Ganz versunken ist die kleine Melisa (9) in ihr Buch. Sie liest gerade laut die Geschichte von „Lena in der neuen Schule“ vor. Neben ihr sitzt Ursula Hildebrandt (67) und hil‑ft sofort, wenn Melisa ins Stocken kommt. Die Rentnerin ist nämlich ehrenamtliche Leselernhelferin – und gehört zum Team von
Antje Schmidt-Kloth (63), der Vorsitzenden von „MENTOR – die Leselernhelfer HAMBURG e.V.“.
„Melisa und Frau Hildebrandt zeigen, warum MENTOR so wichtig ist und wie das Projekt funktioniert“, sagt Antje Schmidt-Kloth. „Ein Mentor kümmert sich intensiv um ein Kind mit Sprach- und Leseschwäche, fördert es ganz individuell. Das unterscheidet uns von anderen Leselern-Initiativen!“ Und macht den Erfolg aus: Die Kinder blühen geradezu auf, gewinnen an Selbstbewusstsein und lassen sich meistens ganz schnell fürs Lesen – und Lernen! – begeistern. Wie Melisa. „Bei uns zu Hause wird fast nur türkisch gesprochen“, erzählt die Kleine. „Deshalb war es für mich schwer, richtig Deutsch zu lernen.“ Seit einem Jahr liest sie nun mit Ursula Hildebrandt. Die wiederum kam zu MENTOR, weil sie „unbedingt was Sinnvolles tun wollte“.
„Das war auch meine Motivation“, sagt Antje Schmidt Kloth. Bei der Gründung von MENTOR HAMBURG vor fünf Jahren gehörte sie zu den allerersten Leselernhelfern. „Ich ging damals in Rente, wollte mich sozial für benachteiligte Kinder einsetzen.“ Sie tat das mit so viel
Leidenscha‑ , dass sie zur Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde. Antje Schmidt-Koth stellt heute die Leselern-Pärchen zusammen und: „Ich versuche, Sponsoren und Gelder aufzutreiben. Die Helfer arbeiten umsonst, aber wir brauchen Mittel für Räume, Bücher, Aktionen … Wir wollen noch viel mehr Kindern Türen öffnen.“
Zum Video über Antje Schmidt-Kloth
MENTOR – die Leselernhelfer Hamburg e.V., Konto-Nr. 1042 211 068, BLZ 200 505 50, Hamburger Sparkasse