Patienten­rechte: Die wichtigsten Fragen



Kennen Sie Ihre Patientenrechte? Aus Angst, nicht mehr bestmöglich behandelt zu werden, nehmen wir lange Wartezeiten in Kauf, lassen uns Untersuchungen aufschwatzen. Muss das sein? Nein, sagen unsere Experten. Antworten auf die 16 wichtigsten Fragen zum Thema Patientenrechte.

Patientenrechte: Die wichtigsten Fragen

   

 - Patientenrechte: Die wichtigsten Fragen
Was muss ich grundsätzlich zuzahlen?
Zehn Prozent des Apothekenpreises eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels - mindestens 5 Euro, höchstens 10 Euro. Ausnahme: „Sie nehmen ein Medikament, dass teurer ist, aber nicht auf der Liste Ihrer Krankenkasse steht“, sagt Experte Wolfgang Büser. Dann müssen Sie mehr zahlen. Liegt der Preis für eine Packung unter 5 Euro, zahlen Sie nur den tatsächlichen Preis.

Viele Ärzte raten zu individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Was ist das eigentlich?
Das sind Behandlungen, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, die der Versicherte also selbst zahlen muss. Rund 1,5 Milliarden Euro werden so jährlich extra in die Kassen der Ärzte gespült.

Welche sind sinnvoll?
Zum Beispiel Impfungen vor Reisen in tropische Länder.

Und welche nicht?
Fragwürdig ist etwa ein 3-D-Ultraschall in der Schwangerschaft. Experten sagen, ein normaler Ultraschall reiche aus. Tipp: Nie sofort eine Leistung buchen, erst bei der Kasse fragen, ob die Untersuchung nicht doch gezahlt wird.

Muss der Arzt mit mir einen Vertrag machen?
„Ja, und zwar schriftlich und vor der Behandlung“, sagt die Berliner Verbraucherschützerin Dörte Elß. Aufgelistet sein müssen Leistungen und Kosten.

Darf eine Arzthelferin IGeL anbieten?
Nein. Die Zusatzleistung muss Ihr Arzt mit Ihnen besprechen. Er muss auch über Risiken und Nebenwirkungen aufklären.

Der Arzt preist während der Untersuchung eine Zusatzleistung an. Erlaubt?
Nein. Es kommt aber vor, dass der Arzt z.B. sagt: „Jetzt würde ich normalerweise noch eine Ultraschall-Untersuchung machen, aber die zahlt die Kasse nicht mehr ...“ Dazu Karin Stötzner, Patientenbeauftragte des Berliner Senats: „Ein Trick! Tatsächlich wurde diese Leistung ohne medizinischen Befund nie bezahlt.“

Stehen die Kosten für jede IGeL-Untersuchung fest?
Ja. Zusatzleistungen sind an die Gebührenordnung gebunden. Je nachdem, ob die Untersuchung einfach oder kompliziert war, kann die Rechnung aber steigen. Die Ärzte dürfen bis zu 3,5-fachem Gebührensatz berechnen. So kostet ein Ultraschall des Unterleibs zwischen 34 bis 74 Euro.




  
 

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Veröffentlicht von der Menschen & Leben-Redaktion
am 09/03/2011

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