17.08.2016

Superfood Chia-Samen: Was steckt wirklich in ihnen?

Svenja Goebel

Tun Chiasamen der Gesundheit wirklich so gut, wie es ihnen nachgesagt wird?

Foto: istock/Catherine Lane

Tun Chiasamen der Gesundheit wirklich so gut, wie es ihnen nachgesagt wird?

Sind Chia-Samen wirklich nur die exotischen Leinsamen, oder sind sie tatsächlich ein Superheld unter den Lebensmitteln?

Chia-Samen sind derzeit in aller Munde, im wahrsten Sinne des Wortes: in Brötchen, als Pudding, in Energie-Riegeln, kaum ein vermeintlich gesundes Nahrungsmittel kommt noch ohne die kleinen Samen aus. Sie sind längst kein Nischenprodukt mehr, sondern voll im Trend und in fast jedem Supermarkt erhältlich. Sogenannte Superfoods boomen wie nie. Günstig sind sie keineswegs, denn pro Kilo können schnell 20 bis 40 Euro anfallen. Doch können die kleinen Körnchen wirklich soviel, wie ihnen nachgesagt wird, oder ist ihr Können nur die Leistung von effektivem Marketing?

Herkunft der Chia-Samen

Ihren Ursprung haben Chia-Samen in Mexiko und Guatemala, wo sie schon vor 5000 Jahren ein wichtiges Lebensmittel waren. Hierzulande gelten sie als Superfood , also als ein Lebensmittel mit besonders hoher Nährstoffdichte. Ebenfalls zu den Superfoods gehören auch Goji-Beeren , die Acai-Frucht und Granatäpfel. Chia-Samen gehören zur Gattung der Salbeigewächse und sind wie Amaranth, Buchweizen und Quinoa sogenannte Pseudogetreide.

Das bedeutet, dass sie ähnlich wie Getreide verwendet werden können, aber glutenfrei sind und keine Eigenbackfähigkeiten besitzen. Pseudogetreide kann lediglich ergänzend in Gebäck verwendet werden und den Nährstoffgehalt von Brot und Gebäck erhöhen, aber die getreideüblichen Klebeeigenschaften fehlen, weshalb ein Teig aus Chia-Samen zu einem platten Fladen zerlaufen würde. Chia-Samen bilden in Verbindung mit Wasser eine geleeartigen Masse und werden in der veganen Küche als Ersatz für tierische Bindemittel, wie zum Beispiel Eiern und Gelatine verwendet.

>> Was ist eigentlich Canihua?


Das steckt in Chia-Samen

Sie sind eine reichhaltige Quelle von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, woher sie übrigens auch ihren Namen haben: Das Wort "Chia" stammt von der Nahuatl-Sprache (Sprache der Azteken) ab und heißt so viel wie "ölig".

Einen Großteil stellen die Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren dar, die man sonst nur über sehr fettigen Fisch aufnehmen kann. Die Fettsäuren regulieren den Blutdruck, die Blutfettwerte und die Blutgerinnung. Nahezu alle Stoffwechselvorgänge benötigen Omega-3, das überdies auch Depressionen vorbeugt und fördert eine bessere Durchblutung des Gehirns.

Chia-Samen haben einen hohen Proteingehalt ,nämlich rund 20 Prozent. Dieser Anteil liegt über dem von Weizen. Außerdem stecken Chia-Samen voller Ballaststoffe, die wichtig für eine gesunde Verdauung sind, und Calcium, das die Knochen und Zähne stärkt. Bezogen auf 100 Gramm Verzehrmenge enthalten in Chia-Samen mehr Eisen als Spinat, wobei zu beachten gilt, dass im Schnitt eine größere Menge Spinat verzehrt wird als Chia-Samen, sodass sich diese Aussage relativiert.

Sie sind reich an Antioxidantien wie Flavanole, die wiederum freie Radikale binden, was wiederum als krebsvorbeugende Maßnahme gilt. Antioxidantien wird des weiteren nachgesagt, dass sie die Gefäßwände flexibel halten, was unter anderen einer Arteriosklerose vorbeugt.

Nährwertangaben pro 100 Gramm Chia-Samen

Kalorien 486
Kohlenhydrate 42 g
Fettgehalt 31 g
Natrium 16 mg
Kalium 407 mg
Protein 17 g
Ballaststoffe 31 g





Anwendungsgebiete von Chia-Samen

Es gibt zahlreiche Rezepte mit Chia-Samen. Immer mehr Bäckereien fügen die Samen ihren Gebäckstücken zu. Der Anteil darf laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit zehn Prozent nicht überschreiten.

Wenn Sie Ihr Müsli, Ihren Joghurt oder Smoothie mit ein paar knusprigen Chia-Samen verfeinern, würde die Tageshöchstdosis von 15 Gramm nicht überschritten. Dieser Wert gilt aber auch nur in Deutschland, in den USA liegt dieser Wert bei 48 Gramm.

Energieriegel , die etwa mit Acai-Püree und Chia-Samen zubereitet werden, erfreuen sich vor allem bei Reisenden höchster Beliebtheit aufgrund ihrer Handlichkeit und der lange anhaltenden sättigenden Wirkung.

In Saucen und Marmeladen können die Samen als Geliermittel besonders gut ihre Wirkung entfalten, vor allem, wenn die Samen zuvor im Mörser zerstoßen wurden.

Fazit

Insgesamt ist der Verzehr von Chia-Samen empfehlenswert und sie sind definitiv eine Bereicherung unseres Speiseplans. Besonders für Vegetarier sind sie eine gute Omega-3 und Protein-Quelle. Der neutrale Geschmack sorgt dafür, dass sie sowohl im Brot, in Müsliriegeln und in Puddings verzehrt werden können.

„Chia-Samen sind ernährungs­physiologisch wert­voll“, sagt Antje Gahl, Presse­sprecherin bei der Deutschen Gesell­schaft für Ernährung. Der relativ hohe Preis macht aber regionale Produkte wie Flohsamenschalen und Leinsamen attraktiver, die zum Teil nur zehn Prozent des Kilopreises von Chia-Samen kosten und die gleichen Quelleigenschaften mitbringen. Auch heimische Nüsse und Saaten können mit ähnlichen oder identischen Nährstoffen und Fetten aufwarten wie Chia-Samen.

>> Wissenswertes über Chia-Samen

Unsere Rezepte mit Chia-Samen:

Seite

Svenja Goebel

Kommentare

Kommentare einblenden