Ute Nerge gründete Kinderhospiz

Ute Nerge gründete Kinderhospiz




 - Ute Nerge gründete Kinderhospiz
Mitten im Wald hat Ute Nerge (51) das Traumhaus für ihre besondere Arbeit gefunden: Es hat gemütliche Räume, einen riesigen Garten, viel Platz zum Spielen – und Abschiednehmen. Hier, im Hospiz „Sternenbrücke“, werden unheilbar kranke Kinder bis an ihr Lebensende begleitet. „Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben“, sagt Ute Nerge, während Alina (6) auf ihren Schoß krabbelt. Das Mädchen hat eine Sto­ffwechselerkrankung. Fünf Jahre war die Kleine gesund, dann nahm die Krankheit ihr fast alles, was sie schon konnte: Sprechen, laufen, sehen, hören. Am Ende wird sie ihr das Leben nehmen.

Ute Nerge hat sich jahrelang als Kinderkrankenschwester um Patienten wie Alina gekümmert. Und schnell gespürt, dass der übervolle Klinikalltag ihr die Chance nimmt, so umfassend zu helfen, wie sie möchte. Und wie es nötig ist. „Zwischen meinen Schichten habe ich viele Familien ehrenamtlich weiterbetreut. Aber ich wollte mehr verändern.“ Sie träumt davon, schwerstkranken Kindern eine Oase der Würde und Lebensqualität zu scha­ffen. Ein Kinderhospiz. Über diese Idee spricht sie damals mit einer kleinen Patientin, Jenny. „Sie hat mir gesagt, wie dieses Haus aussehen sollte, damit es Kindern gefällt. Eines Tages meinte sie: ,Für mich ist es zu spät. Für andere nicht – bau endlich dein Haus!‘“

Das gibt Ute Nerge den entscheidenden Ruck. Sie sammelt Spenden und erö­ffnet im Mai 2003 die „Sternenbrücke“: Wärme und Geborgenheit statt Krankenhaus! 280 Familien waren seitdem zu Gast. 71 Kinder sind im Hospiz gestorben. Alle viel zu früh. Auch Jenny wurde nur neun Jahre. Ihr Foto hängt im Eingang des Hospizes. Und das ist ziemlich genau so geworden, wie Jenny es schön gefunden hätte.

Zum Video über Ute Nerge
 
Spendenkonto:
Kinderhospiz Sternenbrücke, Konto-Nr.: 1001 300 787, BLZ: 200 505 50, Hamburger Sparkasse
Schauspielerin Anna Loos (38):
„Das Kind unheilbar krank – diese Nachricht ist für Eltern das Schlimmste, was man sich überhaupt vorstellen kann. Ute Nerge und ihr Kinderhospiz „Sternenbrücke“ helfen Familien bei der Betreuung und beim Abschiednehmen. ‚Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben‘: Das ist das Motto der Preisträgerin, und danach handelt sie auch. Ich habe allergrößten Respekt vor ihrer Arbeit. Es ist so wichtig, dass die Kinder bis zum Schluss so viel Lebensqualität bekommen, wie irgend möglich ist. Und dass die Familien ein wenig aufgefangen werden.“

Veröffentlicht von der Sonstiges-Redaktion
am 30/12/2009
Die Lesernote: 1.7/5
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