Hunde in Sri Lanka leben anders als Bello und Waldi hierzulande. Eine Deutsche engagiert sich seit Jahren, um den Tieren zu helfen - ein Projekt, das jetzt gefährdet scheint.
Während in Deutschland Tiere oft sehr umsorgt werden, sind in Sri Lanka viele Menschen arm und können ihre Tiere nicht behandeln lassen, wenn sie krank sind. Hunde sind deshalb häufig nicht kastriert und geimpft. Da die Tiere tagsüber frei auf der Straße herumlaufen, bekommen die Hündinnen oft mehrmals im Jahr Nachwuchs, der von den überforderten Besitzern ausgesetzt wird. Welpen und Jungtiere sterben an Hunger, Parasiten oder fallen Tierquälern zum Opfer. Viele der Streuner leiden an Tollwut oder haben schlimme Verletzungen.
Eine erschreckende Situation. Das empfand auch die deutsche Unternehmerin Marina Möbius während eines Aufenthalts in Sri Lanka. Sie beschloss zu helfen. 2007 gründete sie die Dogcare-Clinic im Süden Sri Lankas - ein Hundkrankenhaus, das nahezu nach westlichem Standard ausgestattet ist.
Seit der Öffnung der Klinik hat die engagierte Tierschützerin zusammen mit ihrem Team, bestehend aus Tierpflegern und einheimischen Ärzten, mehr als 35.000 Hunde kastriert und gegen Tollwut geimpft. Hierfür investiert die Unternehmerin seit gut fünf Jahren ca. 25.000 Euro monatlich um die Population der Straßenhunde in den Griff zu bekommen und verletzten Tieren zu helfen. Mit einem Team von fast 30 Mitarbeitern arbeitet sie elf Stunden täglich, sieben Tage die Woche, um die Lebenssituation der Hunde vor Ort zu verbessern.
Aktueller Anlass zur Sorge
Auch unsere Tierexpertin von BILD der FRAU, Dr. Susanne Elsner, ist von dem Projekt begeistert. Bereits seit Anfang der Achtzigerjahre bereist sie Sri Lanka. Die Situation der Tiere vor Ort schockierte sie immer wieder. Seit 2008 hilft auch sie jedes Jahr während ihres Urlaubs in der Dogcare-Clinic von Marina Möbius. Doch nun ist das Projekt gefährdet. Kürzlich entschied Sri Lankas Regierung, wieder zur systematischen Tötung streunender Tiere zurückzukehren. Eine Praxis, die vor fünf Jahren auf Druck von Tierschutzorganisationen aufgehoben worden war. Seitdem hatte man auf Kastration und Impfung der Straßenhunde gesetzt. Damit soll jetzt Schluss sein: "Diese neue Politik ist klar gescheitert", so der singhalesische Gesundheitsminister Sirisensa. "Deshalb haben wir als Regierung beschlossen, zur vorherigen Praxis zurückzukehren."
Jetzt ist es den Behörden wieder erlaubt, streunende Tiere zu fangen und zu töten. Die Begründung: Die Population der streunenden Hunde habe in den letzten Jahren stark zugenommen und wäre zu einem Problem für das Gesundheitswesen geworden. Jeden Tag werden bis zu 2.000 Menschen in Sri Lanka von herumstreunenden Hunden gebissen. Viele Tiere sind mit Tollwut infiziert.
Keine wirkliche Lösung
Tierschutzorganisationen sind bestürzt. Ein wirklich wirksames Mittel, um das Problem in den Griff zu bekommen, sei es kaum, die Tiere einfach grausam zu töten. "Wir wollen, dass die Regierung diese Entscheidung nachprüft und eine humane Behandlung dieser Tiere sichert," sagte Sagarika Rajakarunanayake von der Tierschutzorganisation Satva Mithra. Nur mit Sterilisation und Impfung der Hunde könne ein wirksamer und vor allem langfristiger Schutz erreicht werden.
Auch die Arbeit von Frau Möbius und ihrer 'Dogcare-Clinic' wird durch die Tötungspraxis gefährdet. Schließlich werden die Tiere wahllos getötet - auch solche, die kastriert und geimpft sind und einen Besitzer haben. Wer gegen das Vorgehen der Regierung Einspruch erheben will, kann sich an einer Petition gegen die Tötungspraxis beteiligen. Zur Petition
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