Der Brite John Horniman entwickelte den Teebeutel weiter, um seine Kunden vor minderer Qualität zu schützen. Damals wurde viel Geld mit dem Färben und Mischen der Tees mit anderen pflanzlichen Substanzen und dem Wiederverwenden gebrauchter Teeblätter gemacht.
Horniman verkaufte Tee in versiegelten Papiertüten und verwendete Klebstoff zum Zukleben, was beides vorschmeckte. Diese Methode wurde allerdings mit der Zeit optimiert.
Eine wissenschaftliche Untersuchung soll Klarheit schaffenDer WDR (Westdeutscher Rundfunk) ließ im Dezember 2002 vom Institut für Lebensmittelchemie der TU Braunschweig einen Stichprobentest durchführen. Ziel der Untersuchung war es, Qualitätsunterschiede aufzudecken. Getestet wurden drei verschiedene Teesorten: Bio-Ceylon, Darjeeling und Earl Grey Tee. Als Probe wurde jeweils 2 g Beuteltee und loser Tee mit exakt der gleichen Wassermenge analysiert.
Nach je einer, drei und fünf Minuten wurden Stichproben der Teeaufgüsse genommen.
Die wissenschaftliche Studie deckt auf...Im wesentlichen wurde der Gehalt an Koffein, gelösten Feststoffen und Polyphenolen untersucht:
Koffeingehalt:
Beim Koffeingehalt des losen und des Beuteltees schnitten der Bio-Ceylon und Earl Grey Tee in etwa gleich ab. Nur der Darjeeling Tee zeigte deutliche Unterschiede, denn der Beuteltee enthielt deutlich mehr Koffein. Beuteltee hat eine größere Gesamtoberfläche, weshalb er stärker zieht als Blatttee und zum Teil mehr Koffein abgeben kann.
Feststoffe:
Gelöste Feststoffe sind einfach ausgedrückt alles das, was beim Aufguss von Tee aus dem Blatt in das Wasser übergeht. Der Teetrinker nimmt sie als schwimmende und auf dem Boden liegende Teilchen wahr, die den einen mehr, den anderen weniger stören.
Um die Feststoffe des Tees zu untersuchen, wurden die Tees in einem Hitzeschrank zum Verdunsten gebracht und die zurückgebliebenen, gelösten Feststoffe wurden gewogen. Alle Teeproben zeigten, dass Beuteltees deutlich mehr gelöste Feststoffe zurück ließen als loser Tee.
Polyphenole:
Tee enthält gesundheitsfördernde, sekundäre Pflanzenstoffe, auch Polyphenole genannt. Der Gehalt wird durch eine Testflüssigkeit geprüft, die zeigte, dass die Beuteltees aller Sorten mehr Polyphenole als die losen Tees enthielten. Dies änderte sich auch nach fünf Minuten Ziehzeit nicht wesentlich.
FazitDas Ergebnis dieser Studie sagt deutlich aus, dass Beuteltee viel besser ist als sein Ruf. Sind die Teebeutel separat verpackt, wird der Tee zusätzlich noch vor Fremdgerüchen und Feuchtigkeit geschützt. Vorteile des losen Tees sind die leichtere Dosierung und der günstigere Preis.
Trotzdem unterscheidet sich die Qualität der losen- und Beuteltees nicht grundlegend, schließlich stammen sie von den gleichen Feldern, werden zur gleichen Zeit geerntet und enthalten die gleichen wertvollen Inhaltsstoffe.
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Veröffentlicht von der Kochen & Backen-Redaktion
am 25/08/2010 | |||||
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